Kariesbakterien: Erfolg durch geklaute DNA


Wettbewerbsfähig bleiben und sich ständig neu erfinden, das gilt nicht nur für Madonna oder Lady Gaga sondern auch für Streptococcus mutans. Bei einer Konkurrenz von Milliarden von Bakterien und Hunderten von Bakterienarten muss sich S. mutans außerordentlich gut behaupten können. Es ist bekannt, dass Bakterien im Rahmen der Zell-Zell-Kommunikation fähig sind, fremde DNA zu integrieren.

Bislang nicht bekannt war der Mechanismus. Die Forschergruppe um Frau Prof. Dr. Irene Wagner-Döbler im Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig entschlüsselte die Interaktion der entscheidenden Signale XIP und CSP. Mithilfe von fluoreszierenden Proteinen erkannten die Wissenschaftler, welche Bakterien Gene ablesen können, und damit verbunden, welche über die Fähigkeit zur Aufnahme von DNA verfügen. Mit dieser Fähigkeit kombiniert ist nach den neuesten Erkenntnissen auch die Möglichkeit des Bakteriums seine Gegner mittels Bakteriziden auszuschalten. Laut Aussage von Frau Prof. Dr. Wagner-Döbler sichert diese Eigenschaft von S. mutans dem Bakterium trotz großer Konkurrenz das Überleben und erklärt seine Häufigkeit in der Mundhöhle.
Die Forscher hoffen, anhand dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse Strategien entwickeln zu können, um die Ver- und Ausbreitung von S. mutans und damit dem Karies-verursachendem Bakterium einzudämmen.

Quelle:
Reck M, Tomasch J, Wagner-Döbler I (2015) The Alternative Sigma Factor SigX Controls Bacteriocin Synthesis and Competence, the Two Quorum Sensing Regulated Traits in Streptococcus mutans. PLoS Genet 11(7): e1005353. DOI:10.1371/journal.pgen.1005353.

Letzte Aktualisierung am Donnerstag, 04 September 2015