Mundbakterien können Darmkrebs fördern

Mehrere tausend Bakterien befinden sich in der Mundhöhle eines gesunden Menschen im ökologischen Gleichgewicht. Damit es nicht zu einer Verschiebung in Richtung von Keimen kommt, die Zahnfleisch und Zähne krank machen, wird angeraten regelmäßig die Zähne zu putzen, die Zahnzwischenräume zu pflegen und mittels professioneller Zahnreinigung die Bereiche sauber zu halten, die man mit den normalen täglichen Mundhygienemaßnahmen nicht erreichen kann.

Es ist bekannt, dass die Qualität der Bakterienflora im Mund und die daraus potentiell entstehende Entzündungs- und/oder Krankheitsaktivität des Parodontiums (Zahnbetts) Einfluss auf systemische Erkrankungen im menschlichen Organismus nimmt. Bisher wissenschaftlich nachgewiesen wurden Zusammenhänge von Herz- Kreislauferkrankungen, Diabetes und gemäß einer aktuellen Studie auch Nierenerkrankungen, die mit einer schweren chronischen die Entzündung des Parodontiums in Zusammenhang stehen und sich teils sogar gegenseitig beeinflussen.

Nicht bekannt waren bisher Zusammenhänge von Darmtumoren mit sich im Mund befindenden Bakterien namens Fusobakterien (Fusobakterium nucleatum). Diese leben im Mund und im Darm eines Menschen.
Forscher aus den USA und Israel konnten jetzt in Tierversuchen zeigen, dass orale Fusobakterien wie andere Bakterien im Mund auch bei Zahnfleischbluten oder kleine Verletzungen der Mundschleimhaut in den Blutkreislauf und so auch in Darmtumore nachweisbar sind. Dort schützen die Fusobacteriem Krebszellen vor der Immunabwehr. Die Mikroben lagern sich mithilfe des Proteins Fap2 an das Rezeptorprotein TIGIT auf der Oberfläche von den Tumor angreifenden Immunzellen an und verhindern dadurch die Zerstörung der Krebszellen. Zusätzlich suchen sie spezielle Zuckermoleküle an der Oberfläche der Krebszellen, an die sie andocken können und vermehren sich. Indirekt wird dadurch das Wachstum eines bereits vorhandenen Tumors gefördert.

Die Wissenschaftler denken derzeit darüber nach, auf dem gleichen Transportweg wir für die Fusobakterien auch andere, das Tumorwachstum beschränkende Wirkstoffe in den Darmtumor einzuschleusen. Wirkstoffe, die entweder eine spezielle Andockstelle der Krebszellen oder das bakterielle Lektin (Bindungsfaktor für die Bakterien an Zuckermoleküle im Tumor) blockieren, könnten das Tumorwachstum eindämmen, äußerten die Mediziner im Fachblatt „Cell Host & Microbe“. Erste Versuche am Tier sind bereits erfolgt und machen Hoffnung, dass nach weiteren Studien dieses Verfahren auch beim Menschen eingesetzt werden könnte.



Quelle:
„Fap2 Mediates Fusobacterium nucleatum Colorectal Adenocarcinoma Enrichment by Binding to Tumor-Expressed Gal-GalNAc“, Jawad Abed et al.; Cell Host & Microbe, DOI: 10.1016/j.chom.2016.07.006

Letzte Aktualisierung am Freitag, 09. September 2016
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