Prävalenz, Inzidenz sowie Risiko- und Schutzfaktoren periimplantärer Weichgewebsdehiszenzen – systematischer Review mit Meta-Regression

Zielsetzung Der systematische Review mit Meta-Regression untersuchte, wie häufig periimplantäre Weichgewebsdehiszenzen an gesunden, nicht erkrankten Implantaten auftreten und welche Faktoren ihr Auftreten begünstigen oder verhindern.

Material und Methoden Eingeschlossen wurden Querschnitts- und prospektive Studien; mit gemischten uni- und multivariablen Mehrebenen-Regressionsanalysen wurden die Einflussfaktoren identifiziert. Insgesamt 221 Studien wurden ausgewertet.

Ergebnisse Die mittlere Prävalenz periimplantärer Weichgewebsdehiszenzen lag bei 46,2 %, die mukosaler Rezessionen bei 23,1 %. Innerhalb von fünf Jahren nach Belastung betrug die Inzidenz bis zu 38,3 % (Weichgewebsdehiszenzen), 47,8 % (Rezessionen) bzw. 23,6 % (apikale Verschiebung des Mukosaniveaus). Als Risikofaktoren erwiesen sich eine geringe Mukosadicke, die Sofortimplantation, eine fehlende Weichgewebsaugmentation sowie ein Mangel an keratinisierter Mukosa; schützend wirkten die geführte (navigierte) Implantatchirurgie, ein Knochenaufbau bei der Implantatinsertion, die Weichgewebsaugmentation sowie eine ausreichende Breite keratinisierter Mukosa und Mukosadicke.

Schlussfolgerung Die Autoren folgern, dass periimplantäre Weichgewebsdehiszenzen auch ohne Erkrankung häufig sind und sich durch gewebeschonende Planung und gezielte Augmentation deutlich reduzieren lassen.

Tavelli L, Barootchi S. Prevalence, incidence, risk, and protective factors for soft tissue dehiscences at implant sites in the absence of disease: An AO/AAP systematic review and meta-regression analysis. J Periodontol. 2025;96(6):562-586. https://doi.org/10.1002/JPER.24-0119

Letzte Aktualisierung am Montag, 27. Juli 2026

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