Wann muss man einen Zahn ziehen?

Welche Kriterien legt man zugrunde, um zu entscheiden, ob ein Zahn gezogen werden soll oder nicht? Eine scharfe Abgrenzung, ab wann ein Zahn nicht mehr oder mit welchem Aufwand doch noch zu erhalten ist, gibt es dabei nicht. Nicht jeder abgebrochene Zahn muss auch raus, aber auch nicht jeder intakt erscheinende Zahn sollte erhalten werden.

Tiefe Karies: einer der Hauptgründe für Zahnverlust

Ein Hilfe für das Abwägen von Zahnerhalt oder Zahnentfernung geben wir in den einzelnen Kapitel, die sich mit der Ursache (Ätiologie) beschäftigen.

Die Rangliste der Zahnverluste nach ihren häufigsten Ursachen:

  1. Parodontitis (Parodontose): Verlust des knöchernen Halts
  2. Karies: Zerstörung der Zahnhartsubstanz
  3. Endodontische Ursachen: Entzündungen von toten Zähne

Andere Gründe für eine Zahnentfernung

Bei der Entscheidung spielen medizinische, aber auch wirtschaftliche oder prothetische (Zahnersatz-)Aspekte eine Rolle. Bei einem wackeligen Milchzahn wird der Griff zur Zange für eine Extraktion (Fachbegriff fürs Zahnziehen) wesentlich weniger zu diskutieren sein, als bei einem Pfeilerzahn auf den sich der gesamte Zahnersatz abstützt.

In vielen Fällen dürfte es aber eher eine Frage des Verhältnisses von Aufwand und Nutzen sein, ob es sich lohnt, einen Problemzahn zu erhalten.

Raus ist raus.

Nicht zuletzt sind auch Fähigkeiten und Engagement des Behandlers gewichtige Faktoren, die über das Verbleiben eines Zahnes mit entscheiden. Ein vor allem implantologisch orientierter Zahnarzt wird über einen "auf der Kippe stehenden" Zahn mitunter eine anderes Urteil fällen als ein Endodontologe (Spezialist für Wurzelkanalbehandlungen) oder Parodontologe (Spezialist für Zahnbetterkrankungen).

Letzte Aktualisierung am Mittwoch, 09. September 2020