Wie lange halten Implantate?

Eine Erfolgsrate von deutlich über 95% bei erfahrenen Implantologen, ausgereiften Implantatsystemen und eine hohe Langlebigkeit sprechen für eine Versorgung mit Implantaten. Die wissenschaftlichen Studien der letzten 25 Jahre belegen dabei die sehr hohe Erfolgsquote. Nach erfolgreicher Einheilung sind nach 10 Jahren etwa 90% der Zahnimplantate noch in Funktion in der Mundhöhle (Stellungnahme der DGI als PDF).

Wann halten Implantate besonders lange?

Viele Faktoren bestimmen die Prognose von Zahnimplantaten. Die wichtigsten sind:

Zahnimplantate haben eine gute Prognose

1. Knochenmenge und -qualität, Schwierigkeit der Operation

Bei genügend Knochen mit guter Knochenstruktur ist die Prognose am besten. Nach komplizierten Knochenaufbaumaßnahmen ist das Risiko für einen frühzeitigen Verlust höher. Nur ein erfahrener Implantologe wird in schwierigen Fällen die besten Maßnahmen ergreifen.

2. Implantatpflege

Was für Zähne gilt, ist auch für Implantate richtig: ohne gute Mundhygiene läuft man Gefahr, Probleme zu entwickeln, z.B. eine Periimplantitis.

3. Art und Qualität des Zahnersatzes

Der aufgesetzte Zahnersatz darf die Implantatpfeiler nicht überfordern und eine gute Pflege ermöglichen.

4. Gesundheit

Wer gesund ist und gesund lebt, der hat auch bei Implantaten die besseren Karten. Parodontose und Rauchen sind dagegen klare Risikofaktoren für eine Periimplantitis.

5. Das Weichgewebe

Ein festes, blass-rosa Zahnfleisch um ein Implantat ist weniger entzündungsanfällig.

6. Individuelle biologische Faktoren

Nicht alle Menschen reagieren und heilen gleich gut. Die Genetik spielt auch in der Implantologie eine Rolle. Insbesondere bei Rauchern sind erhebliche Unterschiede in der Prognose dokumentiert.

Implantate können ein Leben lang halten

Bleibt ein Implantat entzündungsfrei und sind die Komponenten für die Belastung korrekt ausgelegt, so ist die Lebensdauer eines Implantats grundsätzlich nicht eingeschränkt! Die statistische Erfolgsquote scheint im Unterkiefer aufgrund der günstigeren Knochenqualität (Belastbarkeit) dabei höher als im Oberkiefer zu liegen. Aber nicht alle Implantate werden einen perfekten Verlauf nehmen. Eine Periimplantitis kann für einen vorzeitigen Implantatverlust sorgen und auch Implantatbrüche unter langer, schwerer Belastung werden beschrieben.

Alternativer Zahnersatz prognostisch nicht besser

Zum Vergleich: Herkömmliche Brücken haben eine Erfolgsquote von ca. 80% nach 10 Jahren, eine Einzelkrone von 70–75%. Wird versucht, Zähne mit Wurzelfüllungen zu retten, dann überleben im Durchschnitt nur ca. 50% die 10-Jahres-Spanne.

Wenn Statistiken auch vielseitig interpretierbar sind, lassen diese Zahlen deutlich werden, dass Implantate auch in puncto Langlebigkeit dem herkömmlichen Zahnersatz durchaus überlegen sein können. Nicht zuletzt wird auch die Unversehrtheit der eigenen Zähne durch Implantate gesichert, was die Implantattherapie zur Stütze der Mundgesundheit macht. Festsitzende Implantatkronen und -brücken sind zudem wartungsarm und daher gegenüber hochwertigen herausnehmbaren Zahnersatzlösungen langfristig durchaus weniger Kosten verursachen.

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Literatur
Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) zur Lebenserwartung von Implantaten
Vogel R, Smith-Palmer J, Valentine W.; Auswertung der gesundheitsökonomischen Auswirkungen und Wirtschaftlichkeit von Zahnimplantaten: Review der Literatur, Int J Oral Implants Maxillofac. 2013 März-Apr; 28 (2) :343-56. doi: 10.11607/jomi.2921

 

 

Letzte Aktualisierung am Dienstag, 16. Mai 2017



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