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THEMA: Notwendige Entfernung eines Implantates
 
Notwendige Entfernung eines Implantates
Beitrag vom 10.05.2010, 11:42 Uhr

 
von AlexHH
Fresh Boarder
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Hallo,
einige bescheidene Fragen als Neuling auf diesem Forum. Mir wurde eine Schraube für ein Implantat im hinteren Oberkiefer eingesetzt. Beim Kontrolltermin wurde festgestellt, dass sie sich um ca. 90grad im Knochen gedreht hat und sie wurde dann sofort wieder entfernt. Knochenersatzmaterial wurde eingesetzt. Jetzt meine Fragen:
- Kommt soetwas häufiger vor ?
- Macht es Sinn, einen zweiten Anlauf zu wagen ?
- Für die Entfernung soll ich € 2200,- bezahlen (obwohl ich ca. die gleiche Summe bereits für die Einsetzung bezahlt habe). Ist das üblich oder fällt diese Leistung unter die Gewährleistung des Zahnarztes ?

Über ein paar Tipps würde ich mich freuen.

Grüße

AlexHH
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Re:Notwendige Entfernung eines Implantates
Beitrag vom 10.05.2010, 21:14 Uhr

 
von Dr. Jörg Wollschläger
Gold Boarder
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Hallo AlexHH,

ich bin mir nicht sicher, Sie richtig verstanden zu haben. Ist es so, dass die Schraube das Implantat ist (auf das dann eine Krone o.ä. aufgesetzt werden soll)? Meint eine Drehung um 90 Grad dass die Schraube horizontal liegt statt von oben nach unten? Letzteres kann eigentlich nur sein, wenn das Implantat in der Kieferhöhle gelandet ist. Wurde bei der ersten OP denn ein Sinuslift gemacht?

Zu Ihren Fragen, nein, das kommt nicht häufiger vor. Ob ein zweiter Anlauf sinnvoll ist lässt sich von hier nicht beurteilen.
Und: Grundsätzlich rechnet ein Arzt die erbrachte Leistung ab. Für einen Erfolg kann er nicht garantieren. Entscheidend wird hier sein, was vereinbart wurde, z.B. auch im Falle eines Misserfolges. Aber natürlich auch, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist!

Meine ganz persönliche Meinung zu den Preisen: Trotz der sicher hohen Kosten für Knochenersatzmaterialien, Membranen, Implantat - 4400 Euro für ein nicht erfolgreiches Implantat ist jenseits von gut und böse. Bevor ich das im Zweifelsfall vielleicht doch bezahlte würde ich sicher eine Zweitmeinung eines erfahrenen Kollegen einholen.

Viele Grüße

Dr.J.Wollschläger
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Re:Notwendige Entfernung eines Implantates
Beitrag vom 12.05.2010, 12:19 Uhr

 
von AlexHH
Fresh Boarder
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Hallo Dr. Wollschläger,

vielen Dank für Ihre Info. Zu Ihren Fragen: Es handelte sich um die Schraube, die sich in die horizontale Lage verschoben hat. Grund dafür war ein Knochenabbau auf der Kieferinnenseite und einen Knochenaufbau auf der Kieferaussenseite. Bei der ersten OP wurde ein Sinuslift gemacht.
Bezüglich der Kosten werde ich noch einmal mit meinem Zahnarzt reden. Vielen Dank noch für Ihre Einschätzung.

Viele Grüße
Alex HH
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Re:Notwendige Entfernung eines Implantates
Beitrag vom 18.05.2010, 09:15 Uhr

 
von Mandre27
Fresh Boarder
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Sehr geehrter Herr Dr. Wollschläger,
mir wurde ein Implantat im Oberkiefer eingesetzt - Kosten 3.400.- EURO. Nach ein paar Monaten ist mir die Krone mit der Schraube herausgefallen (das Implantat blieb im Kiefer, hat sich aber schon vorher beim daraufbeissen wie auf weichem Untergrund angefühlt)Ursache unerklärlich. Nach vier Monaten ist mir die Krone wieder rausgefallen. Ursache wieder unbekannt. Nachdem dritten Einsetzen der Krone - welche dieses Mal zu kurz war und kein Gegenbiss hatte und der Untergrund wieder weich war, wechselte ich den Arzt. Der nächste Arzt stellte einen länglichen Riss im Implantat fest und entfernte mir das mittlerweile schon von Eiter umgebene Implantat in einer aufwendigen Operation. Er machte mir einen Kostenvoranschlag für Knochenaufbau und neues Implantat für ca. 6.500.- EURO.
Meine Fragen an Sie:
Wie kann so was passieren?
Wie lange hält im Durchschnitt in Implantat?
Wie oft kann man laut Test auf ein Implantat beissen?
Mit wieviel Kilo Kaukraft kann man ein Implantat belasten bzw. mit wieviel Kaukraft ist es getestet?
Was Ihre Meinung zu der ersten Rechnung und dem zweiten Kostenvoranschlag?
Vielen Dank im Voraus.
Mit freundlichen Grüssen
A. Muller
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Re:Notwendige Entfernung eines Implantates
Beitrag vom 18.05.2010, 21:22 Uhr

 
von Dr. Jörg Wollschläger
Gold Boarder
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Hallo Mandre27,

oft bleiben die genauen Gründe für einen Misserfolg im Unklaren.

Einige Gedanken zu Ihren Fragen.

Titan ist ein relativ weiches Material. Überlastungen und damit Brüche können unterschiedliche Ursachen haben. Zu geringe Durchmesser des verwendeten Implantates (einige Firmen geben konkrete Freigaben, z.B. nicht unter 4 mm im Seitzahngebiet), zu lange Krone (z.B. bei starkem vertikalen Knochenabbau), ungünstige Belastung (Seitwärtsbelastungen), Parafunktionen (Knirschen, Pressen), es gibt aber auch mehr oder weniger stabile Implantate in Bezug auf die Gestaltung der Übergangsstelle zum Aufbau.

Funktionierende Implantate können sehr lange halten, man geht von über 90 % Erfolgsrate nach 10 Jahren aus.

Sie können praktisch unbegrenzt oft auf ein Implantat beißen solange Sie kritische Kräfte nicht überschreiten. Wie groß diese im einzelnen sein dürfen hängt wie gesagt von dem konkret verwendeten Implantat ab, Zahlen werden hierzu regelmäßig nicht angegeben und helfen in der Praxis auch nicht wirklich weiter.
Versuche zur Dichtigkeit von Schraubverbindungen wurden mit Kräften durchgeführt, die deutlich größer als im Mund sind. Ohne dass es hier zu Brüchen kam. Allerdings waren diese Verbindungsstellen bei den verschiedenen Systemen doch sehr unterschiedlich stabil. Es gab z.T. deutliche Beweglichkeiten bei Belastung, sowas kann nach längerer Zeit zu Materialermüdung und Bruch führen.

Der Preis für Ihr erstes Impl. ist sicher verursacht durch erhöhte Schwierigkeiten und einen recht umfangreichen Knochenaufbau incl. Sinuslift. Beim zweiten Kostenvoranschlag können nur umfangreiche Augmentationen, z.B. mit Knochenblöcken aus anderen Körperregionen die Höhe rechtfertigen.

Viele Grüße

Dr.J.Wollschläger
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