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THEMA: Re:Eiter am Implantat - Verschiedene Meinungen
 
Eiter am Implantat - Verschiedene Meinungen
Beitrag vom 15.11.2010, 12:44 Uhr

 
von Vincenco
Fresh Boarder
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Hallo,

Ich habe ein ca. 8 Jahre altes Frontzahn-Implantat, an welchem nun Eiter austritt.
Scheinbar ist der Knochen vorne zurückgegangen, soviel steht wohl fest.
Nun gibt es 2 Ärzte und 2 Meinungen:

Arzt1, Implantologe & Dentalchirurg ist der Meinung das Implantat sei verloren,
es muss auf jedenfall entfernt werden und weitere Therapieversuche seien
überflüssig. Er gibt eine Zeit von 1,5 Jahren an bevor ein neues Implantat
gesetzt werden kann.

Arzt2, ebenfalls Implantologe sagt man müsse nachschauen was damit los ist.
Zu diesem Zweck soll das Zahnfleisch hochgeklappt werden via Einschnitt und
so wie ich es verstanden habe ggf. dann das Implantat gereinigt und eine
Membran eingesetzt werden, sowie der Knochen aufgebaut falls möglich.
Wenn der Knochen sich rund um das Implantat zurückgebildet haben sollte
wird es dann direkt entfernt.
Er gibt eine Zeit von 4-8 Wochen für ein erneutes implantieren an, da sich
sonst der Knochen zu stark zurückbilden würde. (so habe ich es verstanden)

Arzt2 setzte das Implantat vor 8 Jahren und ich bin auch geneigt seiner
Ausführung zu folgen da ich Ihn für erfahrener halte.


Ich hätte nun gerne ein paar qualifierte Meinungen wenn möglich,
und hänge auch mal ein Röntgenbild als Thumbnail an.
Das hochklappen des Zahnfleisches macht mir doch ein wenig Sorgen...


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Re:Eiter am Implantat - Verschiedene Meinungen
Beitrag vom 15.11.2010, 17:03 Uhr

 
Arzt 2 gute Idee. Implantat steht noch gut im Knochen. Veränderte Vorgehensweise: Erst Aufmachen, mechanisch säubern, wichtig, Airflow, mit Chlorhexidingel putzen. Antibiotische Abschirmung. Wenn alles o.k. ist, nach 4 Wochen Evulation wo das Zahnfleisch steht, dann Überlegung es so zu lassen oder Bindegewebstransplantat oder Knochenaufbau. Wichtig: erst Entzündung weg, dann weitere Maßnahmen falls erforderlich.

Viele Grüße
Walther Borning
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Re:Eiter am Implantat - Verschiedene Meinungen
Beitrag vom 15.11.2010, 21:36 Uhr
Letzte Änderung: 15.11.2010, 21:45 von Borrmann.

 
Jeder Rettungsversuch für ihr Implantat ist vergeudete Mühe.
Man sieht auf dem Röntgenbild, dass 8 Gewindegänge keinen Knochenkontakt mehr haben.

Lassen sie es sich entfernen. Nach einer Abheilphase von ca. 2 Monaten können Sie sich überlegen, ob Sie nochmal ein Implantat haben möchten. Wenn ja empfehle ich Ihnen ein zweizeitiges Vorgehen, also erstmal den Knochen aufbauen und später das Implantat setzen lassen.

Von Knochenaufbau bzw. Bindegewebstransplantat an infizierten Implantaten (borning)würde ich die Finger lassen, da hilft weder Chlorhexidin noch Antibiose.
Jeden Tag den sie länger warten geht auf Kosten Ihrer Knochensubstanz.

