Rao Qin, Yue Chen, Chong Han, Dongchao Wu, Feiyan Yu, Dongning He
Immediate Implant Placement With or Without Immediate Provisionalization in the Maxillary Esthetic Zone: A Systematic Review and Meta-analysis, PMID: 37279220
Int J Oral Maxillofac Implants. 2023;38(3):422-434c. doi: 10.11607/jomi.10112.
Ziel: Ziel dieser Arbeit war es, zu untersuchen, ob die Sofortimplantation mit unmittelbarer Belastung im Vergleich zur verzögerten Belastung zu unterschiedlichen Ergebnissen hinsichtlich des mittelfazialen Mukosaniveaus in der ästhetischen Zone des Oberkiefers führt.
Material und Methoden: Eine Literaturrecherche wurde in vier elektronischen Datenbanken (PubMed, Web of Science, Embase und Cochrane Library) durchgeführt, um klinische Studien zu identifizieren, die bis Dezember 2021 veröffentlicht wurden. Eingeschlossen wurden ausschließlich randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), die eine Sofortimplantation mit und ohne Sofortbelastung in der ästhetischen Zone des Oberkiefers bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von mindestens 12 Monaten verglichen. Die Studienqualität wurde mit dem Cochrane Risk-of-Bias-Tool bewertet. Die Heterogenität der Daten wurde mittels Chi-Quadrat-Test (P < .05) und I²-Index analysiert. Bei signifikanter Heterogenität wurde ein gemischtes Modell verwendet, andernfalls ein Random-Effects-Modell. Für kontinuierliche Variablen wurden standardisierte mittlere Differenzen (SMD) mit 95 %-Konfidenzintervallen (KI) berechnet, für dichotome Variablen Risiko-Verhältnisse (RR) nach der Mantel-Haenszel-Methode. Die Studie ist unter der PROSPERO-Nummer CRD42017078611 registriert.
Ergebnisse: Von 5.553 identifizierten Studien wurden 8 RCTs eingeschlossen, die Daten zu 324 Sofortimplantaten lieferten (Sofortimplantate mit unmittelbarer Belastung [IPIL]: 163; Sofortimplantate mit verzögerter Belastung [IPDL]: 161), mit einer Nachbeobachtungszeit von 12 bis 60 Monaten. Die Metaanalysen zeigten signifikant geringere Veränderungen des mittelfazialen Mukosaniveaus bei IPIL im Vergleich zu IPDL (Differenz: −0,48 mm; 95 %-KI: −0,84 bis −0,12; P = .01) sowie stärkere Papillenrezessionen nach IPDL (SMD −0,16; 95 %-KI: −0,31 bis 0,00; P = .04). Unterschiede in Implantatüberleben und marginalem Knochenverlust zwischen den beiden Gruppen waren statistisch nicht signifikant. Auch Plaqueindex (SMD 0,03; 95 %-KI: −0,22 bis 0,29; P = .79) und Sondierungstiefen (SMD −0,09; 95 %-KI: −0,23 bis 0,05; P = .21) zeigten keine signifikanten Unterschiede. Dagegen war bei IPIL eine höhere Blutungsneigung auf Sondierung (SMD 0,22; 95 %-KI: 0,01 bis 0,42; P = .04) und eine geringere Veränderung der fazialen Kammkontur (SMD 0,94; 95 %-KI: −1,49 bis −0,39; P < .01) festzustellen.
Schlussfolgerung: Nach einer Nachbeobachtungszeit von 12 bis 60 Monaten zeigte sich bei Sofortimplantation mit Sofortbelastung (IPIL) eine um 0,48 mm geringere Absenkung des mittelfazialen Mukosaniveaus im Vergleich zur verzögerten Belastung (IPDL). Sofortimplantation mit Sofortbelastung unterstützt den Erhalt der physiologischen Weich- und Hartgewebsarchitektur und bietet insbesondere im Frontzahnbereich deutliche ästhetische Vorteile. Daher sollte IPIL in der ästhetischen Zone in Betracht gezogen werden, sofern eine ausreichende Primärstabilität des Implantats gegeben ist.
