Gute Mundhygiene schützt vor Krebs im Kopf-Halsbereich

Bereits früher gab es wissenschaftliche Hinweise, dass Zusammenhänge zwischen dem Maß an Entzündung des Zahnfleischs und der Menge an Blutungen im Mund und einer Krebserkrankung bestehen. Die diesen Forschungen zugrunde liegenden Datenmengen waren bisher jedoch nicht besonders groß, müssen es aber sein, um relevant zu werden.

Die von den Forschern aus den USA ausgewerteten Daten stammten aus 13 Studien mit über 9.000 Patienten mit Tumoren im Rachen- und Mundbereich aus den Ländern Nord- und Südamerika, Europa und Japan. Wissenschaftler rund um den führenden Autor Dr. Dana Hashim aus der Abteilung für Präventivmedizin der Icahn School of Medicine am Mount Sinai, New York bereiteten sie wissenschaftlich auf und verglichen sie mit denen von 12.000 Patienten ohne Krebserkrankung.
Dr. Hashim äußerte sich in einem schriftlichen Statement, dass sie aufgrund der Ergebnisse einen kausalen Zusammenhang zwischen den beiden beobachteten Parametern aus der Mundhygiene und der Krebserkrankung vermuten würde.
In ihrer Studie wurde die Häufigkeit von Neuerkrankungen an der Krankheit (=Inzidenz) Krebs ausgewertet, nachdem die Daten zur Mundhygiene gesammelt worden waren. Diese waren Zahnfleischerkrankungen (Parodontitis) oder Blutungen, fehlende Zähne, tägliche Zähneputzen, ein Zahnarztbesuch pro Jahr und ob ein Patient Prothesenträger war oder nicht. Das Tragen von Prothesen hatte nach seinen Ergebnissen keine Auswirkungen auf das Risiko an Krebs zu erkranken.
Jedoch hatten Patienten mit weniger als fünf fehlenden Zähnen, jährlichen Zahnarztbesuchen, täglichem Zähneputzen und ohne Parodontitiden deutlich weniger Kopf- und Halskrebserkrankungen als andere.
Alle untersuchten Indikatoren für die Mundhygiene und Gesundheit seien laut Dr. Hashim mit einer chronischen Reizung des Kopfes und des Halses verbunden. Sie würden über den Zahnzustand und die allgemeine Gesundheit der Patienten sowie über die Nutzung der zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung Auskunft geben.
Die Patienten dieser Studie sind jedoch nicht mit gut versorgten europäischen Verhältnissen wie in Deutschland vergleichbar. Fast die Hälfte der Personen hatten nie oder selten einen Zahnarzt aufgesucht. Jedoch putzten sich die meisten teilnehmenden Probanden die Zähne, nur 11 Prozent putzten ihre Zähne weniger als einmalig am Tag.
  
Die Wissenschaftler vom Sylvester Comprehensive Cancer Center der University of Miami Health System erwähnten kritisch, dass diese Erkenntnisse bestimmt nicht neu seine, die Studie aber als bisher scheinbar größte und umfassendste epidemiologische Datenauswertung zu diesem Thema aber (viele Patienten) besonders aussagekräftig sei.

Die Studie wertete außerdem Daten zu der Gewohnheit von und der Menge an Tabak- und Alkoholkonsum der Patienten aus, weil Kopf- und Hals-Tumoren ursächlich im engen Zusammenhang mit dem Faktor Rauchen stehen. Raucher haben laut vieler Studienergebnisse eine schlechte Mundhygiene, sodass der Krebs eher durch das Rauchen als durch den Mangel an Zahnarztbesuchen verursacht werden könnte, erwähnte der nicht an der Studie teilnehmende Experte Dr. W. Jarrard Goodwin, Chief Medical Officer vom Sylvester Comprehensive Cancer Center der University of Miami Health System. Die Ernährung der Patienten wurde in dieser Studie nicht berücksichtigt.
 
Quelle: 
The role of oral hygiene in head and neck cancer: Results from International Head and Neck Cancer Epidemiology (INHANCE) Consortium

Ann Oncol first published online May 27, 2016 doi:10.1093/annonc/mdw224

Letzte Aktualisierung am Montag, 11. Juli 2016
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