Vollkeramikkronen: metallfreie Zahnkronen aus Zirkon, IPS e.max® oder Empress®-Keramikkrone

Eine Zahnkrone wird benötigt, wenn ein Zahn durch Karies, Unfall oder Substanzverlust anderer Ursache so geschädigt ist, dass eine Zahnfüllung nicht mehr ausreicht, um ihn in seiner Form und Funktion wiederherzustellen. Durch de ständige Weiterentwicklung der Keramiken scheinen diese heutzutage hierfür die beste Wahl bezüglich des modermem Anforderungsprofils an eine Zahnkrone zu sein. Die Dauerhaftigkeit/Belastbarkeit ist gegeben, die Ästhetik nicht zu übertreffen und die Verträglichkeit als metallfreie Versorgung ist auch bestmöglich. Vollkeramikkronen werden dabei nicht für die Versorgung von Zähnen sondern auch für die Herstellung eines neuen Zahns auf einem Implantat verwendet. 

 

Frontzähne vor Überkronung Vollkeramikkronen Frontzähne

 Forntzahnregion vor
Kronenversorgung

 4 Frontzahnkronen
Vollkeramik

 

Von der Jacketkrone bis zum Zirkonoxid: Vollkeramik hat viele Facetten

Seit der Ära der Jacketkronen sind Vollkeramikkronen für Frontzähne populär. Durch die steigenden Goldkosten und verbesserten technologischen Möglichkeiten bezüglich Material und Fertigung, haben Vollkeramiken heutzutage den Zahnersatz der Kronen- und Brückentechnik weitgehend erobern können. Das hat vor allem mit der Vielfalt der keramischen Dentalwerkstoffe zu tun, denn Keramik ist nicht gleich Keramik. Hochfeste Zirkonoxidkeramiken unterscheiden sich in punkto Stabilität, Transparenz und Fertigungstechnologie erheblich von Feldspat-, Glas- oder Alumiumoxidkeramiken, die alle ihre Berechtigung in der Zahnheilkunde haben. 

  • Haltbarkeit: Stabilität vom Material abhängig. Keramikverblendungen (auf Zirkongerüsten) können frakturieren/abplatzen, "Chipping" bis 10%.
  • Verträglichkeit: Sehr gut bis perfekt, aber mehr Zahnabtrag notwendig als bei Metallkronen nötig.
  • Aussehen: Sehr gut bis bestmöglich.
  • Kosten: Privatleistung sowohl Labor als auch Zahnarzt. Vollanatomische Keramik günstiger als Verblendungen. Weitere Infos zu Kosten einer Zahnkrone.  

IPS e.max®

Das vom Hersteller Ivoclar Vivadent entwickelte Lithium-Disilikat-Glaskeramik IPS e.max gilt als besonders vielseitig einsetzbar, wenn es um die Kronenversorgung von Einzelzähnen geht. Es besteht hier die Möglichkeit Kronen in verschiedenen Farbhgebungen direkt aus Keramikrohlingen nach optischer Abdrucknahme zu fräsen (CAD/CAM), oder als Pressmaterial eine Schichtung zwischen Kappe und Aussenbereich vorzunehmen, um eine optimale Farbgebung hinzubekommen und die  Transluzenz (Opazität) entsprechend zu steuern. Hochtransparente Keramiken sind von ihrem Lichtfluss nur dann perfekt, wenn die Umgebung (sprich der darunter liegende Zahnstumpf) von der Farbe her aufgenommen werden soll. Ein dunkler Zahnstumpf benötigt aber einen viel geringeren Transparenzgrad (opak), um die passende Farbe zum Nachbarzahn hinzubekommen.

Als homogenes Keramikmaterial (Monobody) ist die Stabilität sehr hoch und die Bruchgefahr (Abplatzungen) geringer als bei Verblendkeramiken. Aufgrund der guten Stabilität wird IPS e.max® auch als Abutment für Implantatkronen angeboten.

