Wissenschaftliche Kurzinfos (Abstracts) über Augmantations-Methoden in der Implantologie: Sinuslift, BMP, Distraktion, Knochenersatzmaterialien:

Prospektive, randomisierte Pilotstudie zur Sicherheit und Wirksamkeit rekombinanten menschlichen Wachstums- und Differenzierungsfaktors-5 als Beschichtung auf Beta-Trikalziumphosphat bei Sinusbodenaugmentation


Koch FP, Becker J, Terheyden H, Capsius B, Wagner W.
A prospective, randomized pilot study on the safetyand efficacy of recombinant human growth and differentiation factor-5 coated onto beta-tricalcium phosphate for sinus lift augmentation.
Clin Oral Implants Res. 2010 Nov;21(11):1301-8. 

Bei 31 Patienten mit einer residualen Sinusboden-Knochendicke von < 5 mm wurden eine einseitige Sinunsbodenaugmentation und eine Implantattherapie im zweizeitigen Verfahren durchgeführt. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip drei Behandlungsgruppen zugewiesen.

Patienten der Gruppe A und der Gruppe B erhielten eine Sinusbodenaugmentation mit einem Augmentat aus rekombinantem menschlichem Wachstums- und Differenzierungsfaktor-5 (recombinant human growth and differentiation factor-5, rhGDF-5) und Beta-Trikalziumphosphat (Beta-TCP).

In Gruppe A wurde ein Einheilungszeitraum von drei Monaten gewählt und in Gruppe B betrug die Heilungsphase vier Monate.

In Gruppe C wurde eine Sinusbodenaugmentation aus einer Mischung von BetaTCP und autologem Knochen durchgeführt und eine Einheilzeit von vier Monaten gewählt.

Primäres Ziel der Studie war die histomorphometrische Ermittlung, wie viel neuer Knochen sich innerhalb des augmentierten Bereichs während der Einheilzeit bilden konnte. Die Knochenregenerationsrate war in allen drei Gruppen vergleichbar und variierte in einem Ausmaß von 28% bis 31%.

Die zweite Zielgröße der Studie war die Augmentationshöhe, die röntgenologisch ermittelt wurde und die in den Gruppen A und B am höchsten war. Teilweise waren in diesen beiden, mit rhGDF-5/Beta-TCP behandelten Gruppen vorübergehend größere Mengen von Antikörpern gegen rhGDF messbar, die sich jedoch nicht negativ auf die Knochenneubildung auswirkten.

Andere unerwünschte Nebeneffekte durch das Augmentationsmaterial konnten nicht beobachtet werden. In den mit rhGDF behandelten Gruppen gingen vier der insgesamt 47 Implantate verloren.

Schlussfolgerung: Sinusbodenaugmentationen mittels rhGDF-5/Beta-TCP sind hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit vergleichbar mit Augmentationen mit Beta-TCP und autologem Knochen.

Letzte Aktualisierung am Montag, 01. November 2010