Allgemeinmedizinische Gründe für eine Zahnentfernung: Herdsanierung

Das potentielle bakterielle Streuvermögen eines Zahnherdes stellt für den Gesamtorganismus ein grundsätzliches Risiko dar. Bei bestimmten Grunderkrankungen kann dieses Risiko unkalkulierbar hoch werden. Bei einigen Erkrankungen des Herzens, des rheumatischen Formenkreises, vor Herzoperationen, Transplantationen, Bestrahlungen, Chemotherapien uvm. wird daher ärztlicherseits empfohlen, nicht sicher entzündungsfreie Zähne zu entfernen. Diesen Umständen könne auch Zähne mit einem endodontischen (apikale Ostitis / Wurzelentzündung) oder parodontologischen Problem (Parodontitis) zum Opfer fallen, die sonst rein zahnmedizinisch gesehen noch als therapierbar eingestuft werden könnten. Eine gering bis mittelschwere Parodontitiswird im allgemeinen nicht als Entzündungsherd eingestuft, da keine Schlupfwinkel vorliegen (oberflächliche Entzündung). In diesem Zusammenhang stellen Implantate grundsätzlich kein "Herdrisiko" dar, da sich auch hier keine Schlupfwinkelinfektionen entwickeln. Eine etwaige Periimplantitis würde aufgrund der offenen "Abflussmöglichkeiten" also nicht als Herdinfektion gelten. Diese Entscheidung wird aber bei sehr ausgeprägten Entzündungen auch anders zu treffen sein.

Entzündungs-Herd: Deutliche Knochenauflösung unterhalb der Wurzelspitze eines bereits wurzelbehandelten Zahns 34

Entzündungs-Herd: Deutliche Knochenauflösung unterhalb der Wurzelspitze eines bereits wurzelbehandelten Zahns 34

 

 

Bedeutung für eine evtl. Implantatversorgung:

Implantate sind möglich, aber die Grunderkrankung (ärztliches Konsil) sollte eine sorgfältige Risiko- und Nutzenabwägung nach sich ziehen.

Literatur:
Shaw M J, Kumar N D, Duggal M, Fiske J, Lewis D A, Kinsella T, Nisbet T: Oral management of patients following oncology treatment: literature review. Br J Oral Maxillofac Surg 2000; 38 (5): 519–524
Grotz K A: Gemeinsame Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Zahn M-u K, Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie MPuS, Abstimmung mit dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Z. (Dental care for patients with antineoplas- tic radiotherapy of the head and neck). Strahlenther Onkol 2003; 179 (4): 275–278
Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Empfehlungen zur zahnärztlich-chirurgischen Sanierung vor Herzklappenersatz, 03/2012

Letzte Aktualisierung am Donnerstag, 29. Juni 2017



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    die eigentliche Implantation typischerweise kaum Schmerzen nach sich zieht, da die geschaffene Knochenwunde ja direkt mit dem gewebefreundlichen Implantat wieder versiegelt wird, quasi wie ein Pflaster? Allerdings sind Knochenentnahmestellen (für einen Knochenaufbau) in der Regel für ein paar Tage durchaus schmerzend. Mehr unter  Nach der Implantation: Schmerzen?


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