Die Festzuschüsse 2019 der Krankenkasse für Zahnersatz und Implantate

Wenn Zahnersatz nötig ist, dann ist die Krankenkasse verpflichtet, sich an den Kosten zu beteiligen, auch wenn das Bonusheft nicht (oder nicht vollständig) geführt wurde. Das gilt auch für Zahnersatz auf Zahnimplantaten, denn die gesetzlichen Krankenversicherungen (AOK, BKK, DAK, TK, BEK, IKK etc.) müssen einen sogenannten Festzuschuss für die abgeschlossene Zahnersatzbehandlung zahlen, unabhängig davon, welche Form des Zahnersatzes eingesetzt wurde.

Der Festzuschuss der Krankenkasse ist unabhängig vom geplanten Zahnersatz

Was tut die Kasse für Kronen und Brücken dabei?

Für alle gesetzlich Krankenversicherte gilt ein Zuschuss-System für Zahnersatz, das auch die Versorgung mit Implantaten berücksichtigt. Basis hierfür bietet die Zuordnung von Kiefersituationen (Befunden) zu sogenannten Regelversorgungen und damit verbundenen Festzuschüssen. Die Art der Regelversorgung richtet sich nach Kriterien, die durch eine Kommission bestimmt werden (z.B. kleine Lücke = Brücke). Bei der Höhe der Festzuschüsse werden durchschnittliche Kosten für eine einfache Ausführung der letzten Jahren berücksichtigt.
Dadurch wird nun beispielsweise für eine Zahnlücke ein fester Zuschuss gewährt. Dabei ist es unerheblich, mit welchem Zahnersatz diese Lücke versorgt wird: sowohl für eine Brücke auf eigenen Zähnen als auch für ein Implantat gibt es von der Kasse den gleichen Betrag: den befundorientierten Festzuschuss.

Ein gut geführtes Bonusheft erhöht den Festzuschuss um 20 bis 30%

Gab es früher eine prozentuale Kassenzuschuss auf den gefertigten Zahnersatz (je nach Bonus zwischen 50, 60 oder 65 %), ist diese nun festen Beträgen gewichen. Je nach Bonussituation (5 oder 10 Jahre vollständiges Bonusheft) erhöht sich dieser Festzuschuss um 20% oder 30%.

Härtefall = doppelter Festzuschuss

Bei sogenannten Härtefällen wird der doppelte Festzuschuss gewährt. Wenn nur die sogenannte Regelleistung sowohl durch Behandler als auch das Labor durchgeführt wurde, dann übernimmt die Krankenkasse sogar die Gesamtkosten.

Komplette Kostenübernahme bei Implantaten in seltenen Ausnahmefällen

In Ausnahmefällen (Ausnahmeindikationen: z.B. Tumorerkrankungen und schwere Fehlbildungen) dürfen die Krankenkassen die Kosten sowohl für Implantate als auch den Zahnersatz auf diesen Implantaten übernehmen. Dafür muss eine spezielle Begutachtung erfolgen, ob eine der (sehr seltenen) Gründe dafür vorliegt.

Die Festzuschüsse im Einzelnen

Der Festzuschuss für eine Zahnkrone 2019

Zahnkrone: Zuschuss auch für Keramik

Die Überkronung eines Zahnes ist die häufigste Form des Zahnersatzes und ohne Alternative.

 
ohne Bonus 20% Bonus 30% Bonus Härtefall
157,23€ 188,68€ 204,40 € 314,46 €

Im Sichtbereich hat man noch Anspruch auf einen Zuschuss für eine lippenseitige Verblendung (keramische Teil-Ummantelung).

 
ohne Bonus 20% Bonus 30% Bonus Härtefall
53,64 € 64,37 € 69,73 € 107,28€

Ausführliche Infos zum Festzuschuss für eine Zahnkrone.

