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THEMA: Re:Knochenaufbau: optimales Material?
 
Knochenaufbau: optimales Material?
Beitrag vom 24.08.2009, 14:44 Uhr

 
von Hucke
Fresh Boarder
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Hallo, bei mir soll im Oberkiefer, 2/2 ein Implantat gesetzt werden. Weil der Kiefer recht dünn ist, wird ein Knochenaufbau zu setzen sein.

Im Aufklärungsbogen habe ich Hinweise zum Einsatz von Geistlich Bio Oss und Bio Glide gefunden.

Folgende Fragen habe ich dazu:

Frage 1
Ist der Einsatz von Eigenknochen (Hüfte, Unterkiefer) grundsätzlich besser, als der Einsatz eines Fremdmaterials (Bio Oss)?

Frage 2
Gibt es zugängliche vergleichende Erfolgsstatistiken zu dem Thema?

Frage 3
Ist es risikoärmer, Hüftknochen zu entnehmen, ich stelle mir laienhaft vor, dass die Komplikationsrisiken im Kieferbereich höher sind (Nervenschädigung).

Frage 4
Ist der Einsatz von Eigenknochen in Kombination mit den Fremdprodukten sinnvoll im Sinne z.B. einer besseren Modellierbarkeit beim Einsatz des Implantates oder schon beim Knochenaufbau?

Vielen Dank für kompetente Antworten
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Re:Knochenaufbau: optimales Material?
Beitrag vom 24.08.2009, 22:16 Uhr
Letzte Änderung: 25.08.2009, 09:12 von admin i.com.

 
von Dr. Kai Zwanzig
Zahnarzt und Fachzahnarzt für Oralchirurgie
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Geschlecht: männlich Ort: Bielefeld Geburtstag: 1975-06-22
www.praxis-zwanzig.de
Guten Tag,


(Teile des Beitrags wurden gelöscht, admin i.com)

Die nicht resorbierbaren Membranen bergen aber gewisse Risiken und sollten nur von sehr erfahrenen Anwendern benutzt werden. Die häufigste Komplikation ist die Exposition der Membran und so eine hohe Infektanfälligkeit, was aber mit bestimmten Nahttechniken sehr gut zu verhindern ist.
Gerade im Frontzahnbereich sollte man nicht zu viel Fehler machen. Wir benutzen spezielle Einschalungstechniken für optimale ästhetische Ergebnisse. Das zwar auch mit resorbierbaren Materialien, diese bestehen jedoch aus hochfesten Polylaktidplatten, die mit Ultraschall am Knochen verschweisst werden und ganz sicher alle Bewegungen eliminieren.
Vom Einsatz von Hüftknochen würde ich ebenfalls dringend abraten, da die Menge Eigenknochen, die man intraoral gewinnen kann, absolut ausreicht, um so einen kleinen Bereich zu augmentieren. Das geschieht in unserer Praxis völlig risikoarm, ganz im Gegensatz zur Entnahme von Hüftknochen, wo die Patienten teilweise sehr viel leiden müssen.
MfG
Dr. Kai Zwanzig
Spezialist Implantologie
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Re:Knochenaufbau: optimales Material?
Beitrag vom 25.08.2009, 08:10 Uhr
Letzte Änderung: 06.05.2010, 07:04 von gerda260756.

 
von gerda260756
Platinum Boarder
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Re:Knochenaufbau: optimales Material?
Beitrag vom 25.08.2009, 08:21 Uhr

 
von Hucke
Fresh Boarder
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Zunächst Danke für die interessante Antwort.
Verstehe ich es richtig, dass die Kombination von Eigenknochen/Böhrspänen und BioOss/BioGide empfehlenswert ist. (Also nur der alleinige Aufbau mit diesen Materialien sinnfrei ist)

Bleibt die Frage, was Polylaktidplatten sind.
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Re:Knochenaufbau: optimales Material?
Beitrag vom 25.08.2009, 09:02 Uhr

