Vollkeramikkronen: metallfreie Zahnkronen aus Zirkon, IPS e.max® oder Empress®-Keramikkrone

Durch die ständige Weiterentwicklung in der Keramikforschung scheinen Vollkeramikkronen sich zum idealen Material zu mausern, um einen durch Karies, Unfall oder Substanzverlust stark geschädigten Zahn wiederherzustellen, zu "überkronen". Die Dauerhaftigkeit/Belastbarkeit ist gegeben, die Ästhetik nicht zu übertreffen und die Verträglichkeit als metallfreie Versorgung ist auch bestmöglich. Vollkeramikkronen werden dabei nicht für die Versorgung von Zähnen sondern auch für Implantatkronen verwendet.

Frontzaehne vor Überkronung Vollkeramikkronen Frontzähne

Frontzähne vor
Überkronung

4 Frontzahnkronen
Vollkeramik

Hohe Stabilität und maximale Ästhetik: Vollkeramik hat viele Facetten

Seit der Ära der Jacketkronen sind Vollkeramikkronen für Frontzähne populär. Durch die Vielfalt der keramischen Dentalwerkstoffe hat die Vollkeramik den Zahnersatz der Kronen- und Brückentechnik weitgehend erobern können. Gold findet aufgrund der hohen Kosten und unzeitgemäßen Ästhetik immer weniger Verwendung.
Keramik ist aber nicht gleich Keramik. Hochfestes Zirkonoxid unterscheiden sich in puncto Stabilität erheblich von Feldspat-, Glas- oder Alumiumoxidkeramiken, deren Vorteile in der leichten Verarbeitung und/oder Ästhetik liegen.

IPS e.max-Kronen: schön und stabil

Das von Ivoclar Vivadent entwickelte IPS e.max® besteht aus Lithium-Disilikat-Glaskeramik. Es bietet vielseitige Optionen. Es ist für die CAD/CAM-Fertigung geeignet, d.h. man kann eine Krone abdruckfrei nach einem Scan (im Mund) aus einem Rohling farblich passend fräsen.

Transparente Keramiken sind von ihrem Lichtfluss immer dann ideal, wenn die Umgebung (sprich der darunter liegende Zahnstumpf) von der Farbe her aufgenommen werden soll. Ein dunkler Zahnstumpf benötigt dagegen eine abdeckende (opake) Keramik, damit es nicht dunkel durchschimmert. E.max steht als Schichtmaterial für die ästhetisch perfekte Anpassung zur Verfügung, mit der Farbe und Lichtdurchfliuss (Transluzenz, Opazität) perfekt ausgewählt werden kann.

Als homogenes Keramikmaterial (Monobody) ist die Stabilität sehr hoch und die Bruchgefahr (Abplatzungen) geringer als bei Verblendkeramiken. Aufgrund der guten Stabilität wird IPS e.max® auch als Abutment für Implantatkronen angeboten.

Zirkonoxidkeramikkronen: Verblendung mit Nachteilen

Zirkonoxid gilt als Alleskönner für die Versorgung mit metallfreiem Zahnersatz und hat dem Gold als Basismaterial für festsitzenden Zahnersatz den Rang abgelaufen. Es besitzt eine hochstabile Struktur und wird für die Fertigung von Zahnkronen und Zahnbrücken aus sogenannten Rohlingen gefräst. Entweder aus einem Stück (vollanatomisch, Monobody) oder als Gerüstmaterial für eine anschließende Verblendung.

 

 Verblendete Zirkonoxidbrücke  Verblendete Zirkonbrücke

Verblendete Zirkonbrücke

Verblendete Zirkonbrücke,
ästhetisch individualisiert

Vollanatomisches Zirkonoxid: stabil aber ästhetisch noch nicht perfekt

Aus einem Stück gefräste Zirkonkronen sind aufgrund ihrer homogenen Struktur besonders stabil. Eingeklebt sind Ihrer Kaubelastung keine Grenzen gesetzt. Die Härte der Vollzirkonkronen hat aber auch Nachteile: das Bearbeiten durch den Zahnarzt (Einschleifen oder Entfernung durch Auftrennen) ist mühsam und der Aufbiss und Abrieb am Gegenzahn kann stärker als gewohnt sein.
Die individuelle Farbgebung wird vor allem durch Bemalen (Keramikfarben) gesteuert. Optimierung bei der Transparenz und Vielfalt in der Grundfarbe sind aber in der Entwicklung, so dass die Ästhetik in Zukunft an die der verblendeten Zirkonkeramik (s.u.) oder e.max® s.o. heranreichen könnte.
Die Fertigungskosten sind relativ niedrig, stehen also auch als Option für günstigen Zahnersatz zur Verfügung.

