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THEMA: Danke an Herr Dr. Osswald
 
Danke an Herr Dr. Osswald
Beitrag vom 16.04.2003, 14:03 Uhr

 
von Sofia
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Geburtstag:
Danke, danke Herr Dr. Osswald. Ihre Antwort versetzt mich geradezu in Euphorie. Ich muß Ihnen aber noch etwas berichten: Ich habe seit meiner Kindheit einen größeren Infektionsherd im linken Mittelohr. Kann es sein, daß Bakterien vom Ohr den ganzen Rachen und damit das Zahnfleisch infiziert haben und ich auch deshalb meine Zähne verloren habe? Bei Routineuntersuchungen wurde immer wieder eine erhöhte Leukozytenzahl zwischen 12000 bis 165.000 und über 300 Cholesterin festgestellt. Trotzdem weisen meine Gefäße nur einen Anflug von Ablagerungen auf laut vor 14 Tagen erfolgter Untersuchung. Mir selbst fällt rückblickend auf, daß ich schon immer mein ganzes Streß- und Seelenleben über die Zähne entladen habe. Immer wenn irgendetwas nicht paßte, bekam ich Zahnweh. Sie lachen sicher jetzt darüber, aber ich versichere Ihnen, so war es. Können Sie aus diesen weiteren Angabe Rückschlüsse auf die Machbarkeit einer Implantation für mich ziehen?Nochmals herzlichen Dank. Sofia
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Re: Danke an Herr Dr. Osswald
Beitrag vom 16.04.2003, 18:01 Uhr

Dass Keime, die sich im Mittelohr befinden, in die Mundhöhle gelangen, ist möglich oder gar wahrscheinlich, Sofia (Über die Nase). Das müßte man mit einem HNO-Arzt genau abklären. Ich kann mir jedoch nicht so recht vorstellen, dass Sie seit Ihrere Kindheit einen Herd im Mittelohr haben, der immer noch Bakterien streut.

Darüber, was Sie über den Zusammenhang zwischen Stress und Zahnbeschwerden sehr genau an sich selbst beobachtet haben, gibt es nichts zu lachen.

Stress reduziert die Immunabwehr und kann gleichzeitig schlechte Gewohnheiten und Parodontitis fördern. Beides zusammen ist der Supergau für die Zähne und führt auf lange Sicht zum sicheren Zahnverlust.

Der Volksmund weiß das schon seit 1000 Jahren ("sich druchbeißen", "Zähne zusammen beißen", "zerknirscht sein", "verbissen sein", usw.) die Wissenschaft fängt gerade an, das zu verstehen. Von da bis in alle Praxen ist es ein weiter Weg.

Man kann sich das an einem einfachen Bild verdeutlichen:

Stellen Sie sich vor, Sie wollen einen Nagel (Zahn) aus einem nicht zu harten Holz (Knochen, Zahnhalteapparat, je entzündeter desto weicher) ziehen und haben keine Zange. Wenn Sie mit Kraft (schlechte Gewohnheiten) immer an dem Nagel rumnackeln erweitern Sie den Spalt zwischen Nagel und Holz (Peridontalspalt) immer weiter. Sie erreichen dadurch, dass immer weniger vom Nagel fest im Holz ist (entzündlicher Knochenabbau). Daurch wird bei gleichbleibender Krafteinwirkung immer mehr Kraft auf den immer kleiner werdenden Teil des Nagels ausgeübt, der noch relativ fest im Holz steht (Hebelgestz). Der Vorgang der Lockerung beschleunigt sich exponentiell und es geht immer leichter, den Nagel immer lockerer zu machen. Irgendwann haben Sie den Nagel dann in der Hand.

Das Problem ist, dass die Patienten die Lockerung erst selber bemerken, wenn die Schäden schon recht groß und oft zu spät ist, diesen teufelskreis zu unterbrechen.

Für Euphorie gibt es (noch) keinen Grund. Euphorie ist auch ein schlechter Ratgeber. Mehr Sinn macht es, sich sorgfältig untersuchen zu lassen, die Risiken möglichst einzuschränken, das "Für" und "Wider" sorgfältig gegeneinander abzuwägenn und sich dann bewußt dessen, auf was man sich einläßt, entweder dafür oder dagegen zu entscheiden, das zweifellos bestehende Risiko einzugehen.

Viele Grüße

Osswald
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