Ein zentraler Befund der Längsschnittauswertung der DMS 6 klingt zunächst beruhigend – hat aber eine wichtige Voraussetzung: Die Progression von Karies und Parodontitis ist bei den meisten Menschen langsam. „Vielfach bleibt ein gut eingestellter Mundgesundheitszustand über Jahre stabil“, so IDZ-Direktor Prof. Dr. A. Rainer Jordan bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin.
Das bedeutet konkret: Patienten, die durch Präventionsmaßnahmen und regelmäßige Behandlung einen guten Zahnstatus erreicht haben, können diesen mit überschaubarem Aufwand über viele Jahre erhalten. Karies und Parodontitis verlaufen nicht linear, sondern in Phasen – lange Stagnation, kurze Schübe. Wer die Schübe durch engmaschige Kontrolle frühzeitig erkennt, hat die besten Chancen.
Die Schlussfolgerung der Studienverantwortlichen: Präventive Maßnahmen sollten künftig nicht mehr standardisiert, sondern risikoadaptiert und personalisiert eingesetzt werden. Dieses Prinzip ist in der Parodontologie mit dem Recall-Modell bereits etabliert – die DMS 6 gibt ihm jetzt epidemiologisches Gewicht. Mehr zum Recall-System bei Implantatträgern unter Implantatnachsorge sowie zum Thema Nachsorge bei Parodontitis-Patienten mit Implantaten.
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Quelle: IDZ/KZBV/BZÄK: Längsschnittergebnisse der DMS 6. Pressekonferenz Berlin, 14. April 2026. Zweite Sonderausgabe der DMS 6, Quintessence Publishing, April 2026.