Gruß Borrmann
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Re:Eiter am Implantat - Verschiedene Meinungen
Beitrag vom 16.11.2010, 13:39 Uhr

 
von Dr. Kai Zwanzig
Zahnarzt und Fachzahnarzt für Oralchirurgie
Gold Boarder
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Geschlecht: männlich Ort: Bielefeld Geburtstag: 1975-06-22
www.praxis-zwanzig.de
Guten Tag,
wenn man nur genügend Ärzte aufsucht, dann wird man auch jemanden finden, der einem genau das erzählt, was man hören will. Und wenn Sie Erfahrung mit Alter des Behandlers gleichsetzen, dann ist also jemand, der in 10 Jahren als Fachzahnarzt für Oralchirurgie einen Eingriff tausendfach durchgeführt hat unerfahrener als der, der in 30 Jahren ein paar Mal so etwas gemacht hat!?! Klingt logisch!

@ Walther Borning:
Wie der Kollege Borrmann richtig gesehen hat, steht das Implantat keineswegs gut im Knochen; die periimplantäre Entzündung reicht bis ins apikale Drittel, zudem beglückwünsche ich Sie zu Ihrer Fähigkeit, auf einem zweidimensionalen Röntgenbild die Dritte Dimension beurteilen zu können!

Aber zurück zum Thema.
Die Erfolgsaussichten, ein solches Implantat zu retten, sind gegen Null gehend. Eine infizierte Implantatoberfläche zu dekontaminieren, ist äußerst schwierig und wirklich effizient nur mit dem Laser zu schaffen (da sind sich heute alle Experten einig!!!).
Ein nachträglicher Knochenaufbau kann schon allein deshalb nicht funktionieren, weil dafür die Oberfläche absolut keimfrei sein, und der ganze Aufbau samt Implantat wieder unter dem Zahnfleisch einheilen müsste.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß Arzt 1 gesagt hat, daß erst in 1,5 Jahren das Implantat gesetzt werden könnte, aber rechnen wir das doch mal zusammen durch:
Implantat raus => 3 Monate warten
Knochenaufbau => 6 Monate warten
Implantation => 4-6 Monate warten
Freilegung => 1-2 Monate warten

... und schon sind wir bei ca. 1,5 Jahren!

Ich wünsche Ihen jedenfalls für die Zukunft alles Gute.
Mit besten Grüßen
Dr. Kai Zwanzig
Spezialist Implantologie
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Re:Eiter am Implantat - Verschiedene Meinungen
Beitrag vom 16.11.2010, 17:50 Uhr

 
von Vincenco
Fresh Boarder
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Ich habe dieses Thema eröffnet um mir weitere Meinungen einzuholen damit ich
eben nicht mehrere Ärzte aufsuchen muss. Ich habe nunmal nur diesen einen
Oberkiefer und möchte daher eine überlegte Entscheidung treffen. Das eine
ist die aktuell behandelnde Praxis, dass andere der Arzt der das implantat setzte.

Als Laie beurteile ich die "Erfahrung" natürlich anhand des Alters, was bleibt mir
denn übrig? Für qualifiziert halte ich beide Aerzte aber mir Fehlen die Fachkenntnisse
um zu beurteilen wer jetzt richtig oder richtiger liegt, oder wer in seiner alltäglichen
Praxis mehrere dieser Eingriffe durchführt und spezifischer geschult ist. Dass kann ich
schlichtweg nicht nachvollziehen.
Kann natürlich auch nur im groben wiedergeben was mir erzählt wurde.

Ich hatte mir eigentlich eine Art Hilfestellung bei meiner Entscheidungsfindung
erhofft durch dieses Thema hier, denn ich weiß nach wie vor nicht was nun die
richtige Vorgehensweise ist.

Grüße
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Re:Eiter am Implantat - Verschiedene Meinungen
Beitrag vom 16.11.2010, 18:09 Uhr

