Die Festzuschüsse 2018 der Krankenkasse für Zahnersatz und Implantate

Wenn Zahnersatz nötig ist, dann hat man als Patient Anspruch auf Beteiligung an den Kosten durch die Krankenkasse, auch wenn das Bonusheft nicht (oder nicht vollständig) geführt wurde. Das gilt auch für Zahnersatz auf Zahnimplantaten, denn die gesetzlichen Krankenversicherungen (AOK, BKK, DAK, TK, BEK etc.) zahlen einen sogenannten Festzuschuss für die abgeschlossene Zahnersatzbehandlung, unabhängig davon, welche Form der Versorgung durchgeführt wurde.

Der Festzuschuss der Krankenkassen ist unabhängig vom Zahnersatz

Was tut die Kasse für kronen und Brücken dabei?

Für alle gesetzlich Krankenversicherte gilt ein Zuschuss-System für Zahnersatz, das auch die Versorgung mit Implantaten berücksichtigt. Basis hierfür bietet die Zuordnung von Kiefersituationen (Befunden) zu sogenannten Regelversorgungen und damit verbundenen Festzuschüssen. Die Art der Regelversorgung richtet sich nach Kriterien, die durch eine Kommission bestimmt werden (z.B. kleine Lücke = Brücke). Bei der Höhe der Festzuschüsse werden durchschnittliche Kosten für eine einfache Ausführung der letzten Jahren berücksichtigt.
Dadurch wird nun beispielsweise für eine Zahnlücke ein fester Zuschuss gewährt. Dabei ist es unerheblich, mit welchem Zahnersatz diese Lücke versorgt wird: sowohl für eine Brücke auf eigenen Zähnen als auch für ein Implantat gibt es von der Kasse den gleichen Betrag: den befundorientierten Festzuschuss.

Ein gut geführtes Bonusheft erhöht den Festzuschuss um 20 bis 30%

Gab es früher eine prozentuale Kassenzuschuss auf den gefertigten Zahnersatz (je nach Bonus zwischen 50, 60 oder 65 %), ist diese nun festen Beträgen gewichen. Je nach Bonussituation (5 oder 10 Jahre vollständiges Bonusheft) erhöht sich dieser Festzuschuss um 20% oder 30%. Bei sogenannten Härtefällen wird sogar der doppelte Festzuschuss gewährt.

Heil- und Kostenplan vor Behandlung genehmigen lassen.

Für den Festzuschuss muss vorab ein Heil- und Kostenplan (HKP) bei der Krankenkasse eingereicht und von dieser genehmigt werden. Ansonsten ist die Kostenbeteiligung der GKV verwirkt. Das weiss auch Ihr Zahnarzt, und darf mit der Behandlung gar nicht beginnen.

 Gerechter aber teurer für den Patienten

Das neue System wird zwar generell als gerecht angesehen, da teurere Versorgungen nunmehr nicht mehr besser aus dem Sozialsystem bezuschusst werden als einfache Lösungen. Da die Versorgungsqualität beim Zahnersatz in Deutschland aber weiterhin hoch ist, haben sich die Eigenanteilskosten für Patienten durch das Festzuschusssystem eher erhöht.

Komplette Kostenübernahme bei Implantaten in seltenen Ausnahmefällen

In Ausnahmefällen (Ausnahmeindikationen: z.B. Tumorerkrankungen und schwere Fehlbildungen) dürfen die Krankenkassen die Kosten sowohl für Implantate als auch den Zahnersatz auf diesen Implantaten übernehmen. Dafür muss eine spezielle Begutachtung erfolgen, ob eine der (sehr seltenen) Erkrankungen vorliegt.

Feste Zuschüsse für Zahnimplantate und Zahnersatz (Stand 7/2018)

Vollständiges Bonusheft ist Geld wert

Je nach Bonusheft gibt es einen Festzuschuss für eine Einzelzahnlücke=Zahnbrücke zwischen 360,03 und 468,04€. Dieser gilt sowohl für ein Einzelzahnimplantat als auch für eine Zahnbrücke.
Innerhalb der Verblendgrenzen zusätzlich 51,94-67,52€ je Zahn und Brückenglied für den keramischen (Teil-)Überzug. Bei einer Zahnlücke im Frontzahnbereich würde (Regelversorgung: Brückenkonstruktion) also der 3-malige Festzuschuss für die Verblendung ausgelöst werden, und zwar für den fehlenden Zahn (Brückenglied) und die beiden Nachbarzähne. Insgesamt kann hier bei guter Bonussituation (30% höher) der Festzuschuss bei 670€ liegen. Im Härtefall verdoppelt sich der Festzuschussbetrag, aber ohne Bonus.

Festzuschuss-Tabelle für Zahnersatz

Volles Bonusheft über 5 Jahre: zus. Festzuschuss 20%, bei 10 Jahren: 30%
Zahnersatz Festzuschuss im Härtefall
Zahnkrone 155€ 311,60€
Zahnlücke (1 Zahn) 360€ 720€
Verblendung je Zahn ca. 52€ ca. 105€
Vollprothese Oben 369,42€ 738,84€
Vollprothese Unten 396,43 792,86€
Klammerprothese 365,52€ 731,04€

Fehlen mehr als 4 Zähne nebeneinander, soll eine Prothese her

Bei mehr als vier fehlenden Zähnen kommt der Festzuschuss für herausnehmbaren Zahnersatz zum Tragen, der je nach Befund und Bonus zwischen 365 und 475€ liegt. Dazu können bei Kombinatiosarbeiten (Hybridprothese) noch evtl. Zuschüsse für notwendige Kronen auf vorhandenen eigenen Zähnen kommen. Im Härtefall: doppelter Festzuschuss (=maximaler Bonus). 

Beim zahnlosen Kiefer liegt der Festzuschuss im Unterkiefer zwischen 396€ und 515€, je nach Bonussituation. Beim zahnlosen Oberkiefer liegt dieser zwischen 369€ und 480€. Bei schwierigen Bisssituation kommen noch einmal 85-111€ dazu. Auch hier ist irrelevant, ob tatsächlich eine Vollprothese oder implantatgetragener Zahnersatz gefertigt wird. 

Erneuerung und Wiederherstellung von implantatgetragenem Zahnersatz

Neu ist die Bezuschussung der Erneuerung von Kronen, Brücken und herausnehmbarem Zahnersatz, der auf Implantaten eingesetzt wurde (sogenannte Suprakonstruktion). Die Zuschüsse für eine neue Implantatkrone (gilt nur für Einzelzahnimplantate) liegen bei 155–202€, für einen komplett herausnehmbaren Zahnersatz (z.B. Stegversorgung) immerhin gut und gerne 600€.

Mehr Infos zur Kostenbeteiligung durch die Kasse

Es ist hier nicht möglich, alle erdenklichen Festzuschuss-Kombinationen zu erwähnen, aber wer sein Wissen über die neuen Festzuschüsse vertiefen will:

Festzuschuss für eine Zahnkrone

Festzuschuss für eine Klammerprothese

Kassenzuschuss für Teleskopkronen-Zahnersatz

Kassenzuschuss für eine Zahnbrücke

Festzuschuss für eine Vollprothese/bei Zahnlosigkeit