 
Hallo,
die Aussage, dass ein alleiniger Knochenaufbau mit Ersatzmaterialien nicht funktioniert, kann man so nicht stehen lassen.
Sowohl Ersatzmaterial als auch Knochen, der transplantiert wurde, dienen als Platzhalter für einen sich in dieser Region neu bildenden, ortsständigen Knochen. Es kommt auf die Defektart/-Größe an, ob dies allein durch die Osteokonduktivität (siehe Lexikon) des Knochenersatzmaterials funktioniert, oder ob ein Knochentransplantat (Knochenblock) notwendig ist.
Weitere Infos auch unter
http://www.implantate.com/knochenaufbau-knochenblock-sinuslift- distraktion-bmp-s.html
Gruß
B. Zahedi
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Re:Knochenaufbau: optimales Material?
Beitrag vom 25.08.2009, 11:22 Uhr

 
von Dr. Kai Zwanzig
Zahnarzt und Fachzahnarzt für Oralchirurgie
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Guten Tag,
schön, daß der Admin meinen Beitrag so zerstückelt hat, daß niemand ihn mehr verstehen kann. Ich habe nie behauptet, daß das nicht funktioniert, nur nicht in der Form, wie Sie sich das vorstellen. Es wurde eine ganz klare Frage gestellt, die ich beantwortet habe, und die nicht im Geringsten Kritik an einem Produkt der Firma Geistlich übte, zu der ich sehr gute Kontakte pflege. Wenn Sie mir das nicht glauben, dann fragen Sie Kollegen wie Hürzeler, Wachtel, Iglhaut, Kirsch/Ackermann oder Ueli Grunder. Mit den Aussagen ist bestimmt nicht denen geholfen, die danach gefragt haben.
MfG
Dr. Kai Zwanzig
Spezialist Implantologie
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Re:Knochenaufbau: optimales Material?
Beitrag vom 25.08.2009, 11:54 Uhr

 
von Dr. Kai Zwanzig
Zahnarzt und Fachzahnarzt für Oralchirurgie
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Guten Tag,
zur Beantwortung der restlichen Fragen:
Prof. Dr. Khoury ist wohl maßgeblich verantwortlich für Entwicklungen und Forschung auf dem Gebiet der Knochenaugmentation. Ich persönlich kenne zumindest niemanden, der mehr Erfahrung hat. Seine heutige Technik stützt sich auf seine Erkenntnis, daß Knochenblöcke keine optimalen Ergebnisse erzielen, weil sie teilweise großen Resorptionsprozessen unterliegen und wenn sie nicht aus der Hüfte kommen, auch teilweise nicht richtig an die Blutversorgung angeschlossen werden. Wirklich vorhersehbare Ergebnisse gibt es also nur bedingt. Prof. Khoury hat die sogenannte Schalungstechnik erfunden: Er schalt (wie auf dem Bau) Defekte mit dünnen Knochenscheiben deidimensional ein und füllt den Raum dazwischen mit kleinen Knochenstücken. Durch die feste Verschraubung der Knochenscheiben an der Außen- oder Innenseite wird die Bewegung elimiert und aus den losen Knochenstücken in der Mitte kann fester Knochen werden. Dieses Verfahren ist natürlich sehr aufwendig und invasiv, funktioniert aber hervorragend.
Seit einiger Zeit gibt es ein neues Verfahren, bei dem der Defekt nicht mehr mit Knochenscheiben eingeschalt wird, sondern mit pesorbierbaren Platten aus Polylaktid. Diese lassen sich in heissem Wasser an die Defektmorphologie anpassen und werden danach fest mit Ultraschall an den Knochen geschweisst. Diese Schalung ist so fest und hart, daß man sie normalerweise nicht mehr vom Knochen lösen kann. Das braucht man aber auch nicht, weil resobierbar, d.h. es entfällt auch die Entfernung der Osteosyntheseschrauben. In den Hohlraum wird dann analog Knochenmaterial eingefüllt und stabilisiet sich während der Einheilung. Der Vorteil der beiden Techniken insgesamt gegenüber einem Knochenblock ist, das der Anteil Kortikalis, der beim Block vorherschend ist, sehr gering ist und so fast der gesamte augmentierte Bereich auch durchblutet ist und so dem Orginal sehr nahe kommt.
Für uns ist diese Technik revolutionär, da wir dem Patienten sehr minimalinvasiv tollen Knochen aufbauen können.
Wichtig bei allen Knochenaufbauten ist, daß man das aufgebaute Gebiet optimal gegen die Außenwelt abschirmt; es werden stabile Membranen benötigt, die lange Standzeit haben und die sämtliche Bewegung von dem darunter liegenden Aufbau fernhalten. Einfach vernetzte Kollagenmembranen sind unserer Meinung dafür nicht ausreichend.
MfG
Dr. Kai Zwanzig
Spezialist Implantologie
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Re:Knochenaufbau: optimales Material?
Beitrag vom 25.08.2009, 16:18 Uhr
Letzte Änderung: 06.05.2010, 07:04 von gerda260756.

 
von gerda260756
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