Zielsetzung Der systematische Review mit Metaanalyse verglich die Stabilität der periimplantären Mukosa zwischen einem „offenen“ Einheilungskonzept und dem klassischen primären Nahtverschluss bei Sofortimplantation. Beim offenen Konzept wird das Implantat sofort inseriert, der bukkale Spalt mit partikulärem Knochenersatzmaterial augmentiert und nicht-okklusal transmukosal sofortversorgt, ohne dichten Lappenverschluss.
Material und Methoden Die Recherche folgte den PRISMA-Vorgaben und schloss mehrere Datenbanken bis Mai 2025 ein; primärer Endpunkt war die Höhe des mittfazialen Mukosaniveaus. Aus 362 Datensätzen wurden zwölf Studien mit 431 Patienten und 438 Implantaten eingeschlossen; die meisten wiesen ein niedriges Verzerrungsrisiko auf, bei allerdings heterogener Endpunkterfassung.
Ergebnisse Die Metaanalyse zeigte nur geringe Veränderungen des mittfazialen Mukosaniveaus zwischen Test- und Kontrollgruppe und damit eine gute Stabilität des periimplantären keratinisierten Gewebes. Auch die übrigen Weich- und Hartgewebsparameter – Papillenbewertung, Mukosadicke, marginaler Knochenverlust, bukkale Knochendicke und Implantatüberleben – unterschieden sich nicht relevant zwischen den Gruppen.
Schlussfolgerung Die Autoren werten das offene Einheilungskonzept mit partikulärem Knochenaufbau bei der Sofortimplantation als tragfähige, minimalinvasive Option, die die mittfaziale Mukosa stützt und die Weich- und Hartgewebsstabilität erhält und zugleich den Bedarf an mehrfachen chirurgischen Eingriffen verringert. Zur Bestätigung seien jedoch weitere qualitativ hochwertige randomisierte kontrollierte Studien erforderlich.
Zadikian CC, Clerc MM, Zadikian JL, Kerner S, Duong L, Isaac J, et al. Impact of an open healing approach on peri-implant mucosa following immediate implant placement with transmucosal provisionalization: a systematic review and meta-analysis. BMC Oral Health. 2026;26(1). https://doi.org/10.1186/s12903-026-08105-z