Die Effekte systemischer Erkrankungen und Medikamente auf die Osseointegration von Implantaten. Eine systematische Übersichtsarbeit

Aghaloo, Tara; Pi‑Anfruns, Joan; Moshaverinia, Alireza; Sim, Danielle; Grogan, Tristan; Hadaya, Danny
(2019)
The Effects of Systemic Diseases and Medications on Implant Osseointegration: A Systematic Review
International Journal of Oral & Maxillofacial Implants, https://doi.org/10.11607/JOMI.19SUPPL.G3

Seit ihrer Entwicklung haben sich dentale Implantate zu einem der häufigsten Verfahren zur Rehabilitation fehlender Zähne entwickelt. Bei zunehmender Verbreitung ist die Bestimmung der Faktoren, die die Osseointegration beeinflussen, von großer Bedeutung. Medizinische Risikofaktoren, die identifiziert wurden und die Osseointegration negativ beeinflussen können, umfassen Diabetes und Osteoporose. Andere systemische Erkrankungen und Medikamente, die die Wundheilung stören, wurden weniger umfassend untersucht. Ziel dieser systematischen Übersichtsarbeit war die Bewertung des Effekts systemischer Störungen einschließlich Diabetes und Osteoporose auf die Implantat‑Osseointegration sowie die Prüfung weiterer Erkrankungen (z. B. neurokognitive Erkrankungen, Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen, HIV, Hypothyreose, rheumatoide Arthritis) und von Medikamenten wie selektiven Serotonin‑Wiederaufnahmehemmern (SSRIs), Protonenpumpenhemmern (PPIs) und Antihypertensiva. Obwohl die Literatur nicht eindeutig zeigt, dass Diabetes die Osseointegration negativ beeinflusst, fokussieren sich die meisten Studien auf gut eingestellte Diabetiker und den Gebrauch prophylaktischer Antibiotika; langfristig wurden jedoch vermehrt Knochen‑ und Weichgewebskomplikationen berichtet. Für Osteoporose zeigen neuere Studien und Übersichtsarbeiten ebenfalls keine reduzierte Osseointegrationsrate, doch ist Vorsicht geboten wegen des Risikos einer Kiefernekrose, insbesondere bei Patienten mit Knochenmalignomen. Es gibt keine direkten Belege, dass Patienten mit HIV, Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen, neurologischen Störungen, Hypothyreose oder rheumatoider Arthritis eine verringerte Osseointegrationsrate besitzen. Vorläufige Hinweise deuten jedoch darauf hin, dass Medikamente wie SSRIs oder PPIs die Osseointegration negativ beeinflussen könnten. Diese Befunde sind relativ neu und müssen durch fortlaufende Forschung validiert werden. Zudem komplizieren Krankheitskontrolle, Begleitmedikationen und Komorbiditäten die Osseointegration und sollten die klinische Entscheidungsfindung leiten.

Letzte Aktualisierung am Sonntag, 09. November 2025