Welche Zahnkrone ist besser? Goldkrone, Verblendkrone oder Vollkeramikkrone?

Eine Zahnkrone stellt im eigentlichen Sinne keinen Zahnersatz dar. Sie sorgt durch die Ummantelung eines Zahnes in der Regel für dessen Schutz und seine Wiederherstellung in Form und Funktion. Eine Krone kommt zum Einsatz, wenn ein Zahn durch Karies, Unfall oder Substanzverlust instabil oder so stark gefährdet ist, dass er durch eine Überkronung wiederhergestellt werden muss. Übrigens: nicht nur die künstliche Krone, sondern auch der sichtbare Teil eines natürlichen Zahnes wird als Zahnkrone bezeichnet.

Vollkrone oder Teilkrone, Keramik oder Metall?

Man spricht von einer Vollkrone, wenn die Überkronung den gesamten sichtbaren Anteil des Zahnes ringsherum erfasst. Wenn die Kronengrenze nicht (überall) bis zum Zahnfleisch reicht, handelt es sich um eine Teilkrone.
Auch der vor allem ästhetisch begründete keramische Überzug der Frontzähne in Form von Veneers (Verblendschalen) ist technisch eine Teilkrone.

Beim Material für eine Krone hat meine eine große Auswahl:

Zahnstumpf zur Aufnahme einer Zahnkrone Vollkeramikkrone Frontzahn

Zahnstumpf 11 nach
Präparation (Beschleifen)

Eingesetzte Vollkeramikkrone.
Gelungene Farbanpassung

Warum werden Zähne überkront?

Risiken/Nachteile einer Zahnkrone

  • Schleiftrauma: Absterben des Zahnes
  • Erschwerte Pflegbarkeit, damit
    • Kariesgefahr am Kronenrand (Haltbarkeit, Zahnverlust)
    • Gefahr für Zahnfleischentzündungen (Ginigivitis), Parodontitis erhöht
  • Röntgendiagnostik (Früherkennung von Karies) erschwert
  • Kosten; Eigenanteil steigt mit der Qualität der Krone, Festzuschuss bei Kassenpatienten

Wie läuft eine Überkronung ab?

  1. Präparation (Beschleifen) des Zahnes (unter Anästhesie)
  2. Abdrucknahme klassisch mit Abdruckmaterial oder foto-optisch (Scan), Farbnahme
  3. Fertigung je nach Kronenmaterial im Aufwachstechnik-Gußverfahren, Schicht- oder Pressverfahren (Vollkeramik) oder CAD/CAM-Fräsung, Verblendung.
  4. Eingliederung mit Zementieren (bzw. Einkleben) der Krone auf den Zahn zur dauerhaften Verbindung nach Feinanpassung an Zahn und Restgebiss.

Die Zahnkrone wird meist im indirekten Verfahren (Abdruck, Modellherstellung) im Dentallabor gefertigt. Die direkte Herstellung via optischem Abdruck und CAD/CAM-Fertigung ist in einer Sitzung (Chairside) aber auf dem Vormarsch (direktes Verfahren).

Je nach Technik ist für die Übergangszeit eine provisorische Krone (Provisorium) für die Überbrückung zwischen Abdrucknahme und Eingliederung der endgültigen Krone notwendig.

Was ist das beste Material für eine Zahnkrone?

Die Wahl des Materials für eine Krone bestimmt ihre Ästhetik und mechanischen Eigenschaften. Als zahntechnische Werkstoffe für die Herstellung von Kronen finden folgende Materialien Verwendung:

Vollkeramikkronen

Seit der Ära der Jacketkronen sind Vollkeramikkronen für Frontzähne populär. Durch die steigenden Goldkosten und verbesserten Materialeigenschaften, was Festigkeit und Ästhetik angeht, dominieren Vollkeramiken mittlerweile die hochwertige Versorgung mit Kronen- und Brücken. Das Thema Vollkeramik ist derart umfassend, dass wir mehr Informationen im eigenen Kapitel Vollkeramikkronen zusammengestellt haben.

Metallkronen

Metallkrone auf Gipsmodell  
Metallkrone: Gold, Stahl, selten Titan  

Die Vollkrone aus Gold wohl die älteste Kronenform. Durch stark gestiegene Goldpreise (Edelmetallmenge) und eines gewandelten Schönheitsideals ist sie nicht mehr populär.
Im preisgünstigen Segment dagegen ist die Stahlkrone für besonders presigünstige Kronenversorgungen fast unverzichtbar.
Hier finden sie ausführlicher Infos über Metallkronen (Goldkrone, Stahlkrone).

Grundsätzlich lassen sich Metallkronen mit zahnfarbener Keramik zur Verschönerung ummanteln (Verblendung), damit werden sie zu:

Verblendkronen

Verblendkrone mit abgeplatzter Keramik auf Gipsmodell  
Verblendkronen: Material gut demonstriert
durch Keramik-Abplatzung
 

Die Verblendung wurde entwickelt, um die Stabilität eine metallischen Krone mit einer zahnfarbenen Ästhetik zu verbinden. Für Einzelkronen kommt ausschliesslich Keramik als Verblendmaterial infrage, dass nach spezieller Vorbereitung unter hohen Temperaturen eine hochfeste Verbindung mit dem Gerüstmaterial eingeht. Trotzdem kann es unter Belastung zu Abplatzungen kommen.
Durch das Aufkommen von High-Tech-Keramiken mit ihrer besseren Ästhetik und kostengünstigeren Fertigung ist die Verblendung von Einzelkronen auf dem Rückmarsch.

Mehr über Verblendkronen (Metallkeramikkronen).

Kunststoffkronen

Kunststoff ist als Kronenmaterial immer wieder gescheitert. Ansprüche an Bruchfestigkeit, Abrieb und langfristigen ästhetischen Erfolg konnten nicht erfüllt werden. Hier geht die Forschung aber weiter und arbeitet vor allem an Keramik-Kunststoff-Verbundsystemen. Auch PEEK gilt als Hoffnungsträger, Kunststoffe auf die Erfolgsspur in der Versorgung mit Zahnkronen zu bringen. Preiswert ist das Material allemal.

Mehr über Zahnkonen aus Kunststoff.

Kosten und Festzuschuss

Die Kosten für eine Zahnkrone sind vom Material abhängig. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt aber bei einer begründeten Überkronung in jedem Fall einen Teil der Kosten für die Behandlung: den Festzuschuss für eine Krone. Vollständige zahnfarbene Kronen sind Privatleistung, der Zahnarzt bekommt also ein höheres Honorar. Im Eigenanteil werden da schnell 400€ und mehr fällig.
Hier bekommen Sie detaillierte Infos zu Kosten einer Zahnkrone.

implantate.com-Fazit:

Kronen sind unverzichtbar für den Zahnerhalt stark geschädigter Zähne. Welches Material zum Zuge kommt, hängt von den Ansprüchen und vom Geldbeutel ab.

 

Literatur:
Wolfgang Gernet, Reiner Biffar, Norbert Schwenzer und Michael Ehrenfeld; Zahnärztliche Prothetik; Thieme-Verlag (9. März 2011)
M. Kern, R. J. Kohal, A Mehl und P Pospiech, Vollkeramik auf einen Blick: Leitfaden zur Indikation, Werkstoffauswahl, Vorbereitung und Eingliederung von vollkeramischen Restaurationen; Arbeitsgemeinschaft f. Keramik in d. Zahnheilkunde (Mai 2012)

Letzte Aktualisierung am Freitag, 31. März 2017



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