Wissenschaftliche Kurzinfos (Abstracts) zum Knochenaufbauverfahren: Sinusbodenelevation/Sinusbodenaugmentation/

Morbidität und Komplikationen bei Sinusbodenelevation und Verwendung autologen Knochens zur Insertion enossaler Implantate


Raghoebar GM, Batenburg RH, Timmenga NM, Vissink A, Reintsema H.

Morbidity and complications of bone grafting of the floor of the maxillary sinus for the placement of endosseous implants.

Mund Kiefer Gesichtschir. 1999 May;3 Suppl 1;65-69.

 

Die Rehabilitierung des atrophierten Oberkiefers mit Hilfe von enossalen Implantaten ist häufig nur begrenzt möglich, weil es an stützender Knochensubstanz mangelt. Eine neue, zuverlässige Behandlungsalternative scheint die Augmentation des Sinusbodens mit autogenen Knochentransplantaten zu sein.

Morbidität und Komplikationsraten bei der Sinusbodenelevation wurden an 75 Patienten untersucht. Das transplantierte Knochenmaterial stammte aus dem Beckenkamm (n = 65, 128 Kieferhöhlen, 276 Implantate), der Unterkiefersymphyse (n = 8, 10 Kieferhöhlen, 21 Implantate) oder der Tuberregion des Oberkiefers (n = 2, 2 Kieferhöhlen, 2 Implantate). Bei 52 Patienten musste zunächst die erforderliche Breite des Alveolarkamms wiederhergestellt werden, während bei den übrigen 23 Patienten Augmentation und Implantation gleichzeitig durchgeführt wurden. Zu einer Perforation der Kieferhöhlenmembran kam es bei 45 Patienten, was jedoch nicht zu einer Entstehung einer Sinusitis führte. Ein Verlust von Knochenpartikeln oder eine Ausbildung von Knochensequestern wurde nur bei einem Patienten mit Diabetes, im Zusammenhang mit einer Schleimhautdehiszenz beobachtet; Eine erneute Augmentation erwies sich dann als erfolgreich. Vorübergehende Sinusitissymptome wurden bei zwei der sieben Patienten mit einer Sinusitis-Prädisposition beobachtet. Die Symptome konnten mit abschwellenden Medikamenten und Antibiotika erfolgreich behandelt werden. Bei einem Patienten entwickelte sich eine eitrige Sinusitis, die jedoch nach einer transnasalen Antrostomie abklang. Bei allen Patienten war das resultierende Knochenangebot für eine Implantatinsertion ausreichend. 20 Patienten, die mit Branemark-Implantaten versorgt wurden schieden vorzeitig aus der Studie aus (im Mittel nach 32 Monaten); Es wurden keine pathologischen Befunde des Sinus maxillaris beobachtet. Bei einer Anzahl von insgesamt 299 gesetzten Brånemark-Implantaten machte dies ein loss-to-follow up von 6,7% Branemark-Implantaten aus. Die Patienten wurden mit implantatgetragenen Deckprothesen (58 Patienten) oder festsitzenden Brücken (17 Patienten) versorgt. Klagen über die Augmentation oder die Implantate waren keine zu verzeichnen. Daraus lässt sich schließen, dass Morbidität und Komplikationsrate bei einer Sinusbodenelevation mit autologem Knochenmaterial gering sind.

 

Letzte Aktualisierung am Dienstag, 20. Dezember 2011