Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt bei Zahnverlust - implantate.com
Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt bei Zahnverlust

Dass ein Zusammenhang zwischen ausgefallenen Zähnen und einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen existiert, ist keine neue Erkenntnis. Bislang hat man dabei jedoch nicht berücksichtigt, ob der Zeitpunkt des Zahnverlustes Einfluss auf den Gesundheitszustand unseres Herz-Kreislauf-Systems hat.

Parodontitis erhöht Risiko für Herz-Kreislauf-Beschwerden

Zahnverlust als Effekt einer Parodontitis wurde bereits durch Studien der Florida Atlantic University und der University of Copenhagen als Risikofaktor für Schlaganfälle und Herzinfarkte entlarvt. Dabei lag das Hauptaugenmerk auf der Parodontitis und dessen verursachenden schädlichen Bakterien. In welchem Lebensabschnitt Zähne durch die entzündliche Zahnbetterkrankung verloren gingen, wurde nicht dokumentiert.

Zahnverlust im Alter schuld an Schlaganfall und Herzinfarkt?

Die American Heart Association hat sich in einer Studie konkret mit den Auswirkungen von Zahnverlust ab dem Alter von 45 Jahren befasst. Dazu wurden Studienteilnehmer zwischen 45 und 69 Jahren über einen Zeitraum von 12-18 Jahren regelmäßig befragt. Vorab wurde die Anzahl der noch vorhandenen natürlichen Zähne jedes Teilnehmers dokumentiert. Außerdem lagen zu Beginn der Studie bei den Probanden keine kardiovaskulären Erkrankungen vor und bekannte Risikofaktoren wie z.B. Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht konnten ausgeschlossen werden. Im Laufe der Jahre wurden durch Befragungen der Teilnehmer Daten über auftretende (oder ausbleibende) Herz-Kreislauf-Beschwerden gesammelt und ausgewertet.

Je weniger eigene Zähne, desto höher das Risiko einer kardiovaskulären Erkrankung

Die Wissenschaftler konnten bei dem Verlust eines einzigen Zahnes keine Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System ausmachen. Bei Probanden, die zu Beginn noch 25 bis 32 eigene Zähne hatten, erhöhte sich das Risiko einer kardiovaskulären Erkrankung schon bei zwei bis drei ausgefallenen Zähnen um 23%. Waren weniger als 17 eigene Zähne zu Beginn der Aufzeichnungen vorhanden, stieg die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Herz-Kreislauf-Beschwerden sogar um 25%. Unabhängig von der Anzahl der eigenen Zähne zu Beginn der Studie, errechnete das Forscherteam bei einem Verlust von zwei oder mehreren Zähnen, ein Erkrankungsrisiko von 16%.

Das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch gute Zahnpflege senken

Da die Wissenschaftler ausschließlich über Fragebögen mit den Teilnehmern in Kontakt traten, sind Abweichungen bei der Zahnanzahl der Probanden möglich. Dennoch sollte man sich dessen bewusst sein, durch die eigene Mundhygiene einen erheblichen Einfluss auf seine Allgemeingesundheit zu nehmen. Mit einer gründlichen Zahnpflege und einer regelmäßigen professionellen Zahnreinigung, lässt sich das Risiko für Zahnverlust und daraus resultierende kardiovaskuläre Erkrankungen senken.

 

American Heart Association Meeting Report – Poster Presentation P219 – Session P02

 

 

Letzte Aktualisierung am Freitag, 04. Mai 2018
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