Lexikon

Kondylographie

Die Kondylographie ist ein Verfahren der instrumentellen Funktionsanalyse, das die Bewegungen und Bahnen der Kiefergelenkköpfchen (Kondylen) registriert. Aufgezeichnet werden die räumlichen Bewegungsverläufe der Kondylen während der Unterkieferbewegungen.

Verhältnis zur Axiographie

Kondylographie und Axiographie stehen sich inhaltlich nahe: Beide erfassen Bewegungen im Bereich der Kiefergelenke. Die Bezeichnungen werden in der Literatur teils überschneidend gebraucht, wobei die konkrete Messgröße und das Aufzeichnungsprinzip vom verwendeten Gerätesystem abhängen. Als Beispielsysteme werden unter anderem das DIR-System und der Freecorder BlueFox eingesetzt; eine Aussage über den klinischen Nutzen einzelner Systeme lässt sich aus der reinen Bewegungsaufzeichnung nicht ableiten.

Genauigkeit

Auch die kondylographische Bewegungsaufzeichnung ist geräteabhängig. Übersichtsarbeiten zur digitalen Kieferbewegungsanalyse verweisen darauf, dass technische Faktoren des Systems die Messwerte beeinflussen; Modelluntersuchungen zeigen mögliche Abweichungen zwischen abgebildeter und tatsächlicher Kondylenposition. Die Ergebnisse ersetzen daher nicht die klinische Beurteilung, sondern ergänzen sie.

Anwendung und Abrechnung

Kondylographische Aufzeichnungen unterstützen die Diagnostik der Kiefergelenkfunktion und die Einstellung von Artikulatoren; in der Behandlung können die Befunde in die Planung einer Positionierungsschiene einfließen. Die Registrierung der Unterkieferbewegungen wird nach GOZ halbindividuell mit Position 8050 (500 Punkte) oder elektronisch mit Position 8065 (850 Punkte) berechnet. Wie die Axiographie ist die Kondylographie Bestandteil des instrumentellen Leistungsblocks der GOZ-Positionen 8000 bis 8100 und keine gesonderte Einzelziffer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kondylographie registriert die Bewegungen der Kiefergelenkköpfchen (Kondylen).
  • Sie ist der Axiographie eng verwandt und Teil der instrumentellen Funktionsanalyse.
  • Die Aufzeichnung ist geräteabhängig und ergänzt die klinische Diagnostik.

Literatur

Quellen und weiterführende Literatur
  • AWMF-Leitlinie S2k 083-017: Instrumentelle zahnärztliche Funktionsanalyse und Kieferrelationsbestimmung. Version 2.0, gültig bis 30.07.2027.
  • Farook TH, Rashid F, Alam MK et al. (2022): Variables influencing the device-dependent approaches in digitally analysing jaw movement – a systematic review. Clinical Oral Investigations. DOI: 10.1007/s00784-022-04835-w.
  • Xu X, Song Y, Wu Y et al. (2024): Investigation of the accuracy of dynamic condylar position: A model study. Journal of Dentistry. DOI: 10.1016/j.jdent.2024.104889.
  • Currie K et al. (2010): Age and gender as factors in temporomandibular joint movement in adolescents, as determined by computerized 3D electronic condylography. International Journal of Stomatology & Occlusion Medicine. DOI: 10.1007/s12548-010-0048-2.

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