Zirkonoxidkeramik 

Zirkonoxid gilt als Alleskönner für die Versorgung mit metallfreiem  Zahnersatz und hat dem Gold als Basismaterial für festsitzenden Zahnersatz den Rang abgelaufen. Es besitzt eine hochstabile Struktur und werden für die Fertigung von Zahnkronen und Zahnbrücken aus sogenannten Rohlingen entweder aus einem Stück (vollanatomisch. Monobody) gefräst oder als Gerüstmateriial für eine anschliessende Verblendung

 

 Verblendete Zirkonoxidbrücke  Verblendete Zirkonbrücke

 Verblendete Zirkonbrücke

  Verblendete Zirkonbrücke,
ästhetisch individualisiert

 

Vollanatomisches Zirkonoxid: stabil aber ästhetisch nicht pefekt

Vollanatomische Zirkonkronen sind super stabil. Eingeklebt sind Ihrer Kaubelastung keine Grenzen gesetzt. Der Aufbiss von Vollzirkonkronen ist allerdings sehr hart, und das Bearbeiten durch den Zahnarzt (Einschleifen oder Entfernung durch Auftrennen) mühsam. Zudem ist die indviduelle Farbgebung nur durch Bemalen (Keramikfarben) möglich und Transparenzgrad kaum steuerbar, so dass für ästhetisch anspruchsvolle Lösungen die verblendete Zirkonkeramik (s.u.) oder e.max® s.o. besser ist. Die Fertigungskosten für vollanatomische  Zirkonkronen sind aber eher niedrig, stehen also auch als Option für günstigen Zahnersatz zur Verfügung. 

Verblendetes Zirkonoxid: farblich steuerbar aber Abplatzungen möglich

Zirkongerüste werden auch nach dem CAD/CAM-Verfahren gefräst und werden mit individueller Keramik überzogen (Verblendung) und so ästhetisch und in der Formgebung angepasst/optimiert. Sie sind damit der Verblendkrone zuzuordnen, <input class="c-inputButton" title="Dokument speichern" type="image" name="_savedok" src="typo3/clear.gif" />bei der das klassisch Metallgerüst (Metallkeramik) durch ein Zrikongerüst als metallfreie Option ersetzt wurde. Ästhetisch ist ein sehr gutes Ergebnis möglich, wobei der Transparenzgrad (noch) nicht so gut steuerbar. Als weiterer Nachteil muss auch das Chipping (Form der keramischen Abplatzung) genannt werden, das statistisch 10% erreichen kann. Als Einzelkrone bleibt die verblendete Version daher hinter einer e.max®-Krone zurück, als  Gerüst für (insbesondere grössere) Zahnbrücken entfaltet es jedoch sein Potential. 


Empress®: das ästhetische Nonplusultra kommt in die Tage

Durch die Möglichkeiten der indivisuellen Farbgestaltung durch Schichtung und Bemalung eröffneteten Empresskronen in den 80er Jahren die Tür zu Kronenversorgungen die tatsächlich wie echte Zähne und nicht mehr nur wie neue Kronen aussahen. Die Leuzit-Glaskeramik ist jedoch weit weniger stabil als ihre keramischen Schwestern e.max oder Zirkon. Ästhetisch zwar immer noch top, lässt das Stabilitätsrisko eine Vesrsorgung im Seitenzahnbereich (Backenzähne) nicht zu. Die Empress®-Kronen müssen penibel mit einem adhäsiven Klebesystem feuchtigkeitsfrei eingesetzt werden, was die Abwägung Nutzen vs. Aufwand auf Frontzahnkronen und Veneers (Verblendschalen) begrenzt. 

Weitere Material-Optionen für Zahnkronen

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt bei Überkronungsbedürftigkeit (medizinische Indikation) einen Teil der Kosten für die Behandlung: den Festzuschuss für eine Krone. Hier gibt es Infos zu den Kosten für eine Zahnkone.

implantate.com-Fazit:

Den Vollkeramiken gehört die Zukunft bei der Versorgung von überkronungsbedürftigen Zähnen. verträglichkeit und Ästhetik sind top und die Haltbarkeit ist auch gut.

 

Literatur:
Wolfgang Gernet, Reiner Biffar,  Norbert Schwenzer und Michael Ehrenfeld; Zahnärztliche Prothetik; Thieme-Verlag (9. März 2011) 
M. Kern, R. J. Kohal, A Mehl und P Pospiech, Vollkeramik auf einen Blick: Leitfaden zur Indikation, Werkstoffauswahl, Vorbereitung und Eingliederung von vollkeramischen Restaurationen; Arbeitsgemeinschaft f. Keramik in d. Zahnheilkunde (Mai 2012)

Letzte Aktualisierung am Freitag, 24. April 2015



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