Bald Kernspinntomografie (MRT) statt Zahnfilm?

MRT steht für Magnetresonanztomographie (Tomographie von altgriechisch τομή (tome ‚Schnitt') und γράφειν (graphein ‚schreiben')) und wird neben der konventionellen Röntgentechnik als bildgebende Verfahren in der Medizin eingesetzt.
Bei der von Paul Lauterburg 2003 mit dem Nobelpreis für Medizin und Physiologie ausgezeichneten Technik (Kernspintomographie, Magnetic Resonance Imaging oder MRT genannt) werden Gewebestrukturen mit Hilfe von elektromagnetischen Impulsen in einem Magnetfeld sichtbar gemacht. Bisher kannte man diese Methode im zahnmedizinischen Bereich nicht, Zähne und Kiefer wurden konventionell mit Röntgenstrahlen analog oder digital dargestellt. Dies wurde besonders bei Kindern zur Dokumentation eines Heilungsverlaufes kritisch, da die Röntgenstrahlung für Kinder schädlicher ist als für Erwachsene.

Das Team um Priv.-Doz. Dr. Jan-Bernd Hövener, Emmy-Noether-Gruppenleiter an der Klinik für Radiologie des Universitätsklinikums Freiburg entwickelte nun eine Methode, mit der schnell auf hochauflösenden dreidimensionalen Bildern Knochen, Zähne und Weichgewebe diagnostisch beurteilt werden können. Die Genauigkeit liegt etwa bei der der konventionellen Röntgentechnik, eine Auflösung von etwa einem Drittel Millimeter ist gegeben.
Das Erfreuliche: Im Gegensatz zu vielen Neuerungen in der Apparatemedizin: Es geht ganz einfach und ist außerdem für Patienten ungefährlich. Eine kleine kabellose Doppelspule mit zwei parallelen Ringen aus Metall wird über die zu röntgenden Bereiche im Zahn- Kieferbereich geschoben. Sie ist mit allen MRT-Geräten kombinierbar und verstärkt das MRT-Signal bis zum Zehnfachen. Die als Dental-MRT bezeichnete neue Technik kommt ohne schädliche Röntgenstrahlung aus. Sie ist daher auch für junge und sich noch im Wachstum befindliche Patienten gut geeignet. Mit diesem Verfahren könnte die Anzahl der 48 Millionen konventionellen Röntgenaufnahmen in Deutschland jährlich deutlich reduziert werden. Nach erfolgreicher Prüfung wird sie in der Universität Freiburg regelmäßig bei der OP-Planung eingesetzt. Die als „technisch recht einfach und trotzdem“ als „eine echte Innovation“ von Studienleiter Dr. Hövener bezeichnete Anwendung wurde aktuell in den Fachmagazinen vorgestellt.
„Die neue Methode trägt wesentlich dazu bei, dass die Magnetresonanztomographie in Zukunft die konventionelle Röntgendiagnostik in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde ersetzen wird“, äußerte Prof. Nelson aus Freiburg in einem Interview. „Vor einer Operation können wir Kieferknochen, Gefäß-Nerven-Stränge und das umgebende Weichgewebe darstellen und so bei der Operation besonders schonend vorgehen, ohne den Nerv zu treffen“, schilderte Prof. Nelson weiter. Das neue Verfahren wurde bereits von den Freiburger Wissenschaftlern patentiert.

Quelle:
Flügge T, Hövener JB, Ludwig U, Eisenbeiss AK, Spittau B, Hennig J, Schmelzeisen R, Nelson K.: Magnetic resonance imaging of intraoral hard and soft tissues using an intraoral coil and FLASH sequences.; Eur Radiol. 2016 Feb 24.

Letzte Aktualisierung am Dienstag, 21. Juni 2016
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