 
Hallo,
tatsächlich ist es schwierig eine 100%ige Diagnose zu stellen und selbst dann eine 100%ige Therapie abzuleiten. Wir haben einen ähnlichen fall in der Praxis, der auch nach 3D-Darstellung letztendlich keine Sicherheit über die Herkunft des Eiters und die ideale Therapie geliefert hat. Auch wir sind dazu übergegangen, den Prozess freizulegen. Hiernach kann man dann je nach Ursache, Ausmaß und Lokalisation des Defekts entscheiden, was das beste Vorgehen darstellen dürfte. Vielleicht hilft Ihnen das bei Ihrer Entscheidung?
Gruß
B. Zahedi
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Re:Eiter am Implantat - Verschiedene Meinungen
Beitrag vom 21.11.2010, 22:55 Uhr

 
von PIT2010
Fresh Boarder
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Hallo hier meine Erfahrung:
1986: Setzten des Implantates seitl. Schneidezahn rechts (damals noch Plattimplantat ohne Gewinde)
2003: Entzündung--> Es wurde medikamentös versucht, das Implantat zu retten. 2 Jahre behielt ich das Implantat noch mehr oder weniger gut --> Das Implantat saß nicht mehr fest !!!
2005: Mitlerweile traten SChmerzen am rechten Nasenflüel entlang bis hin zum rechten Auge auf und ich entschloss mich, das Implantat entfernen zu lassen.
Wie mir ein Professor im Nachhinein erklärte, war wohl die Entzündung am Knochen nicht ganz abgeheilt und in den zwei Jahren fand ein konstanter Konchenabbau statt.
Da hatte ich erstmal genug und die letzten 5 Jahre war ich mit einer provisorischen Klebebrücke versorgt - ästhetisch sehr unbefriedigend !!!
2010: Oktober--> Da der Kieferknochen sich noch weiter abbaute und nun der Frontzahn und Zahn 3 drohten auszufallen, entschloss ich zu handeln und hatte vor 1 Monat eine kleine Osteoplastik, die fehlschlug, vor zwei Wochen nochmals die ganze Prozedur und nun schaut das Ganze auch nicht grad gut aus (Kieferknochen liegt offen).

Mein Fazit: Bei den ersten Anzeichen einer Entzündung um das Implantat würde ich mich SOFORT davon trennen. Hätte ich das getan, wäre der Knochenverlust wohl nicht so stark ausgefallen.

Dies ist meine ERfahrung und die muss nicht bei Jedem so eintreffen. DAs ganze ist bei mir auch schon länger her und bestimmt hat sich seither in der Implantologie einiges getan. Aber ich dachte, es ist vielleicht hilfreich, wenn man mal einen Fall aus der Praxis erfährt. Wie sich etwas entwickelt ist immer individuell.

Auf jeden Fall wünsche ich viel Glück und alles Gute für das weitere Vorgehen.
Grüße,
Petra
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Re:Eiter am Implantat - Verschiedene Meinungen
Beitrag vom 24.11.2010, 17:28 Uhr

 
von Vincenco
Fresh Boarder
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So, Heute wurde das Zahnfleisch aufgeklappt um nachzusehen.

Ergebnis: Implantat ist komplett von Knochen bedeckt und bei genauerer
Betrachtung sieht man auch dass die meisten Gewindegänge noch im
Knochen stehen. Es war kein Loch in der Knochenwand vorhanden.

Entzündungsursache war ein Zementrest des letzten Arztes der die Krone abgenommen hat.

Es wurde zuerst mechanisch und dann per Laser gereinigt und wieder vernäht.

Ich bin erstmal sehr froh dass ich es mir nicht habe direkt entfernen lassen.


Grüße :)
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Re:Eiter am Implantat - Verschiedene Meinungen
Beitrag vom 17.07.2011, 19:44 Uhr

 
von Fran
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Geburtstag:
Die Diskussion ist zwar schon ne weile her, aber ich habe ein ähnliches Problem und würde gern wissen wie die Sache schlußendlich ausgegangen ist.
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man beim Fehlen der hinteren Zähne einer Zahnreihe von einer Freiend-Situation spricht? Da nach hinten hin keine eigene Zähne vorhanden sind, ist auch ein fester Zahnersatz durch eine Brücke nicht mehr möglich. Hier besteht allerdings durch den Einsatz von Implantaten die Möglichkeit, eine herausnehmbare Prothese zu vermeiden und auf festen Zähnen zu beissen. Mehr im Kapitel Zahnersatz-Alternatven.

 
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