Ziel Die Risikofaktoren der Implantattherapie umfassen allgemeine und lokale Bedingungen, die durch verschiedene Mechanismen das Risiko für kurz‑ und langfristige Misserfolge erhöhen können. Ziel dieser Studie war die Bewertung der Implantat‑Erfolgs‑ und Erfolgsraten bei einzelnen und multiplen Risikofaktoren. Patienten und Methoden Für die Fragestellung wurde eine retrospektive Kohortenstudie mit 225 Patienten und insgesamt 871 gesetzten Implantaten durchgeführt. Berücksichtigt wurden folgende Risikofaktoren: Rauchen, Bruxismus, Knochenaugmentationsmaßnahmen und das Vorhandensein von Belastungsrisiken (Verhältnis Krone/Implantat > 0,8; Achsabweichung > 25°; Vorhandensein von Kragarmen). Die Nachbeobachtungszeit reichte von 10 bis 18 Jahren (Durchschnitt 13,6 Jahre). Misserfolge wurden in Kurz‑ und Langzeitfehler unterteilt; als Erfolgskriterien wurden die von Albrektsson und Zarb veröffentlichten Kriterien verwendet. Ergebnisse Von 871 gesetzten Implantaten erfüllten 138 nicht die Erfolgskriterien (Erfolgsrate 84,16 %); 60 (43,47 %) wurden als „früher Ausfall“ und 78 als „später Ausfall“ klassifiziert. Insgesamt wurden 70 Implantate entfernt, mit einer Überlebensrate von 91,96 %. Schlussfolgerungen Das Vorhandensein eines einzelnen Risikofaktors führt nicht zwangsläufig zu einem markanten Anstieg des Misserfolgsrisikos. Unter den analysierten Faktoren erwies sich Bruxismus als am gefährlichsten, selbst wenn er allein vorlag. Die Kombination von Bruxismus und Belastungsrisiko zeigte die schlechtesten Ergebnisse (Erfolgsrate 69,23 %) und könnte als relative/absolute Kontraindikation für Implantatbehandlung angesehen werden.
F. De Angelis; Piero Papi; F. Mencio; Daniele Rosella; S. Di Carlo; Giorgio Pompa,
Implant survival and success rates in patients with risk factors: results from a long-term retrospective study with a 10 to 18 years follow-up
European Review for Medical and Pharmacological Sciences, (2017), https://iris.uniroma1.it/bitstream/11573/945454/1/De-Angelis_Implant_2017.pdf
