Ich habe mal eine Verständnisfrage bezüglich des Setzens von Schraubimplantaten regulär und mit gleichzeitigem Knochenaufbau.
1. Wenn ich das richtig verstehe ist der Vorgang beim Implantieren wie folgt: es wird erst ein "Pilotloch" in den Kiefer gebohrt, danach wird eine Bohrung vorgenommen die im Durchmesser dem späteren Implantat entspricht und dann wird ein Gewinde in den Knochen geschnitten. Bedeutet das dann beim "Eindrehen" des Implantats das es sich quasi widerstandslos einschrauben läßt weil das geschnittene Gewinde genau dem Implantgewinde entspricht? Oder verhält es sich eher wie bei einer "Spax"-Holzschraube bei der die Schraube sich quasi ihr eigenes Gewinde schneidet? Das dieses Vorgehen nicht vollständig auf den Kiefer angewandt werden kann ist klar (Bruchgefahr), aber meiner Ansicht wäre es zweckmäßig wenn das Gewinde des Implantats zumindest die letzten Millimeterbruchteile des Gewindegangs selber schneiden würde (erhöhte Festigkeit). Oder mach ich da einen Denkfehler, wie wird das in der Praxis gehandhabt?
2. Analog dazu: Wie schaut es aus bei der gleichzeitigen Knochenaugmentation bzw. Sinuslift. Mittlerweile wird ja scheinbar relativ zu dieser Technik gegriffen. Ist das Einbringen von Knochenersatzmaterial nach Ausheilung/Verknöcherung tatsächlich so eng mit dem Implantatgewinde verwachsen das die Festigkeit vergleichbar ist mit einem herkömmlichen, in den natürlichen Kieferknochen gebohrten Implantat?
Re:Verbindung mit dem Knochen Beitrag vom 21.11.2009, 09:02 Uhr
Hallo, ich bin zwar nur Partient und kein Zahnarzt, aber bei mir ist kein Gewinde geschnitten worden. Das Loch wurde in mehreren Schritten gebohrt und als es groß genug war, ist das Implantat mit einem Drehmomentschlüssel hinein geschraubt worden. Das Loch wird dabei wohl groß genug gebohrt, das das winzige Gewinde sich selber rein schneiden kann ohne das etwas bricht. Ich weiß allerdings nicht, ob es da vielleicht unterschiedliche Methoden gibt, wegen Gewinde vorher schneiden.
Und beim Knochenaufbau... da habe ich nur Eigenknochen, aus den bereits gebohrten Löchern inklusiv Knochenersatzmaterial als Granulat bekommen. Die beiden Implantate, die das auf dieser Kieferseite erhalten haben, sitzen genauso bombenfest wie die beiden auf der anderen Kieferseite, die keinen Knochenaufbau benötigt haben. Vielleicht hilft dir das ein wenig :-)
LG, Kessi
Re:Verbindung mit dem Knochen Beitrag vom 24.11.2009, 18:42 Uhr
Hallo, es gibt verschiedene Makrodesigns. Nach der Implantatbettaufbereitung (aufsteigende Bohrergrössen) gibt es Implantattypene, die werden eingeklopft oder gepresst (Press-Fit), es gibt selbstschneidende Gewinde, für die das Bohrloch untermaßig (sehr konische Formen) oder maßig aufbereitet oder für die ein Gewinde vorgeschnitten werden sollte. Was die Knochenaugmentation angeht gibt es da die gesamte Spanne von Ergebnissen, die u.a. von Material und der Patientenbiologie abhängig ist. Aber nichts ist besser als der eigene Knochen. Gruß B. Zahedi