Wissenschaftliche Kurzinformationen (Abstracts) zur implantologischen Therapie:

Klinische und röntgenologische Untersuchung von Patienten mit und ohne Parodontitis nach Implantatbehandlung: Eine Langzeituntersuchung im prospektiven Design


De Boever AL, Quirynen M, Coucke W, Theuniers G, De Boever JA.
Clinical and radiographic study of implant treatment outcome in periodontally susceptible and non-susceptible patients: a pros- pective long-term study.
Clin Oral Implants Res. 2009 Dec;20(12):1341-50.

In der vorliegenden Langzeitstudie wurden die Implantat- Überlebensrate sowie klinische und röntgenologische Parameter bei 110 parodontal gesunden Patienten (periodontally non-susceptible patients, NSP), 68 Patienten mit chronischer Parodontitis (chronic adult periodontitis, CAP) und 16 Patienten mit einer generalisierten aggressiven Form der Parodontitis (generalized aggressive periodontitis, GAP) untersucht.

Bei den Patienten wurden insgesamt 513 Implantate mit zwei unterschiedlichen Oberflächen (TPS und SLA) eingesetzt, die o en einheilten. Die prothetische Versorgung erfolgte ausschließlich festsitzend und alle Patienten wurden in ein parodontales Nachsorgeprogramm integriert.

Nach einer Beobachtungsphase von 140 Monaten betrug die Implantat-Überlebensrate in der NSP-Gruppe 98%, der CAP-Gruppe 96% und in der GAP- Gruppe 80%. Die Verlustrate krestalen Knochens betrug in der gesamten Untersuchungsgruppe 4,7%. In der GAP-Gruppe lag sie bei 15,25%. Der mittlere jährliche Knochenverlust lag in der gesamten Untersuchungsgruppe bei 0,12 mm mesial und 0,11 mm distal. In der NSP-Gruppe betrug er 0,08 mm mesial und 0,07 mm distal, während er in der GAP-Gruppe bei 0,17 mm mesial und distal lag. Der Verlust krestalen Knochens war nur bei den Patienten mit GAP signifikant mit Blutungen bei Sondierung, Alter, Entzündungsgrad, der Anwesenheit von Plaque und der Taschentiefe assoziiert.

Bei den Implantaten mit einer TPS-Oberfläche konnte eine geringere Überlebensrate als bei den Implantaten mit einer SLA-Oberfläche beobachtet werden (TPS: 93%; SLA: 97%), die insbesondere in der GAP-Gruppe besonders aus- geprägt und hochsignifikant unterschiedlich war (TPS: 80%; SLA: 83%). Rauchen hatte nur in der GAP-Gruppe einen signifikanten Einfluss auf die Implantat-Überlebensrate, die bei ehemaligen Rauchern bei 78% und bei rauchenden Individuen auch bei 78% lag. Allgemeinerkrankungen hatten in keiner der drei Gruppen einen signifikanten Einfluss auf die Implantat-Überlebensrate.

Das statistische Modell zu Überlebenschancen der Implantate ergab, dass lediglich die unabhängigen Variablen „Parodontitis“ und „Implantat-Oberfläche“ einen statistisch signifikanten Einfluss hatten.

Letzte Aktualisierung am Freitag, 04. Dezember 2009