Unerfüllter Kinderwunsch - liegt eine Parodontitis vor?

Jede sechste Frau hat Probleme, schwanger zu werden, bei vielen Paaren klappt es ohne ärztliche Hilfe überhaupt nicht. Was hat das mit Parodontitis zu tun? Ein Team von Wissenschaftlern der Universität Helsinki hat die Ergebnisse einer neuen Studie vorgestellt: Parodontitis-Bakterien haben Einfluss auf die Fruchtbarkeit von Frauen.

Gesundheitsrisiko: Parodontitis

Dass die Parodontitis nicht nur die Hauptursache von Zahnverlust bei Erwachsenen ist, sondern auch ein Risiko für die Allgemeingesundheit darstellt, z.B. das Herz-Kreislauf-System angreift und Krankheiten wie Diabetes und Arthritis begünstigt, ist bereits wissenschaftlich bewiesen. Auch sind Zusammenhänge zwischen Parodontose und Komplikationen während einer Schwangerschaft, wie z.B. Frühgeburten, bekannt. Nun haben finnische Wissenschaftler den negativen Einfluss von Parodontitis-Bakterien auf die Empfängnisfähigkeit nachgewiesen.

Studie: Parodontitis-Bakterien im Mittelpunkt

Finnland- An der Studie nahmen 256 Frauen im Alter von 19 bis 42 Jahren (Durchschnittsalter 29,2 Jahre) teil, die sich eine Schwangerschaft wünschten. Für die gleichermaßen gesunden Probandinnen konnten Risikofaktoren für Unfruchtbarkeit, wie Rauchen oder hohes Alter, ausgeschlossen werden. In einem festgelegten Zeitraum von 12 Monaten wurde untersucht, ob sich der Wunsch der Frauen, ein Kind zu bekommen, erfüllt hat.
Vor Beginn der Studie wurden Speichel und Blut der Teilnehmerinnen auf ein für die Entstehung der Parodontitis relevantes Bakterium, Porphyromonas gingivalis, bzw. die vom Körper gebildeten Antikörper gegen Ebendieses untersucht.

Bakterium P. gingivalis als schlechtes Omen

Die Wissenschaftler konnten bei den Frauen, die innerhalb der 12 Monate nicht schwanger wurden, eine höhere Konzentration des Bakteriums P. gingivalis im Speichel, und die dazugehörigen Antikörper im Blut nachweisen, als bei den Frauen, die schwanger wurden.
Für diese Probandinnen war die Wahrscheinlichkeit, nicht schwanger zu werden, um das 3-Fache erhöht. Gab es bereits klinische Anzeichen für eine Parodontose, war die Wahrscheinlichkeit eines Nicht-Schwangerwerdens sogar um das 4-Fache höher.

Kinderwunsch? Parodontitis-Behandlung!

Das Vorhandensein von Parodontitis-Bakterien im Speichel- ohne klinische Anzeichen einer Parodontose,  scheint sich bereits negativ auf die Fruchtbarkeit auszuwirken, so die Wissenschaftler. Weitere Studien sind angesetzt, um die genauen Zusammenhänge zu erforschen. Alarmierend sind diese Ergebnisse allemal- und sollten nicht nur bei akutem Kinderwunsch zum Gang in die Zahnarztpraxis inspirieren.


Literatur:
Susanna Paju, Juha Oittinen, Henna Haapala, Sirkka Asikainen, Jorma Paavonen & Pirkko J. Pussinen, Porphyromonas gingivalis may interfere with conception in women, Published online: 12 Jun 2017; Journal of Oral Microbiology Volume 9, 2017 - Issue 1

Letzte Aktualisierung am Donnerstag, 07. September 2017
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