Schlechte Zahnärzte in England: "Do-it-yourself"-Kits sind der Renner

Die Firma Dental Law Partnerships hat überprüft, in welchen Teilen Englands die meisten Zahnärzte wegen mangelhafter zahnmedizinischer Versorgungsleistung verklagt wurden. Hiernach ist die Wahrscheinlichkeit, in der Stadt Warrington einen schlechten Zahnarzt zu erwischen, 6mal höher als im Landesdurchschnitt. 

Welche Region in England hat die schlechtesten Zahnärzte?

Die Firma Dental Law Partnerships wertete alle erfolgreichen Klagen gegen Zahnärzte innerhalb Englands aus, und erstellte so eine geographische Übersicht der schlechtesten Zahnärzte. Der Nord-Westen auf Platz 1 führt knapp vor dem Süd-Osten. Yorkshire ist auf Platz 3. Dazu muss man sagen, dass keine Region bis auf Wales besonders gut abgeschnitten hat. Woran liegt das?

Die Menschen ziehen sich ihre Zähne selbst

Durch die wachsende Unzufriedenheit mit dem Zahnarzt wird die Do-It-Yourself-Zahnbehandlung immer populärer. Der Zahn schmerzt? Dann zieht man ihn sich einfach selbst- kein Aufwand. Die „British Health Foundation" fand heraus, dass rund 20 Prozent der Briten durchaus bereit sind, sich Zähne selbst zu ziehen, oder einen Freund darum zu bitten.
Aber auch sonstiges Heimwerkern an den eigenen Zähnen scheint sich durchzusetzen. Das für weniger als 5£ in Drogeriemärkten erhältliche Erste-Hilfe-Set des größten Anbieters DenTek, bestehend aus Desinfektionslösung, Zahnzement und temporärer Krone, wird pro Jahr über eine Viertelmillionen Mal verkauft. Eine Füllung beim Zahnarzt ist in England etwa 10 Mal so teuer wie das "Dental First Aid Kit" und wenn man ohnehin unzufrieden mit der Leistung seines Zahnarztes ist, scheint man sich lieber zu Hause selbst als Doktor zu versuchen.

Gute Behandlung beim Zahnarzt? Alles eine Frage des Geldes

Im Allgemeinen scheinen die gesetzlich versicherten Briten, sich alles andere als gut versorgt zu fühlen, wenn es um ihre Zähne geht. Das britische Gesundheitssystem „National Health Service“ (NHS) unterscheidet sich konzeptionell deutlich von dem sozialen Krankenversicherungssystem in Deutschland. Aufgrund des Finanzierungssystems, bekommen zum einen Patienten ausschließlich preisgünstige Behandlung mit Minimalaufwand im Stil der Massenabfertigung, zum anderen ist es für Zahnärzte nicht attraktiv, im Dienste der NHS zu arbeiten. Das zeigt sich deutlich in der Statistik des Dental Law Partnerships und der Dichte der Behandler. Während in Deutschland rund 90.000 Zahnärzte den öffentlichen Bedarf decken, sind es in England nur rund 40.000. Bei zu wenig Zahnärzten, kann der Patient froh sein, wenn er überhaupt einen Termin  bekommt, eine Auswahl von Behandlern steht nicht zur Verfügung. Dass bei Behandlungen das Kleinhalten von Kosten an erster Stelle steht, ist nur bedingt mit den Bedürfnissen des Patienten vereinbar, da sind Ärger und Klagen vorprogrammiert.

Der soziale Status lässt sich am Gebiss ablesen

Im Allgemeinen ist der Selbstanspruch bezüglich des äußeren Erscheinungsbildes und Sorge um die Gesundheit in gewissen sozialen Schichten nicht sonderlich hoch. Besonders ältere Menschen haben geringere Erwartungen an ihre Zahn- und Mundgesundheit und letztendlich an sich selbst. Es besteht ein verbreiteter Konsens, dass der Verlust aller Zähne ein natürliches und vor allem unvermeidliches Phänomen sei. Laut eines Forschungsberichts im „Journal of Dental Research“ haben die ärmsten 20 Prozent der Bevölkerung im Schnitt 8 Zähne weniger, als die Reichsten, wenn sie das Alter von 70 Jahren erreichen.

Das NHS liefert nicht

Die mangelhafte zahnmedizinische Versorgung ist ein landesweites Problem und dürfte sich nur durch eine Reformierung des Gesundheitssystems ändern lassen. Die Bewohner von Warrington, haben bis dahin wohl
die schlechtesten Karten. Die Klagen gegenüber Zahnärzten liegen hier 6 Mal höher als im Landesdurchschnitt. Also spart man sich den Zahnarzt und legt selbst Hand an.

Letzte Aktualisierung am Montag, 23. Oktober 2017
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