Zahnlücke: gleicher Festzuschuss für Brücke oder Implantat

Regelleistung bei Lücke: Zahnbrücke

Wenn ein Zahn in der Zahnreihe fehlt kommt der Festzuschuss für eine Lücke zum Tragen. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der Regelleistung: die Zahnbrücke. Den Zuschuss gibt es aber in gleicher Höhe auch für ein Implantat.

 
ohne Bonus 20% Bonus 30% Bonus Härtefall
363,46€ 436,15€ 472,50€ 726,92€

Im sogenannten Sichtbereich zahlt die Kasse noch einen Zuschuss für die keramische Teilummantelung (Verblendung) je Zahn/Brückenglied

 
ohne Bonus 20% Bonus 30% Bonus Härtefall
52,85€ 63,42€ 68,71€ 105,70€

Ausführliche Infos zum Kassenzuschuss für eine Zahnbrücke/Zahnlücke.

Viele Zähne fehlen, einfachste Versorgung: Klammerprothese

Bei vielen/großen Lücken und/oder einer Freiendsituation sieht die Regelversorgung einen herausnehmbaren Zahnersatz vor. In einfachste Form: die Klammerprothese. Der Zuschuss ist nicht sehr hoch, kann aber mit anderen Festzuschüssen (Teleskopkronen, Geschiebekronen) kombiniert werden.

 
ohne Bonus 20% Bonus 30% Bonus Härtefall
370,51€ 444,61€ 481,66€ 741,02€

Wenn alle Zähne fehlen....

Zuschuss bei Zahnlosigkeit: für eine Vollprothese

...dann gibt es den Festzuschuss für Zahnlosigkeit, der für den Ober- und Unterkiefer unterschiedlich hoch ist. Als Regelleistung ist die Vollprothese definiert. Den Zuschuss gibt es aber auch für Zahnersatz auf Implantaten.

Festzuschuss für eine Oberkiefer-Vollprothese

 
ohne Bonus 20% Bonus 30% Bonus Härtefall
373,62€ 464,40€ 503,10€ 774,00€

Festzuschuss für eine Unterkiefer-Vollprothese

 
ohne Bonus 20% Bonus 30% Bonus Härtefall
400,64€ 480,77€ 520,83€ 801,28€

Ausführliche Infos zum Festzuschuss für eine Vollprothese/bei Zahnlosigkeit.

Teleskopprothese: der Festzuschuss ist kompliziert

Teleskopprothese: oft privat abgerechnet, Zuschuss dennoch möglich

Der Kassenzuschuss für Teleskopkronen wird nur unter bestimmten Bedingungen gewährt: Freiende oder Restbezahnung von 3 Zähnen. Zusätzliche bekommt man noch den Zuschuss für herausnehmbaren Zahnersatz (s.o.).

Ausführliche Infos über den Festzuschuss für eine Teleskopprothese

Festzuschuss für Reparaturen am Zahnersatz

Auch Reparaturen am Zahnersatz werden von der Krankenkasse bezuschusst. Man kann davon ausgehen, dass durch den Festzuschuss die Gesamtkosten mit 30-70% abgedeckt werden. Eigenanteilskosten bei Unterfütterungen oder Bruchreparaturen liegen meist bei 40-75€.

Auch Erneuerungen von Zahnersatz, der auf Implantaten eingesetzt wurde (sogenannte Suprakonstruktion) wird bezuschusst. Für eine neue Implantatkrone (gilt nur für Einzelzahnimplantate) gibt esi 156–203€, für einen komplett herausnehmbaren Zahnersatz (z.B. Stegversorgung) immerhin gut und gerne 600€.

Heil- und Kostenplan vor Behandlung genehmigen lassen

Für den Festzuschuss muss vorab ein Heil- und Kostenplan (HKP) bei der Krankenkasse eingereicht und von dieser genehmigt werden. Ansonsten kann die Kostenbeteiligung der GKV verwirkt sein. Das weiß auch Ihr Zahnarzt, und darf mit der Behandlung gar nicht beginnen.

Das Festzuschusssytem ist zwar gerechter, aber teurer für den Patienten

Das neue System wird zwar generell als gerecht angesehen, da teurere Versorgungen nunmehr nicht mehr besser aus dem Sozialsystem bezuschusst werden als einfache Lösungen. Da die Versorgungsqualität beim Zahnersatz in Deutschland aber weiterhin hoch ist, haben sich die Eigenanteilskosten für Patienten durch das Festzuschusssystem eher erhöht.

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Letzte Aktualisierung am Freitag, 18. Oktober 2019