Zwei von drei Erwachsenen erkranken neu an Parodontitis

Die im April 2026 veröffentlichten Längsschnittergebnisse der DMS 6 liefern erstmals belastbare Daten dazu, wie sich die Mundgesundheit einzelner Menschen im Laufe der Zeit tatsächlich verändert. Das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) hatte dafür Teilnehmerinnen und Teilnehmer der fünften Mundgesundheitsstudie von 2014 nach neun Jahren erneut untersucht.

Das überraschendste Ergebnis betrifft die Parodontitis: 63 Prozent der Erwachsenen, die bei der ersten Untersuchung parodontal gesund waren, erkrankten innerhalb von neun Jahren neu. Gleichzeitig fällt die Progression gemessen an der Taschentiefe vergleichsweise gering aus – sie nimmt im Durchschnitt nur um 0,2 Millimeter zu. IDZ-Direktor Prof. Dr. A. Rainer Jordan schlussfolgert daraus, dass Parodontitis nicht kontinuierlich fortschreitet, sondern in langen Stagnationsphasen und kurzen Progressionsschüben verläuft.

Für Patienten bedeutet das: Die Erkrankung kann über Jahre klinisch unauffällig bleiben, bevor sie sich in einem kurzen Schub deutlich verschlechtert. Wer nicht regelmäßig kontrolliert wird, verpasst genau dieses Zeitfenster. Die Studienautoren empfehlen deshalb eine risikoadaptierte, personalisierte Prävention – statt starrer Recall-Intervalle, die für alle gleich sind.

Die Daten verstärken die Forderung von KZBV und BZÄK nach einer verlässlichen Finanzierung der unterstützenden Parodontitistherapie (UPT) in der GKV – die nach der Budgetierung 2023/24 deutlich seltener durchgeführt worden war. Wer bereits an Parodontitis erkrankt ist und seine Chancen kennen möchte, findet weitere Informationen unter Ist Parodontose heilbar? sowie zur Früherkennung unter Parodontitis erkennen.

Quelle: IDZ/KZBV/BZÄK: Längsschnittergebnisse der DMS 6. Pressekonferenz Berlin, 14. April 2026. Zweite Sonderausgabe der DMS 6, Quintessence Publishing, April 2026. www.deutsche-mundgesundheitsstudie.de


Letzte Aktualisierung am Donnerstag, 14. Mai 2026