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Antwort auf: Extr. Überbiss nach Frontzahn-Impl.

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Extr. Überbiss nach Frontzahn-Impl.

Thal
Mitglied seit 26. 01. 2023
4 Beiträge

Hallo,
vor 1,5 Jahren habe ich mir die Frontzähne erneuern lassen, in allen bis auf einem waren Entzündungen in der Zahnwurzel (seit 10 J.), zwei davon Stiftzähne.
Ursache: Langjährige Antiepiletikaeinnahme und Kieferbruch-Folgen nach Unfall.

Ein Schneidezahn li wurde überkront, die anderen 3 mit Implantaten versorgt.
Ergebnis:
Ich bekomme meinen Mund kaum zu, die Zähne sind viel zu groß/dick, ich kann durch den Aufbau die Unterkieferzähne nicht mehr an die Oberkieferzähne anpassen, ein extremer Überbiss ist entstanden, die Frontzähne landen erst auf der Unterlippe, dann mit Mühe kann ich den Mund schließen, Sprechprobleme.
Mehrfach habe ich mir inzwischen die Unterlippe blutig gebissen.

Beim Zahnarzt:
Das muss so sein, das sind Vorgaben in Zusammenarbeit mit Kieferchirurg, Zahntechniker, das Gebiss so anzupassen. Ich wäre zu empfindlich, es fühlt sich im Mund immer alles so größer an, als es ist.
Es wurde jetzt vorne etwas abgeschliffen, unten auch, so dass ich zumindest ohne Blut den Mund schließen kann. Dennoch komme ich damit überhaupt nicht klar.

Bin ich wirklich zu empfindlich oder kann ich noch was ändern? Ich bereue es sehr, das ich das überhaupt gemacht habe.
Das untere Bild zeigt meinen Zahnstatus vor der Implantate.

Viele Grüße
Thal

Anhänge ( 2 )


Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
508 Beiträge

Nein, du bist nicht überempfindlich, die Frustration ist berechtigt. Die vorgewölbten bauchigen Kronen sehen unnatürlich aus, der „Vorherstatus“ ist bedeutend besser.

Die häufig genannten „Vorgaben“ können nicht als Rechtfertigung herangezogen werden, wenn der Patient sich ständig die Lippe blutig beißt, Probleme beim Sprechen hat und die Ästhetik zu wünschen übrig lässt.

Ich habe mir diese Argumentation auch anhören müssen. Es wird behauptet, dass die Implantate sich lockern, wenn sie durch ihre Antagonisten berührt werden. Doch die Zähne im Unterkiefer suchen unwillkürlich den Kontakt zu den Zähnen im Oberkiefer. Das ist vom Willen nicht steuerbar und daher unvermeidbar. Diskussion hin und her: die „Vorgabe“ ist hier übertrieben umgesetzt worden und geht an der Realität vorbei.

Ohne komplette Neuanfertigung lässt sich vermutlich kaum etwas ändern. Ob die Implantatpositionierungen das hergeben, vermag ich nicht zu beurteilen.

Alles Gute!



Thal
Mitglied seit 26. 01. 2023
4 Beiträge

Vielen herzlichen Dank für die Antwort!

Ich merke, dass ich sehr verunsichert bin. Das Gespräch mit dem Zahnarzt habe ich ja gesucht, aber ich werde jedesmal "beruhigt", dass andere ja froh wären, dass plötzlich neue Zähne drin sind und fertig. Nur ich bin zu empfindlich.

Ist es möglich die Zähne auch gerade runter abzuschleifen, um den Überbiss zu mindern?
Kann man die Kronen überhaupt abnehmen? (Sind geschraubt und zementiert soweit ich weiss.)
Was mache ich, wenn mein Zahnarzt nicht reagiert? (Bin in der PKV)

Die Implantate sitzen bombenfest ohne jegliche Probleme!

Viele Grüße
Thal



Agnes
Mitglied seit 25. 10. 2008
508 Beiträge

Zitat:
"dass andere ja froh wären, dass plötzlich neue Zähne drin sind und fertig. Nur ich bin zu empfindlich".
Zitatende.

Hmm, das ist ein sogenanntes „Totschlagargument“ (ein Scheinargument, das anstelle eines Argumentum ad veritatem vorgebracht wird, um die Aufmerksamkeit des Diskussionsgegners vom Kern des Themas auf einen irrelevanten Nebenaspekt abzulenken), siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Totschlagargument

Sei mutig und frage ihn nach den Namen der „anderen“. Wo sind sie, die Frohen mit solchen Beschwerden? Als Gegenargument kannst du dich berufen auf die ICD-Klassifikation (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme). Da ist der Überbiss einschließlich fehlerhafter Okklusion wie folgt gelistet:
K07.- Dentofaziale Anomalien [einschließlich fehlerhafter Okklusion]
unter K07.2. Siehe https://www.icd-code.de/icd/code/K07.3.html

Ein Abschleifen der Kronen wird nicht zum Erfolg führen. Mir sieht es nach Vollkeramik aus. Damit wäre die Politur, die den Kronen den Glanz der natürlichen Zähne bringt, futsch. Die Kronen würden stumpf aussehen. Ganz davon abgesehen, dass zu viel Material abgetragen werden müsste, was wiederum die Stabilität ruinieren würde. Außerdem würden dann auch schon die Abutments durchschimmern.

