Titangoldlegierung für Implantate zum Hüftgelenksersatz als neuer Standard?

Rund 180.000 Patienten bekommen jedes Jahr ein künstliches Hüftimplantat. Das, meist aus Titan bestehend, hält durchschnittlich inzwischen 15-20 Jahre. Falls es sich wegen minimalen Bewegungen lockert oder wegen des Verschleißes freigesetzte Partikel eine Entzündung auslösen, muss das Gelenk ausgetauscht werden. Titan ist ein stabiles, grau glänzendes, zu den Übergangsmetallen gehörendes, biokompatibles Material. Es ist widerstandsfähig und korrodiert im Gegensatz zu Eisen nicht. Allergien sind nicht bekannt, Unverträglichkeiten selten, deshalb ist – bei geeigneter Indikation – ein Ersatz wie etwa ein künstliches Kniegelenk im menschlichen Körper heutzutage Standard.

Doch der könnte vielleicht bald ersetzt werden, betrachtet man die Forschungen der Rice Universität in Houston, Texas. Laut der leitenden Forscherin einer Studie in Sciences Advances Prof. Emilia Morosan (Fachgebiete Physik, Astronomie, Chemie, Materialwissenschaften und Nano-Engineering (oder auch Nanotechnologie) soll eine neue Legierung von Titan und Gold (beta titan-3 gold) drei bis vier Mal härter als die meisten Stahlsorten und vier Mal härter als reines Titan sein. Diese Erkenntnisse haben sich als Zufallsprodukt aus anderen Versuchen ergeben. ergeben. Auch wenn Prof. Morosan und Coautoren nicht die ersten sind, die dieses zunächst schwer herzustellende Material entdeckt haben könnten, sind sie doch die ersten, die in der Lage sind, seine bemerkenswerten Eigenschaften genau zu dokumentieren. Und die sind so überzeugend, dass direkt andere Hochschulen und Institute wie das Texas A&M Universitäts-Turbomaschinen-Labor weitere Tests durchführen. Gerade für biomedizinische Implantate, also Implantate, die im menschlichen Organismus inseriert werden, sind die Biokompatibilität und Widerstandsfähigkeit (etwa wie gegen Abrieb, Ionenfreisetzung und Korrosion) die wichtigsten Anforderungen für ihre lange und komplikationslose Verweildauer im Menschen. Da sowohl Titan als auch Gold am biokompatibelsten sind und regelmäßig am/im Menschen eingesetzt werden, besteht die berechtigte Annahme, dass die Titangoldlegierung vergleichbar wenn nicht sogar besser geeignet sein wird.

Aktuelle Erkenntnisse der Medizinischen Abteilung Des Anderson Krebs Centers der Universität Texas bestätigen sogar, dass die neue Legierung biokompatibler (verträglicher) ist als Titan selbst. Bevor die neue Legierung für jeden erhältlich ist, wird es noch dauern. Doch diese Forschungserkenntnisse machen Hoffnung für die Patienten, die ihr künstliches Hüftgelenk alle zehn Jahre auswechseln lassen müssen.


Quelle:
www.innovations-report.com/html/reports/medicine-health/titanium-gold-new-gold-standard-for-artificial-joints.html UND news.rice.ed

Letzte Aktualisierung am Freitag, 30. September 2016
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