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THEMA: Entfernen von schmerzenden Implantaten nach einem Jahr
 
Entfernen von schmerzenden Implantaten nach einem Jahr
Beitrag vom 10.04.2007, 18:05 Uhr

Welche Implantolog könnte über das Entfernen nach einem Jahr von einem Implantat, aus Grund von Nervenschmerzen positiv berichten?
Ich stehe vor einem sehr schwerige Entscheidung. Das Implantate ist scheinbar bei mir genau auf den Ausgang des Nerves (Unterkiefer) in der Wange gesetzt worden und ich leide seit einem Jahr unter kontinuierliche Nervenschmerzen.
Alle gefragte Implantologe haben ein Jahr Abwartzeit empfohlen mit der Hoffnung, dass der Nerv sich regenieren wird. Die Neurologe glauben nicht mehr daran nach so lange Zeit. Ist der Nerv bereits irreversible verletzt? Bei Extrahieren des Implantate scheint die Gefahr den Nerven noch weiter zu verletzen unvermeidbar. Gibt es andere Technik als ring herum fräsern? Liegt es an die Geschicklichkeit des Chirurges, dass die Operation gelingen kann? Soll ich mich lieber an Schmerzmittel mit Ihre Nebenwirkungen für meine ganze Leben daran gewöhnen? Auch wenn ich durch die neue Operation weiter Nervenverletzungen bekomme ist es trotzdem besser als diese permanente Druck auf den Nerven?
Der Magen Meridian ist genau auf der Punkt getroffen. Welche Konsequenzen hat es auf dem gesamten Körper? Ich bin dankbar für jede Erfahrungsbericht, der mir zu diese Entscheidung helfen könnte.
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Re: Entfernen von schmerzenden Implantaten nach einem Jahr
Beitrag vom 11.04.2007, 10:39 Uhr

 
von najm
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Hallo,


falls keine Hoffnug auf eine Verbesserung besteht und sich für das Entfernnen des Implantates entscheiden, dann sehe die Möglichkeit das Impl. ohne weiteres zu explantieren, denn ein Impl. von einem 4.1 mm Durchmesser , nehme ich in Ihrem Fall, ist im Vergleich zu Entfernnen eines impaktieren Zahnes durch eine seitliche Fensteration viel einfacher.

Gruß
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Re: Entfernen von schmerzenden Implantaten nach einem Jahr
Beitrag vom 11.04.2007, 12:36 Uhr

Herr Najm!
Vielen Dank für Ihre rasche Antwort. Es ist nur von Sprache her ein bischen erklärungsbedürftig. Was heisst " Entfernen eines impaktieren Zahnes"? meinen Sie dass das Implantat nach einem Jahr sehr gut mit dem Knochen zusammenhält und es wäre schwerig und schade es zu extrahieren?
Was heisst "eine seitliche Fensteration? meinen
Sie eine sogenannte "Lateralisation des Nerves"
Mir würde in Spital so eine Operation vorgeschlagt mit 50% Risiko, dass die Nervenschmerzen nach einem weiteren Jahr
noch schlimmer werden.
Wieviel sölche Angriffe haben Sie selber mit Erfolg durchgeführt?
Schönen Gruß
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Re: Entfernen von schmerzenden Implantaten nach einem Jahr
Beitrag vom 11.04.2007, 15:17 Uhr

Hallo Frau Dufrene (Entschuldigung , dass ich Ihren Accent nicht hinbekomme, aber deutsche Tastatur ...),

ich kümmere mich um Nervenschmerzen im Kiefer/Gesicht insgesamt als niedergelassener Zahnarzt. Meine Frage ist:

1. Haben Sie Ausfallserscheinungen des Unterkiefernerven in der Form von dauerbetäubten Hautgebieten?
2. Fühlen Sie kalt und warm auf beiden Gesichtsseiten speziell in der Unterlippe gleich gut?
3. Wo genau schmerzt es? Können Sie den Schmerz orten oder wandert er?
4. Wie stark ist der Schmerz wöhrend einer Attacke auf der Skala 0 bis 10?
5. Wie lange dauert bei Ihnen eine Schmerzattacke oder haben Sie durchgehend Schmerzen?

