Die erste Längsschnittauswertung der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS 6) bringt einen Befund ans Licht, der selbst die Studienverantwortlichen überrascht hat: Die Adoleszenz – also das Jahrzehnt zwischen etwa 12 und 20 Jahren – ist die kritischste Phase für die langfristige Zahngesundheit.
Die Zahlen: Der Anteil kariesfreier junger Menschen halbiert sich in dieser Lebensphase. Bei denjenigen, die in die Pubertät bereits mit Karies starten, wird die Erkrankung in 54 Prozent der Fälle progredient. Wer dagegen kariesfrei in diese Phase eintritt, bleibt es häufiger auch – nur 43 Prozent machen dann eine neue Karieserfahrung, und der Befall ist mit durchschnittlich einem betroffenen Zahn moderat.
IDZ-Direktor Prof. Dr. A. Rainer Jordan sieht darin eine klare Botschaft: Präventionsmaßnahmen müssen gezielt auf diese kritische Lebensphase ausgerichtet sein. Die gute Nachricht: Bei Kindern, die zur Zeit der DMS 5 (2014) kariesfrei waren und heute rund 20 Jahre alt sind, erkrankte im Beobachtungszeitraum im Schnitt maximal ein Zahn. Konsequente Vorsorge in der Kindheit wirkt also messbar nach.
Für Eltern heißt das konkret: Zahnarztbesuche und Versiegelungen der Backenzähne gerade in der Pubertät sind keine bloße Vorsichtsmaßnahme – sie sind entscheidend für die Zahngesundheit des ganzen weiteren Lebens. Grundlagen der Parodontitis-Vorbeugung lassen sich bereits in diesem Alter etablieren.
Quelle: IDZ/KZBV/BZÄK: Längsschnittergebnisse der DMS 6. Pressekonferenz Berlin, 14. April 2026. Zweite Sonderausgabe der DMS 6, Quintessence Publishing, April 2026.