Verblendetes Zirkonoxid: ästhetisch gut aber Frakturen nicht selten

Hier wird zunächst ein passgenaues, stabiles Gerüst nach dem CAD/CAM-Verfahren gefräst. Form- und Farbgebung erfolgt dann durch keramische Verblendung, wie bei einem Metallgerüst. Ästhetisch ist ein sehr gutes Ergebnis möglich, wobei der Transparenzgrad (noch) nicht perfekt steuerbar ist.
Als weiterer Nachteil muss auch das Chipping (Form der keramischen Abplatzung) genannt werden, das statistisch 10% erreichen kann. Auch verursacht eine Verblendung als Arbeitsgang zusätzliche Kosten.
Als Einzelkrone hat verblendetes Zirkon Nachteile gegenüber einer e.max®-Krone,. Als Konzept für (insbesondere größere) Zahnbrücken entfaltet es jedoch sein Potential.

Empress®: das ästhetische Nonplusultra kommt in die Tage

Die Möglichkeiten der individuellen Farbgestaltung durch Schichtung und Bemalung eröffneten Empresskronen in den 80er Jahren die Tür zu Kronenversorgungen die tatsächlich wie echte Zähne und nicht mehr nur wie künstliche Kronen aussahen. Die Leuzit-Glaskeramik ist jedoch weit weniger stabil als ihre keramischen Schwestern e.max oder Zirkon. Ästhetisch zwar immer noch top, lässt die mangelnde Stabilität eine Versorgung im Seitenzahnbereich (Backenzähne) nicht zu. Empress®-Kronen müssen zudem penibel mit einem adhäsiven Klebesystem feuchtigkeitsfrei eingesetzt werden, was die Abwägung Nutzen vs. Aufwand auf Frontzahnkronen und Veneers (Verblendschalen) begrenzt.

Vorteile von Vollkeramikkronen

  • Perfekte Ästhetik möglich (z.B. IPS e.max®, Empress®)
  • Hohe Stabilität (vollantanatomisches Zirkon, IPS e.max®)
  • Sehr gute Verträglichkeit (keine Allergien)
  • Günstige Fertigungskosten (vollantanatomisches Zirkon), vorab gut kalkulierbare Kosten

Nachteile der Vollkeramik

  • Abplatzungen und Keramikbrüche möglich
  • Gute Verklebung nötig, teure Kleber
  • vollantanatomisches Zirkon ist schwer zu bearbeiten

Alternativen

Kosten für Keramikkronen

Die Kassen müssen bei Überkronungsbedürftigkeit (medizinische Indikation) ihren Pflichtteil zahlen, den Festzuschuss für eine Krone.
Vollanatomisches Zirkon ist in der Fertigung kostengünstig. Die Laborkosten liegen selbst bei deutscher Fertigung selten über 200€. Bei ästhetisch höchsten Ansprüche wird man aber dem Zahntechniker auch mal Künstlerhonorar entrichten müssen. Da kann die Krone schon mal mit gut 400€ zu Buche schlagen.
Hier gibt es mehr Infos zu den Kosten für eine Zahnkone.

implantate.com-Fazit:

Den Vollkeramiken gehört die Zukunft bei der Überkronung von Zähnen. Verträglichkeit und Ästhetik sind top, die Kosten übersichtlich, und die Haltbarkeit ist auch gut.

 

Literatur:
Wolfgang Gernet, Reiner Biffar, Norbert Schwenzer und Michael Ehrenfeld; Zahnärztliche Prothetik; Thieme-Verlag (9. März 2011)
M. Kern, R. J. Kohal, A Mehl und P Pospiech, Vollkeramik auf einen Blick: Leitfaden zur Indikation, Werkstoffauswahl, Vorbereitung und Eingliederung von vollkeramischen Restaurationen; Arbeitsgemeinschaft f. Keramik in d. Zahnheilkunde (Mai 2012)

Letzte Aktualisierung am Freitag, 31. März 2017



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