Nun ist es tatsächlich so, dass Frontzähne im Vergleich zu den Backenzähnen recht dünn sind. Die Abutments (ich gehe von dreiteiligen Implantaten mit Abutments aus Zirkonoxid aus) sind recht dick und müssen in der Prothese untergebracht werden. Bei richtiger Positionierung der Implantate würde es daher immer an der Rückseite eine Art Buckel geben – an den man sich allerdings mit der Zeit gewöhnt.

Ob mit individuell angepassten Abutments noch eine Verbesserung in der Okklusion realisiert werden kann, kann ich nicht beurteilen. Fest zementierte Kronen müssen zersägt werden, sie gehen nicht ab. Deswegen sträubt sich der Zahnarzt auch so. Für den Verlust müsste er aufkommen und das wäre für ihn ein dickes Minusgeschäft. Alles geht über verhandeln (auch mit der PKV). Ansonsten hier informieren, sehr empfehlenswert:
https://www.bagp.de/images/bagp/BAGP_Zahnbroschuere_2022.pdf

P.S. ich habe vor kurzem eine neue vierteilige Brücke (auf drei Backenzähnen plus Lücke) bekommen. Gerade hatte ich die Rechnung bezahlt, da platzte der hintere Teil ab. Ohne nur ein einziges Wort der Diskussion hat der Zahnarzt eine neue anfertigen lassen, für mich kostenlos, das sei doch selbstverständlich, meinte er.

Viel Erfolg!



Shoe
Mitglied seit 18. 02. 2023
1 Beiträge

Hallo,
auch ich habe das Problem mit dem Überbiss im Frontzahnbereich. Dazu muss ich aber auch sagen, es hat ein halbes Jahr gedauert. Im August wurden 3 Kronen entfernt, darunter war auch ein Zahn der vor 40 Jahren überkront war,weil ich als Kind hingefallen war und der halbe Zahn weg war. Der noch vorhandene Zahn war ziemlich klein.
Es waren dann 1 Zahn mit Stift und 3 abgeschliffe Zähne übrig.
Das Provisorium wurde angefertigt. Ging schwer abzuziehen und ich zog mir dabei den Zahn mit dem Stift heraus. Im Nachhinein weiss ich , die Klammer war zu hoch angesetzt.
Es wurde ein weiterer Zahn an das Provisorium rangemacht.
Dann bekam ich Probleme, die Prothese drückte auf der rechten Seite im Gaumen. Es piekste ein winziges Stück Knochen durch die Haut. Hatte da vor einigen Wochen eine kleine Zahn OP,
wegen abgebrochener Zähne,
unter einer Überkronung. Es erfolgte eine OP. Der Knochen wurde eingekürzt und abgerundet. Nach 10 Tagen wurden die Fäden gezogen.
Ein Abdruck wurde gemacht und zum Zahntechniker geschickt. Das Provisorium passte nicht mehr, rutschte ständig runter, Essen fiel dahinter und dazu kamen noch Schmerzen beim Essen im Kiefergelenk. Zu sehen war aber nichts.
Ich bekam einen Termine, wegen der Kappen. Die waren nicht
fertig auch beim zweiten Termin nicht.
Im November war dann ein neuer Zahntechniker vor Ort, ein neuer Abdruck wurde gemacht. Im Dezember waren dann die Käppchen fertig, wieder ein neuer Abdruck, auch vom Unterkiefer. Dann kam der Vorschlag fertige Zähne zu nehmen. Diese müssten aber bestellt werden.
Vor 2 Tagen war es dann soweit. Die Käppchen wurden
einzementiert, die Prothese eingesetzt. Jetzt habe ich aber einen Überbiss. Die Zähne mit den
Cäppchen schon allein erzeugen einen Überbiss.
Ist das normal? Das war vorher nicht der Fall und selbst das
Provisorium passte.



Thal
Mitglied seit 26. 01. 2023
4 Beiträge

Hallo,
ach mensch Shoe, das ist ja eine wahnsinns Geschichte .

Also ich habe es so gemacht, wie hier geraten, dass ich die neuen Kronen nicht akzeptiere und ein Kompromiss ja wohl nicht ein Überbiss sein kann! Dann hat mein Mann noch einmal angerufen und nun wurden die alle entfernt und das Provisorium so angefertigt, dass der Zahntechniker sehen kann, wie es mir gut damit geht.
Bespreche das unbedibgt mit deinem Zahnarzt.

Viele Grüße
Thal



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