Viele Grüße

Joachim Wagner
www.zahnfilm.de
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Re: Entfernen von schmerzenden Implantaten nach einem Jahr
Beitrag vom 11.04.2007, 19:50 Uhr

Hallo Herr Wagner!
Herzlichen Dank für Ihre detaillierten Anfrage.
Als Hintergrund Info: ich habe 5 implantate im Unterkiefer am selben Tag bekommen: 2 links und 3 rechts. Da links nach dem zweiten Tag alles perfekt war, umso mehr kann ich die Größe der Störung vergleichen.
Ich fange mit Ihrer Frage Nr. 5 an.

Seit der Beginn leide ich durchgehend unter einen Drückgefühl, als ob der Unterkiefer rechts in einem Schraubenstock gepresst wäre.
Seit ca. zwei Monate strahlen die Schmerzen manchmal im Hals und in den Wangenknochen rechts.

Jede Bewegung der Lippe und der Muskel der Wange bei Sprechen und Essen stört. Bei grössere Bewegungen oder Kauen bei einem gewissen Winkel kann der Schmerz, der mit scala 4-5 hält bis scala 8 steigern.Es ist eine steckende oder zwickende Schmerz.

Die Nervenschmerzenattacke spüre ich mehr wie elektrizierende Wellen oder jucken in beliebigen Momenten. Seit einigen Monate hat sich eine permanente Brennen auf die ganzen Region der Lippen und Kinn installiert.

Alles ist hypersensibel. Der kleinste Wind oder Berührung erlebe ich auf der Unterlippe und Kinnhaut als ein Strom. Zähnenputzen und zwischenbürste sind eine Quälerei.
Kalt und warm werden anders als auf den linken Gesichtsseiten auch ganz übertrieben bis Hals gespürt.
Merkwürdigerweise wenn ich einen Festnetzte Telefonhörer auf der linken Seiten hält, brennt es mir so stark auf den rechten seiten, dass ich aufhören muss.

Der Taubheitsgefühl, der in ersten Monat stärker war, ist teilweise geblieben. ich kann nicht genau spüren wo eine feine Spitz auf den Haut liegt (ca ab der Mitte des Kinnes).

Am anstreigende ist aber diese dauernhaft Bekemmungsgefühl mit dem Eindruck, dass der linken Gesichtsseiten könnte mehr und mehr gelähmt sein.

Die "mechanische" Schmerz orte ich deutlich an einen genauen Punkt unter den zweiten Implantat rechts wo der Wangenmuskel an den Kieferknochen hängt.

Ich hoffe, dass Sie mit meiner Beschreibung von diesen verschiedenen Ebenen des Schmerzes etwas anfangen können.
Mein Zahnartz will auf keinen Fall etwas unternehmen und möchte glauben, dass die Natur alles wiedergut machen wird.

Auf den Röntgen, Computer Tomographie und Blutanalysen war an verschiedenen Monaten keine Entzündung erkennbar.

Ich habe Saroten und Gabapentin von der Schmerzambulanz in der AKH bekommen.
Nach einem und halben monat aufgehört da ich Focusierungsproblemen mit den Augen bekommen habe. Bin etwas verzweifel.

Vielen Dank für Ihren fundierten Rat.
Besten Gruß
Claudine Dufrêne
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Re: Entfernen von schmerzenden Implantaten nach einem Jahr
Beitrag vom 11.04.2007, 22:32 Uhr

