Deutschland ist Karies-Weltmeister der Prävention – die Daten im Überblick

„Deutschland ist und bleibt Präventionsweltmeister im zahnärztlichen Bereich“ – mit diesen Worten fasste KZBV-Vorstandsvorsitzender Martin Hendges die Längsschnittergebnisse der DMS 6 am 14. April 2026 in Berlin zusammen. Die Daten rechtfertigen das Selbstlob: Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei der Kariesprävention an der Spitze.

Was die Zahlen konkret zeigen: Die Karieserfahrung bei den 35- bis 44-Jährigen hat sich seit 1989 halbiert. Kinder, die zur Zeit der DMS 5 (2014) kariesfrei waren, erkrankten im Neunjahres-Zeitraum im Schnitt an maximal einem Zahn – ein im internationalen Vergleich sehr gutes Ergebnis, das auf die Frühförderung durch Kinderzahnärzte, Fluoridprophylaxe und Fissurenversiegelung zurückgeführt wird.

Die Grenzen des Erfolgs liegen allerdings in der Adoleszenz und bei der Parodontitis: 14 Millionen Deutsche sind von schwerer Parodontitis betroffen, und die Neuerkrankungsrate im mittleren Alter ist alarmierend hoch. Das Fazit der Studienverantwortlichen: Prävention funktioniert, aber sie muss finanziert und weitergeführt werden. Gerade jetzt, wo die GKV-Finanzkommission Einsparungen auch im zahnärztlichen Bereich empfiehlt, sind die DMS-6-Daten ein wichtiges Gegenargument.

Was jeder Patient heute tun kann: Parodontitis vorbeugen, früh und gründlich behandeln lassen – und die politische Debatte verfolgen, denn was heute bei der GKV-Budgetierung entschieden wird, bestimmt morgen, welche Therapien verfügbar sind.

Quelle: IDZ/KZBV/BZÄK: Längsschnittergebnisse der DMS 6. Pressekonferenz Berlin, 14. April 2026. Zweite Sonderausgabe der DMS 6, Quintessence Publishing, April 2026. www.deutsche-mundgesundheitsstudie.de


Letzte Aktualisierung am Donnerstag, 25. Juni 2026