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THEMA: Re:Einfluss von Paradontitis auf Implantat-Behandlung
 
Einfluss von Paradontitis auf Implantat-Behandlung
Beitrag vom 13.01.2010, 13:53 Uhr

 
von Hanna_09
Fresh Boarder
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Hallo liebe Zahnärzte & Co. & Forenteilnehmer!

Kürzlich hatte ich mich wg. der "Notwendigkeit" einer vollständigen Entfernung der Restbezahnung und Einsatz einer Vollprothese bei meiner Schwester ans Forum gewandt. Die OP wurde erstmal ausgesetzt und meine Schwester holt jetzt auf mein Drängen weiteren Rat ein.

Im Zuge dessen sind ein paar Fragen zum Thema Paradondontitis und Behandlungsablauf aufgekommen - vielleicht hat da jemand Erfahrung bzw. kann eine Fachmeinung beisteuern?!

Eine Restzahnentfernung ist aufgrund von paradontosebedingtem Ausfall / starkem Knochenschwund (keine OK Implantate ohne massiven Knochenaufbau möglich) im OK auf jeden Fall nötig. Im UK sind bis auf einen Eckzahn die Frontzähne noch einigermaßen. Also zwar auch angegriffen, aber noch nicht unmittelbar von Ausfall bedroht. Prognose wie lang dies noch so hält konnte aber nicht abgegeben werden.
UK Backenzähne teils bereits raus. Knochenmenge im UK aber angeblich soweit gut, dass ohne Aufbaumaßnahmen Implantate gesetzt werden könnten. (allerdings wegen Berufstätigkeit und Zeitmangel "nur" Locatoren geplant)

1. Warum können im OK Locatoren gesetzt werden, wenn doch für "richtige" Implantate nicht genug Knochen vorhanden ist? (Dann dürfte doch auch für Locatoren nicht genug da sein - sind ja eigentlich auch nichts anderes als Implantate?!)

2. Wäre es für meine Schwester nicht erstmal schonender und würde die Gewöhnung an die Prothesen erleichtern, nur den OK zu machen? Der UK könnte doch 6-12 Monate später gemacht werden? Gegenargument des ZA ist hier vor allem: Wenn alles auf einmal dann kann die Vollprothese besser aufeinander abgestimmt und angepasst werden. Nachträglich würde es schlechtere Ergebnisse bringen und wäre aufwendiger. (Versteh ich nicht - die Vollprothese wurde bereits von den noch bestehenden natürlichen Zähnen angefertigt und eine genaue Einpassung muss doch so oder so gemacht werden...)

3. Verhindert die dann weiter im UK bestehende Paradontitis ein zeitlich gestuftes Vorgehen? Sprich gefährdet sie die Locatoren im OK? Oder tritt eine Gefährdung bei max. 1 Jahr Zeit zwischen dem Ziehen eher nicht auf?

4. Wie lange dauert überhaupt die Ausheilung der Entzündung nach dem Zähneziehen (mindestens)? Also sicher Locatoren eingesetzt werden können?

5. Welche Empfehlungen gibt es dazu ob man nach dem Zähneziehen gleich ein lose Teilprothese auflegen kann? Oder sollte das auf keinen Fall erfolgen? Warum und ab wann?

Ich freue mich sehr über Tipps und Antworten!!!

Hanna

PS: Vielleicht eine etwas blauäugige Frage speziell an Fachexperten - Warum macht man nicht eine Locator-getragene Teilprothese im OK und nutzt das noch gute Knochenmaterial im UK um bei den Backenzähnen echte Implantate zu setzen? Die können da doch in Ruhe einheilen ohne dass es im beruflichen Umfeld auffällt dass da Zähne fehlen. Nach den 6 Monaten dann auf die Implantate und natürlichen Frontzähne ne Brücke oder sowas setzen. Dann wär nicht alles gleichzeitig, kaum berufliche Beeinträchtigung, man hätte zumindest noch die Schneidezähne und sogar gut verankerte Implantate die Knochen erhalten und genutzt werden können, sollte sich auch die Front verabschieden. Wird all sowas von der Paradontose zu Nichte gemacht?! Einen großen Dank für Ihre Meinungen!
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Re:Einfluss von Paradontitis auf Implantat-Behandlung
Beitrag vom 13.01.2010, 17:17 Uhr

 
Hallo,
Locatoren sind eine Möglichkeit herausnehmbaren ZE auf Implantaten zu fixieren. Möglicherweise reicht im OK der Knochen nur im Seitenzahnbereich nicht aus, um problemlos festsitzenden ZE zu planen. Daher Implantate nur im Frontzahnbereich und Locatoren.

Im Unterkiefer spräche wohl nichts gegen das Konzept festsitzend zu versorgen und mit den Implantaten schon im Seitenzahnbereich anzufangen (sofern nicht aufgrund akuter Entzündungen dagegenspricht). Mit der NEtfernung eines entzündeten Zahns ist das entsprechende Risiko übrigens sofort weg.
Die gleichzeitige Fertigung OK/UK hat Vorteile, ist aber keinesfalls verpflichtend, kann also gut 2zeitig gemacht werden.
gruß
B. Zahedi
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Re:Einfluss von Paradontitis auf Implantat-Behandlung
Beitrag vom 13.01.2010, 17:50 Uhr

 
von Hanna_09
Fresh Boarder
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Hallo Dr. Zahedi,

danke für Ihre Antwort!
Ich frage deshalb bzgl. der Lokatoren da der ZA meiner Schwester die zugrundeliegenden Implantate als kleiner und weniger massiv/ belastungsfähig beschrieben hat, als dies bei "richtigen" kronentragenden Implantaten der Fall wäre...?
(Schlechterer Seitenzahnbereich kann sicherlich sein - allerdings ist gerade die OK-Front stark betroffen = Wackeln + Ausfall Zahn)

Ich muss leider rückfragen: Was meinen Sie mit "Fest sitzender Versorgung" im UK? Bisher fehlen dort einige Backenzähne und ein Teil der Zähne ist etwas locker. Paradontose ist vorhanden, demnach besteht Entzündung - wenn auch noch nicht so weit fortgeschritten wie im OK. Es besteht allerdings auch bei den unten fehlenden Zähnen bisher keinerlei Zahnersatz oder gar Implantate. Würden an den Seiten Implantate gesetzt, müssten die ja gut ein halbes Jahr ohne Belastung einheilen - sprich die einzig noch stehenden natürlichen Frontzähne müsste die ganze Zeit "allein klarkommen"... Ginge das?
Bisher einzige Alternative war alle UK-Zähne raus und mit 4 Lokator-Implantaten befestigte Prothese rein.

Danke nochmals für eine Ergänzung!!!!

Hanna
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Re:Einfluss von Paradontitis auf Implantat-Behandlung
Beitrag vom 13.01.2010, 18:19 Uhr

 
Hallo,
Implantate zur Fixation von herausnehmbarem ZE können durchaus durchmesserreduziert gegenüber festsitzenden Versorgungen sein, das würde schon passen.
Ein Behandlungskonzept für die beidseitige Freienedsituation im Unterkiefer könnte festsitzend sein. Ob tatsächlich einen Einheilzeit von 6 MOnaten nötig ist, möchte ich bei genügendem Knochenangebot bezweifeln.
Gruß
B. Zahedi
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