 
von najm
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Geburtstag:
Hallo,


ich schreibe von einem konkreten Fall, den ich selbst bei einem Patienten von mir zum ersten Mal erlebt habe. Ich hatt am letzten Dienstag ein Impl. regio 34 also im linken Unterkiefer hinter dem Eckzahn gesetzt, ich bestellte den Pat.für Mittwoch zu Knontrolle, er klagte über SEHR starke Schmerzen, sein Gesichtsausdruck machte mich sehr betroffen, es war aber keinerlei Sensibilitätstörung, ich bat ihm um ein Paar Tage um Geduld und zu weiternahme von Penicillin und Schmerzentabletten. Er erschien gesten und in seiner Hand eine Packungschmerzentablleten, er hatte also über die Feirertage durchgehend Schmerzen.Ich entfernte sofort das Imp.Heute erschien zu Kontrolle , seine Schmerzbefreiung hat mich sehr entlastet. Ein Implantat ohne Knochenauf ist mit postoperativen Schmerzen zu rechnen, aber nach 3 Tagen(für mich) muss der Pat. schmerzfrei sein, wenn überhaupt sollte noch minimal Schmerzen haben . Ist der Schmerz fast unerträglich wie bei meinem Pat. muss das
raus, erneut Versuchen viel einfacher.
Hätte ich 3 Impl. gesetzt, und wuste nicht welches den Schmerz verusacht, hätte ich alle 3 Imp. entfernt, wie ein anderer Kolllege würde sich in einem solchen Fall verhalten, ist jedem selbs überlassen.
Die Schmerzen, die ich meinem Pat. zugefügt hatte, kann nur durch hoher Druck beim Einsetzen des Implantes gekommen sein.

Prämirstabilität ist sehr wichtig für den Erfolg, aber zu fest kann umliegende Knochen quetschen und zu Knochennekrose führen,
daher die Schmerzen.



Impaktierter Zahn heisst ringsrum vom Knochen umgeben.

Fensteration heisst von der Seite das Implantat freilegen.

Gruß
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Re: Entfernen von schmerzenden Implantaten nach einem Jahr
Beitrag vom 12.04.2007, 11:38 Uhr

Hallo Frau Dufrene,

Sie schrieben, ich antworte dazwischen:

Hallo Herr Wagner!
Herzlichen Dank für Ihre detaillierten Anfrage.
Als Hintergrund Info: ich habe 5 implantate im Unterkiefer am selben Tag bekommen: 2 links und 3 rechts. Da links nach dem zweiten Tag alles perfekt war,
----- so ist das normalerweise

umso mehr kann ich die Größe der Störung vergleichen.
Ich fange mit Ihrer Frage Nr. 5 an.

Seit der Beginn leide ich durchgehend unter einen Drückgefühl, als ob der Unterkiefer rechts in einem Schraubenstock gepresst wäre.
Seit ca. zwei Monate strahlen die Schmerzen manchmal im Hals und in den Wangenknochen rechts.
---- ausstrahlende (referred pain, schauen Sie bei wikipedia) Schmerzen

Jede Bewegung der Lippe und der Muskel der Wange bei Sprechen und Essen stört.
---- Trigger

Bei grössere Bewegungen oder Kauen bei einem gewissen Winkel kann der Schmerz, der mit scala 4-5 hält bis scala 8 steigern.
---- Ihr Trigeminus V3 rechts ist in einem übererregten Zustand

Es ist eine steckende oder zwickende Schmerz.

Die Nervenschmerzenattacke spüre ich mehr wie elektrizierende Wellen
---- eindeutiger Hinweis auf Schmerzentstehung durch Nervschaden

oder jucken in beliebigen Momenten. Seit einigen Monate hat sich eine permanente Brennen
---- Brennen ist die typische Schmerzbeschreibung bei Neuropathien (Nerverkrankung)

auf die ganzen Region der Lippen und Kinn installiert.

Alles ist hypersensibel.
---- anderer Ausdruck: Hyperästhesie

Der kleinste Wind oder Berührung erlebe ich auf der Unterlippe und Kinnhaut als ein Strom. Zähnenputzen und zwischenbürste sind eine Quälerei.
---- glaub ich Ihnen aufs Wort. Sie dürfen die chemische Zahnbürste verwenden: Chlorhexidin 0,1%

Kalt und warm werden anders als auf den linken Gesichtsseiten auch ganz übertrieben bis Hals gespürt.
----- ganz sicherer Nachweis des V3 Schadens

Merkwürdigerweise wenn ich einen Festnetzte Telefonhörer auf der linken Seiten hält, brennt es mir so stark auf den rechten seiten, dass ich aufhören muss.
----- im Stammhirn gibt es Neuronen, die den Trigeminus schon auf der untersten Ebene etwas rechts mit links verschalten.

