Wissenschaftliche Kurzinformationen aus der Implantologie

Angulierte Implantate als Alternative zur Sinusbodenelevation im Oberkiefer: Eine klinische und radiologische Studie sowie eine Untersuchung mittels Periotest


Aparicio C, Perales P, Rangert B.
Tilted implants as an alternative to maxillary sinus grafting: a clinical, radiologic, and periotest study.
Clin Implant Dent Relat Res. 2001;3(1):39-49

Aufgrund der anatomischen Besonderheiten stellt die Implantatbehandlung im Oberkiefer noch immer eine große Herausforderung dar. Dabei ist die Sinusbodenelevation wegen ihrer Komplexität und eingeschränkten Vorhersehbarkeit noch nicht allgemein akzeptiert. Daher wurde in der vorliegenden Studie bei 25 Patienten mit starker Alveolarkammatrophie im Oberkiefer in der posterioren Maxilla eine Kombination aus geraden und angulierten Implantaten verwendet, ohne dass augmentative Maßnahmen im Bereich der Kieferhöhlen erfolgten. Von 101 Brånemark-Implantaten wurden 59 gerade und 42 anguliert eingesetzt und die Patienten anschließend mit 29 festsitzenden Teilprothesen versorgt. Nach einer fünfjährigen Beobachtungszeit lag die Überlebensrate bei den angulierten Implantaten bei 100% und bei den geraden Implantaten bei 96,5%. Die Erfolgsrate der prothetischen Suprakonstruktionen lag bei 100%. Der mittlere Verlust krestalen Knochens betrug bei den angulierten Implantaten 1,21 mm, während bei den geraden Implantaten ein Knochenverlust von 0,92 festgestellt werden konnte. Die mittleren Periotest-Werte (Periotest values, PTV) lagen bei den angulierten Implantaten zum Zeitpunkt der Erstbelastung bei -2,62 und nach fünf Jahren bei -4,73. Die Periotest-Werte betrugen bei den geraden Implantaten bei initialer Belastung -3,57 und nach fünf Jahren -5,00.

Schlussfolgerung: Die Verwendung angulierter Implantate scheint eine effektive und sichere Alternative zu augmentativen Maßnahmen im Bereich des Sinus maxillaris im Rahmen von Implantatversorgungen im Oberkiefer zu sein.

Letzte Aktualisierung am Mittwoch, 04. Februar 2004