Lexikon
Knirscherschiene
Knirscherschiene ist die umgangssprachliche, patientennahe Bezeichnung für die Aufbissschiene in ihrer Funktion als Schutzschiene, die gegen nächtliches oder tagsüber auftretendes Zähneknirschen und Zähnepressen getragen wird. Ihr vorrangiges Ziel ist der Schutz der Zahnhartsubstanz und vorhandener Restaurationen vor Abrieb durch den Bruxismus: Der herausnehmbare Aufbissbehelf aus Kunststoff bedeckt die Kauflächen und hält die einwirkenden Kräfte von den Zähnen fern. Ein begleitender muskelentspannender Effekt kann auftreten, steht aber nicht im Vordergrund.
Auf einen Blick: Die Knirscherschiene ist der Alltagsname für die Schutzschiene gegen Zähneknirschen und -pressen. Sie schützt die Zahnhartsubstanz vor Abrieb, wird überwiegend nachts getragen und ist ein Untertyp der Aufbissschiene. Von der Relaxierungsschiene (Ziel Muskelentspannung/CMD) und der Positionierungsschiene (Ziel Umlagerung des Unterkiefers) ist sie abzugrenzen.
Abgrenzung
Die Knirscherschiene ist kein eigener Schienentyp neben der Aufbissschiene, sondern ein Untertyp davon mit dem Einsatzzweck Schutz der Zähne vor Abrieb beim Zähneknirschen. Sie ist klar abzugrenzen von der Relaxierungsschiene, deren Ziel die Muskelentspannung und die Behandlung einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD) ist und zu der auch die Michigan- beziehungsweise Stabilisierungsschiene zählt, sowie von der Positionierungsschiene, deren Ziel die Umlagerung des Unterkiefers ist. Eine Übersicht über die Bauformen bietet der Eintrag zur Aufbissschiene.
- Knirscherschiene (Schutzschiene): Schutz der Zahnhartsubstanz vor Abrieb bei Zähneknirschen und -pressen (Untertyp der Aufbissschiene).
- Relaxierungsschiene: Muskelentspannung und CMD-Behandlung (dazu zählt die Michigan-/Stabilisierungsschiene).
- Positionierungs-/
Repositionierungsschiene: Umlagerung des Kiefergelenks bei CMD bzw. Myoarthropathie (siehe Aufbissschiene).
Anwendung
Getragen wird die Knirscherschiene vor allem nachts, weil das unbewusste Knirschen und Pressen typischerweise im Schlaf auftritt. Ihre Aufgabe ist der Schutz: Sie fängt die Kaukräfte ab und bewahrt die Zahnhartsubstanz vor weiterem Abrieb. Wie lange die Schiene getragen werden sollte, wie wirksam sie im Einzelfall ist und welche Ursachen dem Zähneknirschen zugrunde liegen, ist ausführlich auf der Ratgeberseite zum Zähneknirschen beschrieben.
Privatzahnärztlich wird das Eingliedern nach der GOZ (Abschnitt H, z. B. Nr. 7010 für einen Aufbissbehelf mit adjustierter Oberfläche) abgerechnet; Näheres zu Kosten und Kassenleistung enthält die Ratgeberseite.
Weiterführend: Zähneknirschen (Bruxismus) für Therapie und Hintergründe sowie die Lexikonbegriffe Aufbissschiene, Bruxismus und Okklusion.
IMPLANTAT-SPEZIALISTEN IN IHRER NÄHE
Literatur
Literatur und Quellenangaben
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- Lobbezoo F, Ahlberg J, Glaros AG, et al. Bruxism defined and graded: an international consensus. Journal of Oral Rehabilitation. 2013. DOI: 10.1111/joor.12011
- Riley P, Glenny AM, Worthington HV, et al. Oral splints for temporomandibular disorder or bruxism: a systematic review. British Dental Journal. 2020. DOI: 10.1038/s41415-020-1250-2
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