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Knochenentnahme Unterkiefer oder Beckenkamm Beitrag vom 18.01.2011, 23:13 Uhr
Hallo und guten Abend zusammen, bei mir soll demnächst ein Knochenaufbau für eine Freiendsituation im OK links durchgeführt werden, d.h. Sinuslift mit Knochenaufbau und soweit ich verstanden habe auch etwas Knochenaufbau in die andere Richtung, da der Kiefer sich deutlich abgebaut hat. Nach der Einheilzeit sind dann 2 Implantate einzusetzen. In einer Klinik soll die Knochenentnahme vom Beckenkamm erfolgen, die andere Klinik entnimmt den Knochen als Block aus dem UK. Gibt es aus Expertensicht eine vorzuziehende Variante oder sind beide Möglichkeiten gleichwertig hinsichtlich Einheilzeit, Resorptionsverhalten, Risiken usw? Ich habe von der DVT-Aufnahme mal zwei Bildschirmkopien angehangen.
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Re:Knochenentnahme Unterkiefer oder Beckenkamm Beitrag vom 19.01.2011, 08:06 Uhr
Guten Tag, sollte es wirklich nur um einen Knochenaufbau für die beiden Implantate im Oberkiefer gehen, dann kann man ausreichend Knochenmaterial aus der Mundregion gewinnen, um diesen durchzuführen. Eine Beckenkammentnahme stellt ein erhebliches Risiko dar, zudem unterliegt Hüftknochen großen Resoptionen; da ist Knochen aus der Kieferwinkelregion sehr viel vorhersagbarer und stabiler. Ich wünsche Ihnen für Ihre zahnmedizinische Zukunft alles Gute. Mit besten Grüßen Dr. Kai Zwanzig Spezialist Implantologie
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Re:Knochenentnahme Unterkiefer oder Beckenkamm Beitrag vom 19.01.2011, 09:46 Uhr
Letzte Änderung: 19.01.2011, 09:47 von Schmidt.
Guten Morgen, vielen Dank, Herr Zwanzig, für die interessante Antwort.
-Was ist unter großen Resorptionen seitens des Beckenkammknochens zu verstehen: hat der Beckenkammknochen als solcher bereits Stoffe aufgenommen, die für den Knochenaufbau dann nachteilig sein könnten?
-Verstehen Sie unter "erheblichem Risiko" das OP-Risiko ansich? (Das diese Methode für den Patienten eher unangenehm ist, wurde mir im Gespräch wohl mitgeteilt)
-In dem Gespräch in der zweiten Klinik (Knochenentnahme aus UK) wurde ich auf das (Klinik: "sehr geringes") Risiko hingewiesen, dass ein im UK verlaufender Gesichtnerv getroffen werden könnte, was in ungünstigen Fällen zu zeitweiligen Taubheit unterhalb Wange / am Kinn kommen kann, schlimmstenfalls bleibend. Wie schätzen Sie das Risiko ein? Kann man den Nerv nicht in der DVT-Aufnahme sichtbar machen?
Von der Option, Knochen aus dem UK-Bereich zu entnehmen, habe ich übrigens eher zufällig durch das Beratungsgespräch in der zweiten Klinik erfahren.
-Vielen Dank für Ihre Antwort-
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Re:Knochenentnahme Unterkiefer oder Beckenkamm Beitrag vom 08.02.2011, 20:34 Uhr
Hat die Klinik sich zum Thema allogenen Knochens bzw. xenogener/alloplastischer Materialien geäussert? Warum muss es unbedingt autologer Knochen sein, was spricht gegen ein Allograft?
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Re:Knochenentnahme Unterkiefer oder Beckenkamm Beitrag vom 09.02.2011, 23:15 Uhr
Das Thema fremdgespendeten Knochenmaterials wurde seitens der ersten Klinik nicht angesprochen.
Künstliches Knochenmaterial wurde mit der Begründung abgelehnt, dass ein notwendiger Knochenaufbau in Richtung Mundhöhle (mir fällt gerade keine bessere Beschreibung ein) nicht möglich sei. In diesem Punkt bin ich mir aber nicht mehr sicher, es richtig verstanden zu haben.
