Verblendkrone, Metallkeramikkrone: die keramische Verblendung

Wenn eine Zahnkrone aufgrund eines zu starken Substanzverlusts eines Zahnes notwendig wird, sind die Ansprüche an Stabilität, Dauerhaftigkeit und auch Ästhetik . Vor der Ära der Zahnkronen aus Vollkeramik gab es vor allem metallische Kronen, die für eine verbesserte Optik mit zahnfarbener Keramik (Verblendung) überzogen wurden. Ein technisch gar nicht so einfacher Vorgang, der sehr hohe Temperaturen (Aufbrennkeramik) erfordert. Wenn auch metallfreie Kronen ästhetisch heutzutage die Nase vorne haben, gibt es noch viele Zahnärzte, die auf Metallkeramikronen schwören. Und auch für Zahnbrücken gehören sie aufgrund der sicheren Gerüststruktur (Gold, Stahl, Titan) längst nicht zum "alten Eisen". Es gab in den 70er und 80er Jahren eine Phase, Goldgerüste auch mit Kunststoff zu verblenden. Das wenig abriebfeste Material verabschiedete sich aber mit der Zeit, so dass nachher Goldgerüste mit kleinen gelb-braunen Inseln übrig bleiben. Auch Zirkonoxid kann übrigens mit keramisch verblendet werden s.u.   

 Verblendbrücke Metallkeramikbrücke

Verblendbrücke
von der Seite

 Metallkeramikbrücke
von unten

Metallkeramikkronen: Verblendkeramik auf einer Metallkappe 

Eine Verblendung ist ein Umhüllungsmaterial zur weiteren Formgebung und ästhetischen Gestaltung von Kronen. pricht Hierbei nutzt man die Vorteile eines Metallgerüsts bzw. einer Kappe für einen sicheren, dichten Randschluss an einem Zahn (siehe Metallkrone), und ergänzt die äussere Form für eine bessere ästhetisceh Gestaltung. Als Verblendmaterialien kommen hauptsächlich sogenannte Aufbrennkeramiken zum Einsatz, die bei hohen Temperaturen in speziellen Dentalöfen verarbeitet werden. Sie sorgen für die zahnfarbene äussere Form, die Bisskontakte zum Gegenkiefer (Antagonist) und die Funktion beim Kauen und Abbeissen. Mit keramischen Verblendungen ist ja nach Aufwand und Können des Zahntechnikers eine hervorragende Ästhetik zu erreichen, jedoch können sichtbare Ränder bei Metallkeramikkronen sowie die fehlende Lichtdurchlässigkeit (Transparenz) den Eindruck trüben.

  • Haltbarkeit: Dichtigkeit von Metallgerüsten: unübertroffen. Die Keramikverblendung kann frakturieren/abplatzen ca. 5%, was aber die Haltbarkeit nicht beeinträchtigen muss.
  • Verträglichkeit: abhängig vom Metall. Titan optimal, Gold sehr gut, Stahl nicht unumstritten. Ein Zahn muss für eine Verblendkrone stärker beschliffen werden als für eine Metallkrone
  • Aussehen: Gut bis sehr gut, verliert aber gegen die Vollkeramik
  • Kosten: Privatleistung (Frontzahn nur bei Vollverblendung). Bei Goldgerüsten wohl. teuerste Versorgung, mit Stahlgerüst eher günstig. 

Zirkonoxidverblendkronen

Mit der Entwicklung von Hochleistungsjkeramiken begann der Siegeszug der Zirkonoxidkeramik für die stabile Kronen- Brückenversorgung. Zirkonoxid lässt sich einerseits vollanatomisch (aus einem Stück in endgültiger Form) per CAD/CAM-Verfahren fertigen, andererseits als Gerüstsruktur fräsen, was dann durch Verblendkeramiken in Form, Farbe und Funktion angepasst werden kann. Zirkonoxidkeramiken gehören damit sowohl in die Rubrik "Verblendkeramik" als auch als zu der Gruppe der metallfreien, vollkeramischen Versorgungen.

  • Haltbarkeit: Dichtigkeit/Passung von Zirkongerüsten: gut bis sehr gut. Die Keramikverblendung kann frakturieren/abplatzen (Chipping)bis ca. 10%. Auch die Gerüste können frakturieren.
  • Verträglichkeit von Zirkon ist unübertroffen. Die Verblendkeramik gilt ebenfalls als einwandfrei.  Ein Zahn muss für eine Zirkonverblendkrone stärker beschliffen werden als für eine Metallkrone
  • Aussehen: Sehr gut, aufgrund der schlechteren Transparenzssteuerung nicht ganz so gut wie  andere Vollkeramikkronen
  • Kosten: Privatleistung (Frontzahn nur bei Vollverblendung). 

Mit Kunststoff verblendete Krone

Wie bereits erwähnt, stellte die Verblendung von Metallgerüsten mit Kunststoffen eine "Mode" der 70er und 80er-Jahre dar, die hinsichtlich Dauerhaftigkeit und Ästhetik unzureichende Ergebnisse erzielte und daher nicht mehr zu den wissenschaftlich akzeptablen Kronenversorgungen zu zählen ist. Verblendungen aus Kunststoff finden lediglich bei herausnehmbarem Zahnersatz Verwendung, bei den sogenannten Teleskopprothesen

Weitere Material-Optionen für Zahnkronen

Die Kassen bezuschussen bei Überkronungsbedürftigkeit eines Zahnes nach Antrag mit einem Heil- und Kostenplan (HKP) (medizinische Indikation)  die Behandlung: den Festzuschuss für eine Krone. Hier gibt es Infos zu den Kosten für eine Zahnkone.

implantate.com-Fazit:

Metallkeramikronen haben weiterhin ihre Fans. Ästhetisch können sie durchaus top gestaltet werden und die Haltbarkeit ist prima. 


Literatur:

Wolfgang Gernet, Reiner Biffar,  Norbert Schwenzer und Michael Ehrenfeld; Zahnärztliche Prothetik; Thieme-Verlag (9. März 2011) 
Heinrich Friedrich Kappert, Karl Eichner Zahnärztliche Werkstoffe und ihre Verarbeitung, Bd. 2: Werkstoffe unter klinischen Aspekten,  Thieme; Auflage: 6. Bearb. u. erg. (24. September 2008)

Letzte Aktualisierung am Montag, 06. April 2015



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