Wissenschaftliche Kurzinfos aus der Implantologie: Gerinnungshemmer, Antikoagulanzien

Randomisierte klinische Studie zur Einheilung von Implantaten mit hydrophiler oder hydrophober Oberfläche bei Patienten unter Antikoagulanzien-Therapie


Markovic A, Dinic A, Calvo Guirado JL, Tahmaseb A, Scepanovic M, Janjic B.
Randomized clinical study of the peri-implant healing to hydrophilic and hydrophobic implant surfaces in patients receiving anticoagulants.
Clin Oral Implants Res. 2017 Oct;28(10):1241-1247.

Das Ziel der randomisierten klinischen Studie war die Untersuchung des Einflusses zwei verschiedener Oberflächen (hydrophile SLActive- und hydrophobe SLA-Oberflächen) von TiZr-Implantaten auf die Überlebens- und Erfolgsrate bei Patienten, die orale Antikoagulanzien einnehmen. Eine weitere Fragestellung, die untersucht wurde, war, inwieweit durchmesserreduzierte Implantate bei Patienten unter Antikoagulanzien-Therapie erfolgreich eingesetzt werden können, um Augmentationsmaßnahmen zu vermeiden. Dazu wurden 80 durchmesserreduzierte TiZr Implantate (je zur Hälfte SLActive- und SLA-Implantate) bei 20 Patienten im Split Mouth-Verfahren eingesetzt. Nach einem Jahr betrugen die Überlebens- und Erfolgsraten 100,0 %.

In der SLActive-Gruppe konnte eine signifikante Abnahme des ISQ ab der ersten Woche nach dem Eingriff im Vergleich zum Insertionszeitpunkt gemessen werden. In der SLAGruppe war eine signifikante Abnahme des ISQ ab der dritten Woche post-OP messbar. In beiden Gruppen konnte eine signifikante Abnahme des ISQ zwischen der zweiten und dritten Woche nach Implantatinsertion beobachtet werden.

Zwischen beiden Gruppen konnten jedoch zu keinem Messzeitpunkt signifikante Unterschiede im ISQ ermittelt werden.


Schlussfolgerung: TiZr-Implantate mit reduziertem Durchmesser und SLActive- bzw. SLA-Oberfläche zeigen bei Patienten unter Antikoagulanzien-Therapie eine gute Osseointegration und führen zu vorhersehbaren Behandlungsergebnissen. Allerdings scheinen die oralen Antikoagulanzien die Knochenheilung zu beeinflussen, was zu niedrigeren ISQ nach drei Monaten im Vergleich zum Insertionszeitunkt führt, ohne jedoch die Implantatstabilität spürbar zu gefährden.

Letzte Aktualisierung am Mittwoch, 14. August 2019