Parodontitis-Schweregrad beeinflusst Implantat-Überleben langfristig

Eine neue retrospektive Studie der Universitätsklinik Münster liefert wichtige Daten für Patienten, die trotz Parodontitis Implantate erhalten haben oder planen. Kashta et al. analysierten 362 Parodontitis-Patienten mit insgesamt 1.106 Implantaten über einen medianen Beobachtungszeitraum von 85,5 Monaten – mit teils bis zu 236 Monaten Nachbeobachtung.

Die kumulativen Überlebensraten lagen bei 95,8 Prozent nach fünf Jahren, 91,1 Prozent nach zehn Jahren und 82,6 Prozent nach 15 Jahren. Insgesamt scheiterten 85 Implantate (7,69 Prozent), wobei fast die Hälfte dieser Verluste bereits in den ersten sechs Monaten auftrat – also auf eine gestörte Einheilung zurückzuführen war, nicht auf eine spätere Periimplantitis.

Der entscheidende Befund für die Praxis: Nicht das Stadium der Parodontitis (also die anatomische Schwere), sondern der Grad – das heißt die Progressionsgeschwindigkeit der Erkrankung – war signifikant mit dem Implantatverlust assoziiert. Patienten mit Grad C, der schnell fortschreitenden Form, hatten ein erhöhtes Verlustrisiko. Das Fazit der Autoren: Implantate bleiben auch bei schwerer Parodontitis eine verlässliche Option, wenn die Parodontitis zuvor behandelt wurde – aber der Grad der Erkrankung sollte bei der Planung explizit berücksichtigt werden.

Für Patienten mit Parodontitis-Vorgeschichte gilt: Die konsequente Nachsorge nach der Implantation ist entscheidend. Was Grad und Stadium bei der Parodontitis-Klassifikation bedeuten, erklärt der Abschnitt zur Parodontitis-Diagnostik auf implantate.com.

Quelle: Kashta A, Baumeister S-E, Ehmke B, Reckelkamm SL. Long-Term Implant Survival in Periodontitis. Clinical Oral Implants Research. 2026 Feb 15. doi: 10.1111/clr.70105


Letzte Aktualisierung am Donnerstag, 09. Juli 2026