Was ist ein Zahnimplantat?

Aufbau eines Implantats
Implantataufbau

Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel. Es hat ein meist schraubenförmiges oder zylindrisches Design und wird in den Kieferknochen eingepflanzt, um verlorengegangene Zähne zu ersetzen. Da ein Zahnimplantat direkt mit dem Knochen verwächst (Osseointegration), kann es die gleiche Funktion wie natürliche Zahnwurzeln übernehmen: es trägt Zahnersatz, z.B. Einzelkronen,Brücken, oder es kann herausnehmbaren Zahnersatz wie z.B. als Teleskopprothese oder durch Locatoren sicher verankern.

Beim Zahnimplantat-Aufbau unterscheidet man den Implantatkörper, der in den Knochen eingebracht wird, und die Aufbauteile, mit deren Hilfe Kronen oder Haltestrukturen für Prothesen am Implantatkörper befestigt werden. Das nebenstehende Bild zeigt ein sogenanntes zweiteiliges Implantat, bei dem Implantatkörper und Aufbauteil (Abutment) getrennt sind. Es gibt aber auch Implantatsysteme, bei denen das Verbindungselemet zum Zahnersatz (Stumpf für Kronen, Kugelkopfanker für die Fixation von Prothesen) in einem Stück mit dem Implantatkörper gearbeitet sind: die einteiligen Implantate.

Zahnärztliche Implantate werden seit etwa 40 Jahren in der Zahnheilkunde eingesetzt. Verschiedene Materialien, unter anderem auch Keramik, kamen auf der Suche nach dem idealen Werkstoff zum Einsatz. In den letzten 30 Jahren der schnell voranschreitenden implantologischen Forschung hat sich Reintitan als das Basismaterial für fast alle zahnärztlichen Implantate durchgesetzt.

 verschiedene Implantatsysteme
(Abb. verschiedene
Implantatsysteme)

Mit der fundierten wissenschaftlichen Dokumentation wurde 1982 die Implantologie von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilhunde (DGZMK) als fundierte Therapie anerkannt. (Stellungnahme der DGZMK)

In Deutschland sind zur Zeit über 100 verschiedene Implantatsysteme für die Zahnheilkunde erhältlich. In den letzten 20 Jahren haben sich besonders zylindrische bzw. schraubenförmige Implantatformen bewährt. Sie sind in Längen von 6-20 mm und Durchmessern von 2-7 mm erhältlich. Selten finden andere Formen, wie scheibenförmige Implantate Anwendung.

Durch die sehr guten Erfahrungen, was Langzeiterfolg und Sicherheit angeht, sowie die bessere Bezuschussung durch die gesetzlichen Krankenkassen steigt die Akzeptanz immer weiter. In Deutschland wurden im Jahr 2009 alleine in Deutschland ca. 1 Millionen Implantate eingesetzt. Das sind viermal so viele Implantate wie vor 7 Jahren, die Tendenz ist weiter steigend.

Zahnimplantate aus Titan

Der ganz überwiegende Teil der heutzutage eingesetzten Implantate besteht aus hochreinem Titan, da es besonder gewebefreundlich (biokompatibel) ist und mit dem Knochen einen sicheren Verbund bildet (Osseointegration). Die Entwicklung der Zahnimplantate ist eng mit der Nutzung des Leichtmetalls Titan verknüpft. Erkenntnise über den Werkstoff Titanals ideales Material für den Einsatz im Knochen stammen aus den Fünfziger Jahren, als festgestellt wurde, dass es sich biologisch neutral verhält und keine allergischen oder Fremdkörperreaktionen auslösen kann. Allerdings wurden in den letzten Jahren eine zunehmende Anzahl von Implantatsystemen auf den Markt gebracht, die auf Zirkonoxidkeramik als Werkstoff bauen.

 

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Keramikimplantat
Keramikimplantat

Zahnimplantate aus Keramik

Nachdem Keramikimplantate seit Ende der 80er Jahre wegen ungünstiger Materialeigenschaften nicht mehr zum Einsatz kamen, erleben diese seit kurzem mit dem Z-Lock der Fa. Z-Systems wieder eine Renaissance. Diese Keramik-Implantate bestehen aus hochfester Zirkoniumoxid-Keramik, welche extrem bruchstabil ist. Das Zirkon-Zahnimplantat ist nach bisheriger Erfahrung biologisch bestens verträglich. Es hat auch den Vorteil, der natürlichen Zahnfarbe deutlich näher zu kommen (weiß statt grau), was bei ästhetischen Versorgungen von Vorteil sein kann, insbesondere wenn das bedeckende Zahnfleisch extrem dünn ist. Dem stehen allerdings auch Nachteile gegenüber.

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Diskimplantate/BOI®

Eine Außenseiterrolle bei den Implantaten nehmen die Diskimplantate oder die BOI (basal osseointegrierte Implantate) ein. Aufgrund Ihrer Formen werden sie, anders als alle anderen (schraubenförmige) Zahnimplantat-Typen, von der Seite her in den Kieferknochen eingebracht. Die Vorteile dieser Implantattypen bestehen nach Hersteller- und Anwenderangaben in der Möglichkeit der Sofortbelastung aufgrund der breitbasigen Implantat-Abstützung. Diese soll auch den Implantathalt selbst bei geringer Knochenhöhe ermöglichen.

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Mini-implantatsysteme

Seit Jahren finden auch Durchmesser-reduzierte Implantatformen mehr und mehr Verwendung. Der Durchmesser liegt dabei unter den Standardgrößen die in der Regel bei über 3mm-Durchmesser anfangen, ab dem eine belastbare Innenverbindung (Aufbau und Implantat getrennt) möglich wird. Bei Mini-implantate handelt es sich also aus Stabilitätsgründen um einteilige Implantate, bei denen das Halteelement für die Prothese schon -meist in Form eines Kugelkopfankers- integriert ist.

Insbesonders bei der Fixierung von Vollprothesen zeigen sie sehr gute Resultate. Der Eingriff ist gegenüber Implantaten mit größeren Durchmessern deutlich geringer und durch die Sofortbelastung erhält der Patient sofort seine festsitzende Prothese. Auch die Dauerhaftigkeit der Minis ist als gut einzustufen.

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Literatur: 
Koeck u. Wagner, Praxis der Zahnheilkunde - Implantologie, Elsevier, München 2005
BDIZ EDI, Handbuch zum Implantatregister, basic.dent-Verlag 2007
Asbjorn Jokstad, Osseointegration and Dental Implants, John Wiley & Sons 2009

 

Letzte Aktualisierung am Samstag, 31. Mai 2014



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    die eigentliche Implantation typischerweise kaum Schmerzen nach sich zieht, da die geschaffene Knochenwunde ja direkt mit dem gewebefreundlichen Implantat wieder versiegelt wird, quasi wie ein Pflaster? Allerdings sind Knochenentnahmestellen (für einen Knochenaufbau) in der Regel für ein paar Tage durchaus schmerzend. Mehr unter  Nach der Implantation: Schmerzen?