Wissenschaftliche Kurzinformationen aus der Implantologie

Verwendung poröser Beta-Tricalciumphosphatgerüste als BMP-2-Freisetzungssystem für die Züchtung von Knochengewebe


Sohier J, Daculsi G, Sourice S, de Groot K, Layrolle P

Biomed Mater Res A. 2010 Mar 1; 92(3): 1105-14.

Inserm, U791, Laboratory for Osteo-Articular and Dental Tissue Engineering, Faculty of Dental Surgery, University of Nantes, Nantes, France


 

Makroporöse Beta-Tricalciumphosphatgerüste (beta-TCP) wurden als potentielle Träger- und Freisetzungssysteme für das knochenmorphogenetische Protein-2 (BMP-2) bewertet.

Eine chemische Ätztechnik wurde durchgeführt, um die verfügbare Oberfläche zu erhöhen und folglich die Proteinmenge.

Röntgendiffraktions- und Infrarot-Spektroskop-Analysen bestätigten die Fertigung reiner Beta-TCP-Gerüste. Die Rasterelektronenmikroskopie ergab eine in sich zusammenhängende Porosität (64%) und eine mikroporöse Oberfläche nach dem chemischen Ätzvorgang. Für die Dauer von 4 Wochen wurden Gerüste, beladen mit 30 und 15 Mikrogramm BMP-2, jeweils in die Rückenmuskeln und in die femoralen Defekte (Kondylus und Diaphyse) von Hasen implantiert.

Histologische Beobachtungen bestätigten die Aktivität des von den Gerüsten freigegebenen BMP-2. Intramuskulär bildete sich Knochen innerhalb der BMP-2-beladenen Gerüstporen. In den Knochendefekten war die Auswirkung des freigegebenen BMP-2 ähnlich wahrnehmbar wie bei der histomorphometrischen Bewertung. Die Einarbeitung von BMP-2 resultierte in einer Menge an neu gebildetem Knochen, die 1,3 mal höher war als bei unbeladenen Gerüsten. Der Implantatbereich jedoch hatte keinen Einfluss auf die Knochenbildung, wobei sich keine statistischen Unterschiede zwischen den kortikalen (Diaphyse) und trabekulären (Kondylus) Defekten zeigten. Die Ergebnisse belegen die Eignung von chemisch geätzten Beta-TCP-Gerüsten als BMP-2-Träger im Kontext der Knochenregeneration

 

Letzte Aktualisierung am Dienstag, 16. März 2010