Wissenschaftliche Kurzinformationen (Abstracts) zum Thema Knochenaufbau durch

Knochenheilung nach Zahnextraktion mit und ohne Maßnahmen zur Ridge Preservation: Ein systematischer Review mittels randomisierter kontrollierter Studien


Morjaria KR, Wilson R, Palmer RM.
Bone healing after tooth extraction with or without an intervention: a systematic review of randomized controlled trials.
Clin Implant Dent Relat Res. 2014 Feb;16(1):1-20.

Der systematische Review wurde zur Beantwortung der Fragestellung durchgeführt, inwieweit der Einsatz eines Augmentats und/oder einer Membran den Heilungsprozess und das histologische und röntgenologische Ergebnis sowie die Dimensionsstabilität des Alveolarfortsatzes nach Zahnextraktion positiv beeinflussen können. Dazu wurde eine Literaturrecherche in den Datenbanken Medline, Embase und Cochrane Central durchgeführt.

Es wurden randomisiert kontrollierte klinische Studien eingeschlossen, die bis 2011 veröffentlicht worden waren. Abschließend erfüllten neun von 42 Publikationen die Einschlusskriterien und standen für eine Analyse zur Verfügung. Aufgrund der unterschiedlichen Augmentationsmaterialien, Untersuchungsmethoden und Nachbeobachtungsperioden war die Durchführung einer Metaanalyse nicht möglich.

Klinisch konnte ein mittlerer Verlust horizontaler Breite des Alveolarfortsatzes in augmentierten Bereichen (Test) von 1,14-2,50 mm im Vergleich zu Werten von 2,46-4,56 mm im Bereich unbehandelter Alveolen (Kontrollen) gemessen werden. Der vertikale Verlust betrug bei Kontrollalveolen 0,90-3,60 mm.

Im Vergleich dazu war im Bereich von Testalveolen ein Höhengewinn von bis zu 1,30 mm messbar. Höhenverluste lagen bei 0,62 mm. Röntgenologisch lag die Höhenänderung des krestalen Knochens bei den Kontrollen zwischen 0,51-1,17 mm im Vergleich zu den Testbereichen, bei welchen der Höhenverlust zwischen 0,02-1,00 mm lag.

Schlussfolgerung: Obwohl Maßnahmen zur Ridge Preservation grundsätzlich zu einer Reduktion der Dimensionsänderungen des Alveolarfortsatzes nach Zahnextraktion führten, konnte eine Resorption des Alveolarknochens nicht verhindert werden. Die histologischen Analysen ergaben große Mengen von Residualpartikeln des jeweiligen Augmentationsmaterials, wodurch sich Unterschiede der Dimensionen im Bereich des Alveolarfortsatzes während der Follow up-Phasen erklären lassen.

Letzte Aktualisierung am Donnerstag, 13. Februar 2014