Zwischenzeitlich habe ich mich ein weiteres Mal beraten lassen von einem ortsansässigen MKG, der wie auch die zweite Klinik (und auch Dr. 20) das Knochenmaterial aus dem UK gewinnen will, da der OK-Knochen auch zu schmal sei.
Voraussichtlich werde ich mich für diese Variante entscheiden, da ich mich einem zusätzlichen Infektionsrisiko durch eine Beckenkammentnahme nicht aussetzen möchte (persönliche Einschätzung).
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Re:Knochenentnahme Unterkiefer oder Beckenkamm Beitrag vom 09.02.2011, 23:21 Uhr
Das Thema fremdgespendeten Knochenmaterials wurde seitens der ersten Klinik nicht angesprochen.
Künstliches Knochenmaterial wurde mit der Begründung abgelehnt, dass ein notwendiger Knochenaufbau in Richtung Mundhöhle (mir fällt gerade keine bessere Beschreibung ein) nicht möglich sei. In diesem Punkt bin ich mir aber nicht mehr sicher, es richtig verstanden zu haben.
Zwischenzeitlich habe ich mich ein weiteres Mal beraten lassen von einem ortsansässigen MKG, der wie auch die zweite Klinik (und auch Dr. 20) das Knochenmaterial aus dem UK gewinnen will, da der OK-Knochen auch zu schmal sei.
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Re:Knochenentnahme Unterkiefer oder Beckenkamm Beitrag vom 25.02.2011, 19:30 Uhr
Hallo und einen guten Abend, Ich stehe vor dem gleichen Problem und habe mich jetzt entschieden. Bei mir soll der Knochenaufbau im OK erfolgen und zwar als Knochenblock aus dem Beckenkamm. Jetzt bin ich aber doch wieder verunsichert.Ich lese hier von starken Resoptionen. Was heisst das genau. Wer kann mir aus eigener Erfahrungen sagen, wie lange man sich nicht unter die Menschen trauen kann, wg. starken Schwellungen und Schmerzen. Muss man bis die Wunde verheilt ist und die Fäden gezogen werden können ohne Prothese herumlaufen? Freue mich über jede Anwort Danke im voraus
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Re:Knochenentnahme Unterkiefer oder Beckenkamm Beitrag vom 28.05.2011, 22:57 Uhr
beckenkamm ist eine mögliche option für ausgewählte fälle. Es wird unter uns mkg-chirurgen genau abgewogen, wo welcher knochen die richtige option darstellt.
Das natürlich zahnärzte und weitergebildete zahnärzte (=oralchirurgen) diese optionen verwerfen, ist klar, sie können in diesem bereich nicht operieren. Das ist nicht schlimm, zumal der unterkiefer meist ausreichend knochen bieten kann. Nur die option beckenkamm sollte eine option bleiben, für ausgewählte fälle eben...
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Re:Knochenentnahme Unterkiefer oder Beckenkamm Beitrag vom 28.05.2011, 22:57 Uhr
beckenkamm ist eine mögliche option für ausgewählte fälle. Es wird unter uns mkg-chirurgen genau abgewogen, wo welcher knochen die richtige option darstellt.
Das natürlich zahnärzte und weitergebildete zahnärzte (=oralchirurgen) diese optionen verwerfen, ist klar, sie können in diesem bereich nicht operieren. Das ist nicht schlimm, zumal der unterkiefer meist ausreichend knochen bieten kann. Nur die option beckenkamm sollte eine option bleiben, für ausgewählte fälle eben...
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Re:Knochenentnahme Unterkiefer oder Beckenkamm Beitrag vom 29.05.2011, 21:48 Uhr
Hallo
bei Ihnen ist ein Knochenaufbau a) im Sinus/Kieferhöhle ( =Siuslift-OP) und b) auf dem Kieferkamm im OK links
vorgesehen. Ich empfehle: ad a) in der Kieferhöhle ein Knochenersatzmaterial zu verwenden (z.B. Bio Oss gemischt mit eigenem Knochen oder Algipore gemischt mit eigenem Knochen) )
ad b) auf dem Kamm eigenes Knochenmaterial aus dem UK zu verwenden und eine sogenannte Knochenschale anzubringen, die dann mit eigenem Knochen gefüllt wird (=Schalentechnik nach Khoury)
Vorteil dieser Methode ist, daß sich der Knochen in der KH nicht mehr resorbiert (=Resorptionsschutz)
Sehr selten ist Beckenkamm nötig, die Resorptionsrate ist unvorhersehbar.
