Zerstörung des Zahns durch Karies

Ein kleines Loch im Zahn ist zwar nicht schön, aber es kann durch eine Füllungstherapie so gut wie vollständig behoben werden. Selbst bei größeren Löcher (kariösen Defekten) stehen der Zahnheilkunde mit Inlays oder Teilkronen/Kronen auch hier noch gute Möglichkeiten zur Verfügung, den Zahn in Form und Funktion dauerhaft wiederherzustellen. Durch Karies (Zahnfäule) kann aber die Zahnkrone, der funktionelle, sichtbare Anteil des Zahns, derart zerstört werden, dass selbst Aufbaumassnahmen durch einen Wurzelstift/Füllung und Krone (Stiftkrone) nicht mehr erfolgreich sind. Die Karies kann sogar noch weiter in die Tiefe vordringen und die Wurzel auflösen, was in der Regel ein eindeutiger Grund für die Entfernung dieses Zahnes darstellt. Auch wenn die Karies bei einem mehrwurzeligen Zahn den Zahnboden zum Kieferknochen hin durchdrungen hat, ist ein solcher Zahn meist nicht mehr zu erhalten.

Kariös zerstörte untere Schneidezähne. Restsubstanz für einen Erhalt nicht mehr ausreichend

Kariös zerstörte untere Schneidezähne. Restsubstanz für einen Erhalt nicht mehr ausreichend

 

Karies und Parodontis. Der äussere Zahn ist durch Füllung/Krone (Wurzelbehandlung?) wahrscheinlich noch zu retten.

Karies und Parodontis. Der äussere Zahn ist durch Füllung/Krone (Wurzelbehandlung?) wahrscheinlich noch zu retten.

 

Zahn 34 unter einer Krone durch Karies zerstört. Der Zahnersatz wird durch die Entfernung ebenfalls hinfällig.

Zahn 34 unter einer Krone durch Karies zerstört. Der Zahnersatz wird durch die Entfernung ebenfalls hinfällig.

 

 

Entfernung des Zahnes

Die Entfernung eines kariös zerstörten Zahnes ist nur einfach, wenn der Wurzelhalt nicht mehr ausgeprägt (Parodontitis) ist und der Restzahn eine stabile "Angriffsfläche" für den Ansatz einer Zange liefert. Ansonsten können Hebel (seitl. Druck auf den Restzahn mit Abstützung am Nachbarzahn) oder Luxatoren eingesetzt werden, um den Zahn möglichst knochenschonend (insbesondere für eine evtl. geplante Implantateinbringung) aus dem Kiefer zu entfernen. Falls diese Verfahren nicht erfolgreich angewendet werden können, bleibt nur noch die Entfernung der Zahnwurzel durch eine Osteotomie, d.h. Eröffnung des Zahnfleisches und Abtragung des Knochens, bis eine der o.g. primären Methoden wieder erfolgversprechend angewendet werden kann.

Bedeutung für eine evtl. Implantatversorgung:

Implantate sind bei dieser Situation gut möglich, da in der Regel keine relevant Entzündung des Knochens vorliegt und auch das Knochenangebot meist noch sehr gut ist, es sei denn, die Zahnentfernung ist verlustreich (s.o.) für den Knochen verlaufen.

  • Spätimplantation: sicherster Weg. Möglicher Knochenabbau und verlängerte Behandlungszeit sind zu akzeptieren.

 

Literatur:
GC., Evidence-based approach for treatment planning options for the extensively damaged dentition, J Calif Dent Assoc. 2004 Dec;32(12):983-90
Zitzmann NU, Krastl G, Hecker H, Walter C, Waltimo T, Weiger R., Strategic considerations in treatment planning: deciding when to treat, extract, or replace a questionable tooth. J Periodontol. 2008 Jun;79(6):971-7.
Kao RT., Strategic extraction: a paradigm shift that is changing our profession., J Prosthet Dent. 2010 Aug;104(2):80-91.

Letzte Aktualisierung am Donnerstag, 05. Juni 2014



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