Der Taubheitsgefühl, der in ersten Monat stärker war, ist teilweise geblieben. ich kann nicht genau spüren wo eine feine Spitz auf den Haut liegt (ca ab der Mitte des Kinnes).
---- Taubheit ist der klassische Beweis für eine Unterbrechung oder Leitungsstörung oder Beschädigung eines dickeren Nervenastes. Viel klarer kann ja nun die Diagnose schlechterdings nicht gestellt werden.


Am anstreigende ist aber diese dauernhaft Bekemmungsgefühl mit dem Eindruck, dass der linken Gesichtsseiten könnte mehr und mehr gelähmt sein.
---- Lähmung geht nicht, weil die mimische Muskulatur vom Nervus facialis gesteuert wird. Und der ist weit weg.

Die "mechanische" Schmerz orte ich deutlich an einen genauen Punkt unter den zweiten Implantat rechts wo der Wangenmuskel an den Kieferknochen hängt.
---- das ist übrigens selten. Die meisten Neuropathiker können den Schmerz zwar vorübergehend orten, aber der Schmerz wandert.


Ich hoffe, dass Sie mit meiner Beschreibung von diesen verschiedenen Ebenen des Schmerzes etwas anfangen können.
Mein Zahnartz will auf keinen Fall etwas unternehmen und möchte glauben, dass die Natur alles wiedergut machen wird.

Auf den Röntgen, Computer Tomographie und Blutanalysen war an verschiedenen Monaten keine Entzündung erkennbar.

Ich habe Saroten und Gabapentin von der Schmerzambulanz in der AKH bekommen.
---- Amitriptylin (Saroten) ist im Prinzip schon die korrekte Medikation. Aber Ihr Beispiel zeigt, warum ein Schmerztherapeut manchmal auch Scheuklappen aufhat. Statt Tabletten ist hier was anderes indiziert.

Nach einem und halben monat aufgehört da ich Focusierungsproblemen mit den Augen bekommen habe. Bin etwas verzweifel.
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Hallo Herr Najm,

vielen Dank für Ihre ehrliche Darstellung Ihres Falls. Den Mut haben leider nicht viele hier. Auch ist es sehr erfreulich, dass Sie die richtige Konsequenz aus dem Geschehen gezogen haben: Entfernung des Implantats.

-----------------

Fazit: Ich rate zum Entfernen mindestens des verdächtigsten Implantats. Dazu ist es sinnvoll, eine Volumentomografie des Unterkiefers mit CT anzufertigen. Das Gerät haben inzwischen einige niedergelassene Kollegen und größere Kieferchirurgie Praxen.

Viele Grüße

Joachim Wagner
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Re: Entfernen von schmerzenden Implantaten nach einem Jahr
Beitrag vom 10.09.2008, 12:57 Uhr

 
Hallo Claudine,
wenn du mal wieder hier reinschaust würde es mich sehr interessieren, ob das Implantat entfernt worden ist und wie es dir jetzt geht. ich habe dieselbe Geschichte hinter mir und noch keine Lösung.
Grüße, Julie
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Wußten Sie schon, dass...

genetisch bedingte Fehlen von einzelnen Zähnen meist die seitlichen Schneidezähne und die 1. kleinen Backenzähne betrifft? Die gesetzlichen Krankenkassen aber in solchen Fällen (einzelne Nichtanlagen) keine besondere Vergütungen für Implantate vorsehen? Erst bei einer generellen Nichtanlage (überwiegende Anzahl) übernehemen die KK  u.U. die Gesamtbehandlung.
 
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