Hannoversche Forscher entwickeln intelligente Implantatsysteme, die Komplikationen eigenständig behandeln können. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt mit über 10 Millionen Euro.
Implantate, die Entzündungen von selbst erkennen und bekämpfen – was nach Science-Fiction klingt, könnte in einigen Jahren Realität werden. Seit 2021 arbeiten mehr als 150 Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Leibniz Universität Hannover am Sonderforschungsbereich SIIRI (Sicherheitsintegrierte und infektionsreaktive Implantate). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt das Projekt nun für weitere dreieinhalb Jahre mit über zehn Millionen Euro.
Das Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Meike Stiesch (MHH) und Prof. Dr.-Ing. Hans Jürgen Maier (Leibniz Uni) entwickelt Implantatsysteme, die periimplantäre Infektionen frühzeitig erkennen und über biologische, chemische und physikalische Prozesse eine Heilung einleiten können. Die sogenannten Closed-Loop-Systeme sollen künftig eigenständig reagieren, ohne dass ein chirurgischer Eingriff notwendig wird.
Für Patienten könnte dies bedeuten: Weniger Folgeoperationen, geringeres Risiko eines Implantatverlusts und eine längere Haltbarkeit der Implantate. Zusätzlich arbeiten die Forscher an digitalen Konzepten wie einem Implantat-Lebenszyklus-Management, das eine lebenslange Nachverfolgung ermöglicht und die Patientensicherheit erhöht.
Bis die intelligenten Implantate in der Praxis zum Einsatz kommen, werden jedoch noch mehrere Jahre vergehen. Zunächst müssen die Systeme in weiteren Studien ihre Zuverlässigkeit unter Beweis stellen.
Quelle: Medizinische Hochschule Hannover / zm-online, 8. Dezember 2025

