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iele und Behandlungsstrategien zur adjuvanten Therapie der chronischen
und aggressiven Parodontitis diskutierten 150 Behandler mit
Wissenschaftlern im Rahmen der DGP-Herbsttagung von 17. - 18. September
2010 in Bonn. Die parodontologische Fachtagung stand in diesem Jahr
unter dem Motto: "Exzellenz in der Forschung - Exzellenz in der Praxis".
Behandlungsziele in der unterstützenden Parodontitistherapie im Blick
Auf dem Symposium von Heraeus Dental diskutierten die wissenschaftlichen
Experten, Prof. Peter Eickholz und Prof. Ti-Sun Kim über den
unterstützenden oder alternativen Einsatz lokal applizierter Antibiotika
im Rahmen der unterstützenden Parodontitistherapie (UPT). Drei
unterschiedliche Behandlungsziele*1 stehen dabei im Fokus: 1)
Unterstützung der gängigen nichtchirurgischen mechanischen Therapie
bisher unbehandelter Parodontitiden, 2) Unterstützung der
Reinstrumentierung in der unterstützenden Parodontitistherapie und 3)
als Alternative zur subgingivalen Reinstrumentierung in der
unterstützenden Parodontitistherapie.
Parodontitiskontrolle durch neue Behandlungsstrategien optimieren
Prof. Eickholz ging in seinem Vortrag darauf ein, wie sich durch neue
lokal applizierte antibakterielle und entzündungsmodulierende
Medikamente das derzeitige Verständnis der Behandlungsstrategien von
Parodontitis künftig verändern wird und wie die Behandlungsziele
differenzierter erreicht werden können. Er stellte Modelle und Ansätze
vor, wie Parodontitiskontrolle optimiert werden kann, sowohl bei
leichten und schweren Fällen, aber vor allem bei Risikogruppen.
Vorteile der lokalen Antibiotikagabe versus systemische Antibiose
Bei richtiger Indikationsstellung können durch zusätzlich zur
subgingivalen Kürettage eingesetzte Antibiotika bessere klinische
Ergebnisse erzielt werden. Die lokale Antibiotikagabe stellt dabei eine
Alternative zur systemischen Antibiose dar. Prof. Kim betonte: "Gerade
bei Fällen von aggressiver oder generalisierter schwerer Parodontitis
kann mit adjunktiver Antibiose langfristig ein zufriedenstellendes
Behandlungsergebnis erzielt werden." In der lokalen Antibiotikagabe
gegenüber der systemischen Antibiose sieht Prof. Kim mehrere Vorteile:
die geringere Gefahr einer Resistenzentwicklung, die bessere Wirksamkeit
durch höhere lokale Konzentration, den anhaltend hohen Wirkspiegel
oberhalb der minimalen Hemmkonzentration von 90%, die kontinuierliche
Freisetzung über 12 Tage, die einfache Applikation, die kontrollierte
Compliance sowie die geringe systemische Belastung. "Grundsätzlich gilt,
je weniger Bedeutung Antibiotika in der Allgemeinmedizin haben, wie
z.B. Tetracycline und Doxycycline, desto eher sind sie in der
Parodontologie einsetzbar", so Kim.
Zukünftige Indikationsfelder des 14prozentigen Doxycyclin-Gels
Prof. Eickholz untersuchte den Effekt von lokal appliziertem
14prozentigem Doxycyclin-Gel (Ligosan® SR) mit den drei genannten
Behandlungszielen. Er konnte in einer randomisierten
Doppelt-Blind-Zulassungsstudie erstmals nach sechs Monaten
Studienzeitraum bessere Attachementgewinne sowie klinisch relevant
bessere Taschenreduktion von durchschnittlich mehr als 0,5 mm im
Vergleich zum konventionellen Vorgehen feststellen. Durch diese
Steigerung der Effektivität des nicht-chirurgischen Vorgehens kann die
therapeutische Schwelle für ein chirurgisches Eingreifen deutlich erhöht
werden*1. In seinem Vortrag stellte Eickholz den zusätzlichen Nutzen
des Gels vor, den er in seiner Studie beobachten konnte: zum einen beim
unterstützenden Einsatz zur nichtchirurgischen mechanischen Therapie
bisher unbehandelter Parodontitiden zum anderen alternativ zur
mechanischen Reinstrumentierung in der UPT. "Das 14prozentige
Doxycyclin-Gel scheint auch eine Alternative zur subgingivalen
Reinstrumentierung in der UPT zu bieten" so Eickholz. Erste
vielversprechende Ergebnisse liegen für die Therapie von Parodontitis
auch bei Furkationsbeteiligung vor. Zukünftige wichtige
Indikationsfelder sieht Eickholz durch die hohe Prävalenz
periimplantärer Mukositis und Periimplantitis.
Anwendungsbeobachtung von Ligosan® Slow Release nach AMG gestartet
Heraeus Dental bietet erstmals ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff
Doxycyclin unter dem Namen Ligosan® Slow Release auf den deutschen Markt
aus. Ab Oktober 2010 ist das neue Lokalantibiotikum für die adjuvante
Therapie chronischer und aggressiver Parodontitis flächendeckend in
Deutschland verfügbar. Es ergänzt die konventionelle, nicht-chirurgische
Standardtherapie und zeigt signifikant bessere Ergebnisse als eine
geschlossene Kürettage (Scaling and Root Planing/SRP) allein. Eine
bundesweite Anwendungsbeobachtung nach AMG läuft seit Anfang des Jahres.
Doxycyclin-Gel in der Praxis
Das neue Lokalantibiotikum mit dem Wirkstoff Doxycyclin macht nicht nur
einen deutlich differenzierteren Behandlungsspielraum in der adjuvanten
Therapie chronischer und aggressiver Parodontitis möglich, sondern
erweitert ihn. So werden damit z.B. alle Leitkeime erfasst. Die
parodontologische Therapie wird optimiert durch die patentierte Slow
Release Abgabe, den doppelten Wirkmechanismus und die
anti-inflammatorische Wirkung. Die zusätzliche Applikation lokaler
Antibiotika additiv zur subgingivalen Kürettage vermeidet gegebenenfalls
frühzeitig parodontalchirugische Eingriffe. Das stellt bei Patienten
mit bestimmten Allgemeinerkrankungen eine Therapiealternative zur
systemischen Antibiotika-Behandlung dar.*2 Die rein lokale subgingivale
Applikation der antimikrobiellen Wirkstoffe ist im gesamten Organismus
besser verträglich als die systemische Gabe.*3
Tipp: Ein weiterer neuer Therapiansatz bei Parodontitis durch das Del-1-Protein
Quellen:
*1Eickholz P, Kim TS, Bürklin T, Schacher B, Renggli HH, Schaecken MT,
Holle R, Kübler A, Ratka-Krüger P: Non-surgical periodontal therapy with
adjunctive topical doxycycline: a double blind randomized controlled
multicenter study.
(I). Study design and clinical results. J Clin Periodontol 2002; 29: 108-117.
*2 Kim TS, Vortrag: "Lokale Antibiotikagabe - eine Alternative zur systemischen Antibiose?"
*3 Eickholz P, Vortrag: "Subgingivale Applikation von 14% Doxycyclingel in der Parodontitistherapie.
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