Gruss Dr. Thilo Fechtig / bei Waldshut / Nähe Schaffhausen / Schweizer Grenze
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Re:Knochenentnahme Unterkiefer oder Beckenkamm Beitrag vom 29.05.2011, 22:10 Uhr
Hallo, ich habe mir Ende Feb. 11 knochenaufbau im uk machen lassen - mit eigenknochen aus dem uk. Leider habe ich dadurch einen bis dato gesunden Backenzahn verloren, da sich die Spenderstelle samt Nervenstrang (Mandibularis) ganz fürchterlich entzündet hat. Das ganze geht nun schon 3 Monate - 2 Revisionen/etliche Spülungen/Streifenwechsel/super viel Medikamente - insgesamt 7 Wochen AU dadurch - war jetzt auch noch 9 Tage stationär, weil sich der Zustand immer nur verschlimmerte und ich die Schmerzen nicht mehr ertragen konnte, denn selbst Tramal half nix mehr - Diagnose: Chron. Osteomyelitis. Bekomme jetzt Medis gegen Nervenschmerzen, die ziemlich aufs Gemüt gehen-bin aber dafür nach 3 Monaten Höllenschmerzen endlich "schmerzzufrieden" wie die Ärzte das ausdrücken. Fazit: NIEMALS WIEDER. Für dich dennoch alles Gute - wer die Wahl hat... L G Beate
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Re:Knochenentnahme Unterkiefer oder Beckenkamm Beitrag vom 16.06.2011, 15:58 Uhr
Hallo Dr. Zwanzig,
ist denn nach vielen Jahren im OK wo vier Zähne fehlen und so gut wie kein Knochen mehr ist, möglich überhaupt damit zu rechnen, daß der Beckenkamm Knochen überhaupt anwächst?
Danke für eine Antwort
M
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Re:Knochenentnahme Unterkiefer oder Beckenkamm Beitrag vom 21.06.2011, 08:55 Uhr
Guten Morgen,
wollte Ihnen nur schreiben, dass ich im Oktober dieselbe Behandlung hatte. Es wurde mir Knochenmaterial aus dem Unterkiefer entnommen und dieses mit einem tierischen Material vermischt. Ich hatte überhaupt keine Probleme und spürte den Eingriff im Unterkiefer überhaupt nicht. Ich hatte nur eine ziemliche Schwellung sowie einen großen Bluterguss, der nach ca. 1 1/2 Wochen wieder wegging. Gruß
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Re:Knochenentnahme Unterkiefer oder Beckenkamm Beitrag vom 15.11.2011, 01:46 Uhr
Hallo,
zwischenzeitlich hatte ich mich endgültig für die Knochenblockentnahme aus dem UK (unten links) entschieden, um einen Knochenaufbau im OK links(Freiendsituation) durchführen zu lassen.
Die beiden Eingriffe dauerten rd. 2h. Im Gegensatz zu Alpenfee_Obb empfand ich beide Eingriffe als sehr belastend und hoffe, das nicht nochmal mitmachen zu müssen. Klar, jeder Eingriff ist von Patient zu Patient inividuell. Jetzt hoffe ich, dass alles erfolgreich weiter verläuft.
Ich habe teilw. deutliches Nasenbluten mit schleimigen Anteilen (links). Hier und auch in anderen Foren/Berichten habe ich gelesen, dass dies durchaus normal sei.
Dennoch eine Frage: Um diese unangenehmen Blutanhäufungen in der Nase zu entfernen, bekomme ich das mit Austupfen der Nase nicht hin; schließlich soll ja nicht geschnäuzt werden. Aber ohne zumindest leichtes Schneuzen ist das nicht wirklich auszuhalten. Hierbei lasse ich aber beide Nasenlöcher offen, um nicht doch noch was kaputt zu machen. Wie merke ich denn, wenn jetzt doch schon was "kaputt" gegangen ist? Reißt der Sinusboden (Perforation) und wie schnell muss man handeln? Jetzt habe ich nämlich schlechtes Gewissen!
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