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Hochwertiger herausnehmbarer Zahnersatz: Kronen-Geschiebeprothese
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Hochwertig gefertigter Zahnersatz wie Kronen-Geschiebe-Prothesen (oder auch oder Doppelkronen / Teleskopkronen) galten als sogenannte "Kombi-Arbeiten" (Kombination aus festsitzendem und herausnehmbarem Anteil) in der Zeit vor Implantaten als "Mercedes" unter den Zahnersatzformen.
In den 70er und 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts sorgten die hohen Zuschüsse der gesetzlichen Krankenversicherungen und die niedrigen Preise für dentale Goldlegierungen dabei für die Blütezeit der deutschen Zahntechnik und dafür, dass solche Geschiebearbeiten vielfach auch in den Mündern weniger zuzahlungsfähiger Patienten eingesetzt wurden. Sie stellen auch heute noch eine berechtigte Alternative zur Implantatversorgung dar, mit Vor- und Nachteilen, die man aber kennen sollte, bevor man sich für die ein oder andere Lösung entscheidet.
Durch eine Geschiebeverankerung ist es möglich, herausnehmbaren Zahnersatz klammerfrei an haltgebenden Zähnen zu befestigen. Dafür ist eine Überkronung der entsprechenden Zähne notwendig, bei denen seitlich oder an der Rückseite eine Nut eingearbeitet wird (Matrize), in die das passende Gegenstück (Patrize) der zu verankernden eingeklickt / eingeschoben werden kann. Da die ästhetisch einwandfrei gestaltet werden können, wurde diese Versorgung früher im Oberkiefer bei fehlenden Backenzähnen sehr häufig verwendet. Hier werden dann die Frontzähne mit versorgt und der herausnehmbare Backenzahnersatz dann an den Frontzahnkronen eingeklickt.

Material

Traditionell war dies die Domäne der Metall-Keramik-Zahntechnik, wobei hauptsächlich mit hochgoldhaltigen Legierungen gearbeitet wurde, da mit diesen besonders gut ein hochpräzises Ineinandergreifen der Geschiebekomponenten umzusetzen und eine keramische Verblendung zu fertigen war. Mittlerweile sind Fertigungen auf CAD-CAM-Basis mit dem Werkstoff Zirkonoxidkeramik möglich. Nicht zuletzt aufgrund der insgesamt sehr hohen Fertigungskosten (siehe weiter unten: Vor- und Nachteile der Geschiebeprothese) werden Kronen-Geschiebearbeiten immer seltener gefertigt.

Wie werden Kronen-Geschiebearbeiten hergestellt?

Wie auch für den festsitzenden Zahnersatz (Kronen-Brückenversorgungen) müssen die lasttragenden Zähne für die Aufnahme von Kronen beschliffen werden, die sogenannte "Kronenpräparation". Die Abdrucknahme erfolgt analog, entweder mit einem Präzisions-Abformmaterial (Silikone, Polyäther etc.) oder mit einem optischen Scan, was zwar bereits möglich ist, allerdings aufgrund verschiedener "Kinderkrankheiten" noch kaum Anwendung findet. Aufwändig wird es beim Zahntechniker, der nach Modellherstellung (Gips) eine Kopie der Zahn-Kiefersituation des Patienten hat. Bei der Metalloption wird zunächst die Gerüststruktur von Kronen und Geschiebe-Matrize aus Wachs modelliert und danach 1:1 in Metall gegossen. Oftmals ist die Verwendung von konfektionierten Geschiebeelementen möglich. An das fertige Gerüst wird (entweder in Wachs oder mit passenden konfektionierten Patrizen) der später herausnehmbare Anteil modelliert und angepaßt. Die fehlenden Zähne gibt es vorkonfektioniert in allen Größen und Farben. Sie werden in Kunststoffsättel eingearbeitet (polymerisiert). Anproben zwischendurch beim Zahnarzt sichern Gerüstpassung und Biss. Eine zusätzliche Registrierung der Kiefergelenkposition durch Gesichtsbogen oder abtastfreie Registrierung (z.B. Freecorder Bluefox®) wird zur exakteren Bissbestimmung häufig eingesetzt.
Die Kronen werden im übrigen fest auf die Zahnstümpfe eingeklebt (fester Anteil). Die Lastverteilung des herausnehmbaren Anteils verteilt sich je nach Konstruktion mehr oder minder gleich auf die Geschiebe tragenden Zähne und auf den Kieferkamm / Zahnfleisch (Integument).

Vorteile von Kronen-Geschiebe-Prothesen

  • Ästhetisch meist gut
  • Sichere Verankerung des Zahnersatzes
  • in der Regel ordentlicher Tragekomfort

Nachteile von Kronen-Geschiebe-Prothesen

  • Gesunde Zahnsubstanz muss abgetragen werden
  • Risiko des Absterbens von Zähnen nach Beschleifen
  • Schlechte Pflegbarkeit (Kariesanfälligkeit) bei verblockten (miteinander verbundenen)
  • Überlastung der Pfeilerzähne möglich (frühzeitiger Zahnverlust)
  • Zungenraum evtl. etwas eingeschränkt
  • Knochenabbau im ersetzten Bereich wird nicht verhindert
  • Erweiterbarkeit nicht gegeben, bei Zahnverlust u.U. komplette Neuanfertigung nötig
  • Technisch aufwändig, relativ geringer Zuschuss der Krankenkasse, teuer

Fazit:

Fehlende Erweiterbarkeit und sehr hohe Kosten bei im Vergleich zu Implantaten schlechterem Tragekomfort bedingen das Urteil einer in der Regel nicht empfehlenswerten Alternative zu Implantaten. Das ästhetisch-funktionelle Resultat kann allerdings gut bis sehr gut sein.


Zu den Vor-und Nachteile weiterer Zahnersatz-Alternativen (festsitzend / herausnehmbar) gehen wir in folgenden Unterkapiteln ein:

Fester Zahnersatz: Brücke
Einfacher herausnehmbarer Zahnersatz: Vollprothese oder Klammerprothese, Modellgussprothese
Hochwertiger herausnehmbarer Zahnersatz: Doppelkronen-Teleskop-Prothesen
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 28. Juni 2011 )
 
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