Review: höhere Verlustraten für Zahnimplantate, die in frische Extraktionsalveolen inseriert wurden


Khouly I1, Keenan AV1.
Evid Based Dent. 2015 Juni; 16 (2): 54-5. doi: 10.1038 / sj.ebd.6401098

 

Datenquelle:
PubMed, Web of Science und Cochrane Oral Health Group Trials. Resultate der Datenbanken wurde durch eine händische Suche in ausgesuchten Dentalmagazinen ergänzt.

Studienauswahl:
Randomisierte und nicht randomisierte Studien zum Vergleich der Implantatverlustraten bei Patienten, bei denen Implantate in frische Extraktionsalveolen und in ausgeheilten Knochen inseriert wurden. 

Datenextraktion und -synthese:
Die Studienqualität wurde nach der Newcastle-Ottawa Skala (NOS) bewertet. Implantatverlust und postoperative Infektionen waren die dichotomen Zielpunkte der Studie, und der marginale Knochenverlust das langfristige Ergebnis.

Ergebnisse:
Unter den dreiundsiebzig Publikationen die eingeschlossen Wurden, waren fünf randomisierte, kontrollierten Studien, 26 kontrollierte klinische Studien und 42 retrospektive Studien. Die 73 Studien umfassten insgesamt 8241 Implantate, die in frische Extraktionsalveolen eingebracht worden waren, welche mit 330 Verlusten (4,00%) einhergingen. Dagegen wurden 19.410 Implantate in durchbauten Knochen eingesetzt, die mit 600 Misserfolgen verbunden waren. Nach der Zufallseffekt-Meta-Analyse (73 Studien) lag das relative Risiko für Sofortimplantationen nach Extraktion im Vergleich zu Spätimplantationen bei (RR =) 1,58 (95% CI, 1,27 1,95) auf  den Oberkiefer bezogen RR = 1,61 (95% CI, 0,97 2.66) und für den Unterkiefer bei RR = 2,15 (95% CI, 0,62-7,47).
Für Einzelzahnimplantate:  RR = 2,05 (95% CI, 1,36-3,11) und bei RR = 1,42 (95% CI; 0.71- 2.83) für Implantate als Anker für totalen Zahnersatz bei Zahnlosigkeit.
In  31 kontrollierten (CCTs) und randomisierten, kontrollierte Studien (RCTs), lag das Verlustrisiko für die 2021 Sofortimplantate (96 Verluste) bei 4,75%. Bei den 2759 Spätimplantaten gab es lediglich 49 Misserfolge ((1,59%). Das relative Risiko für Implantatmisserfolge war also bei Sofortimplantaten mehr als doppelt so hoch RR = 2,27 (95% CI, 1,57-3,29).

 
Fazit:
Die Ergebnisse sollten aufgrund von statistischen Störfaktoren in den Studien, von denen die meisten nicht randomisiert waren, sorgsam interpretiert werden. Die vorliegenden Ergebnisse legen jedoch nahe, dass Sofortimplantate ein höheres Verlustrisiko haben.

Letzte Aktualisierung am Sonntag, 01. Mai 2016
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