Lexikon

Primäre Stabiltät

Die Primärstabilität eines Implantats beschreibt den Halt im Knochen, den ein Implantat nach Einbringen erreicht. Sie ist vor allem von 4 Faktoren abhängig:
• Knochendichte
• Implantatgeometrie
• Art der Implantatbett-Aufbereitung (Vorbohren)
• Kraft beim Eindrehen (Drehmoment)

Konische Implantatformen mit ausladenden Gewindegängen erzielen grundsätzlich eine höhere Primärstabilität als parallelwandige Implantate. Obwohl eine gute Primärstabilität ein wesentlicher Faktor für die erfolgreiche Osseointegration darstellt, kann mit der Steigerung der Primärstabilität über ein gewisses Maß, z.B. Erhöhung des Drehmoments beim Einbringen, der Erfolg nicht verbessert werden. Im harten Knochen erhöht sich dann das Risiko für eine Schädigung des Knochens und des frühzeitigen Implantatverlusts.
Die Primärstabilität muss so gewählt werden, dass keine Druckschädigung des Knochens stattfindet, aber das Implantat sicher im Knochen verankert bleibt, bis die Primärstabilität in die Sekundärstabilität übergegangen ist.
Eine ausreichende Primärstabilität ist bedeutsam für die Sofortversorgung bzw. Sofortbelastung. Sie kann über Festigkeitstest, wie z.B. einen Periotest oder RFA objektiviert werden.